Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Betreiber gefunden: Vom Tegernsee ins Café am Markt

Auf dem Platz vor dem Café soll es wieder eine Außenbestuhlung geben.
Auf dem Platz vor dem Café soll es wieder eine Außenbestuhlung geben.

Einer der schönsten Plätze im Kreis wird wieder gastronomisch belebt. Im Café am Markt eröffnet Daniel Bößhar im Frühjahr 2022 ein Restaurant. Der Zufall hat nachgeholfen, denn eigentlich wollte sich der Koch nur Burg Lichtenberg anschauen.

Seine beste Zeit hatte das Haus am Marktplatz in den 1980er Jahren unter Artur Kakolewski, den alle nur „Addi“ nannten. In dieser Zeit war auch Jürgen von Blohn (58) Stammgast. Und weil der Inhaber der Gärtnerei Hanns sehr gute Erinnerungen daran hat, kaufte er 2018 das leerstehende Gebäude, um es wieder zu beleben. „Das geht aber nur mit einem qualitativ hochwertigen Angebot“, erklärte von Blohn, warum er mehrere Anfragen ablehnte und geduldig blieb. Der Platz sei für ein Schnellimbiss viel zu schade: „Die Leute sollen doch hier in einem ansprechenden Ambiente genießen und entspannen.“

Daniel Bößhar (35) stammt aus Konken und hat vor 17 Jahren die Region verlassen. Nach der Lehre im Schlosshotel Rockenhausen zog es ihn ins Rheingau und dann unter anderem ins renommierte Freihaus Brenner nach Bad Wiessee am Tegernsee. 2016 macht er sich mit seiner Frau Ulrike, die aus der Nähe von Berlin kommt, selbstständig und übernahm das Gasthaus zum Hirschberg in Kreuth-Scharling im Tegernseer Tal. Dort läuft der Pachtvertrag demnächst aus.

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Treffen mit Peter Emrich

„Der Plan war, mal nach Sylt zu gehen“, berichtet Bößhar. Um danach in ein paar Jahren wieder in die Nähe seiner Eltern in die Pfalz zurückzukehren. Aber dann sprach sich bis zum Tegernsee herum, dass das Restaurant von Burg Lichtenberg zu pachten ist. Die Bößhars setzten sich ins Auto und trafen sich mit Peter Emrich, dem bisherigen Betreiber des Burgrestaurants.

„Wir hatten ein tolles Gespräch, aber es war auch schnell klar, dass das für uns zu groß ist“, berichtet Bößhar. Es sei derzeit sehr schwer, geeignetes Personal für die Gastronomie zu finden. Zumal die Corona-Pandemie die Branche noch länger begleiten werde. „Ich bin Koch, kein Manager“, erklärte er die Absage für die Burg auch bei einem Besuch seinem Schwager, der bis vor kurzem den Kiosk des Siebenpfeiffer-Gymnasiums betrieb, in unmittelbarer Nachbarschaft der Gärtnerei Hanns. Schnell war der Kontakt zu Jürgen von Blohn hergestellt.

Auch Touristen anlocken

„Das hat sofort gepasst“, schildert Jürgen von Blohn den Kontakt mit Bößhar. Er will bis zum Frühjahr das bisherige Bistro renovieren, Theke und Küche umgestalten und neue Toiletten einbauen lassen. „Das soll eine Location werden, in der sich Einheimische wohlfühlen, die aber auch Touristen anlockt“, sagt von Blohn.

Sein künftiger Geschäftspartner Daniel Bößhar sieht das auch so: „Wir sind super klargekommen. Das waren sehr gute Gespräche.“ Er wolle mit guter Küche und guten Weinen die Gäste verwöhnen und freue sich vor allem auf die Außenbestuhlung auf dem Platz. Aber auch die rund 60 Plätze im Innern hätten Potenzial. Die Bößhars planen je eine Festanstellung für den Service und die Küche und wollen darüber hinaus in der Anfangsphase mit Aushilfen arbeiten: „Unsere Vorfreude ist riesig.“

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