Altenglan / Rammelsbach
B420: Rätselraten um eine spät angekündigte Vollsperrung
Es ist ein ganz schöner Brocken: Gut 440 Euro kostet der laufende Meter. Pro Quadratmeter sind im Schnitt 68 Euro fällig. Was mit solchen Beträgen zu Buche schlägt, ist die Sanierung eines Abschnitts der Bundesstraße 420. Über eine Distanz von rund 800 Metern wird entlang von Kuselbach und Bahngleisen die Fahrbahn erneuert. Kosten: 350.000 Euro.
Läuft alles rund, ist der Spuk in fünf Wochen vorbei. „Das wird auf alle Fälle reichen – aber nur, wenn das Wetter mitspielt“, versichert Kai Glass. Der Technische Leiter der Bauunternehmung Otto Jung in Sien gab sich am Montag zuversichtlich, noch vorm anberaumten Öffnungstermin am letzten Tag im Oktober fertig zu sein.
Fünf Wochen könnten reichen
Das 800 Meter lange Straßenstück erhält eine neue Fahrbahn-Deckschicht, die von einer ebenfalls neu aufgebrachten Binderschicht getragen wird. Zudem werden einige Abwasserschächte erneuert – das war’s auch schon laut Glass. Kein Hexenwerk, Arbeitsalltag vielmehr für die Firma aus dem Landkreis Birkenfeld, die ungezählte Aufträge unter der Regie des Landesbetriebs Mobilität (LBM) erledigt hat und nun einmal mehr bei einer Ausschreibung zum Zuge gekommen ist.
Nach Glass’ Einschätzung ist die Routine-Aufgabe binnen fünf Wochen gut zu stemmen – wenn es denn nicht regnet. Denn Nässe von oben verkörpert das Damoklesschwert, das da über dem meistfrequentierten Teil dieser Haupt-Verkehrsachse im Kreis baumelt. Denn so lange stete Tropfen fallen, kann nicht asphaltiert werden. Wie lange müsste die Trockenperiode mindestens anhalten? „Das lässt sich noch nicht abschätzen“, sagt der Fachmann.
Busrouten-Planer spricht von Herausforderung
Vorsichtshalber ist die Sperrung bis einschließlich Mittwoch, 30. Oktober, angekündigt. Vorab-Infos darüber, was da droht, gab’s allerdings lange Zeit nicht: Allein der Hinweis auf eine Sperrung ab 16. September hatte Platz auf den großen Tafeln Schildern an der Straße gefunden. Ein Grund dafür war ebenso wenig vermerkt wie die Dauer. Die RHEINPFALZ hatte am 5. September nachgefragt, als die Schilder kurz zuvor aufgeploppt waren. Noch am selben Tag kam eine Pressemeldung, in der der Landesbetrieb Mobilität erstmals Auskunft über das Vorhaben erteilte.
Ob des mutmaßlich zähen Informationsflusses scheinen auch die Verantwortlichen für den Personennahverkehr recht unversehens in Zugzwang geraten zu sein. „Das ist für uns schon eine Herausforderung“, sagte Müslüm Oktay am Montag auf Anfrage der RHEINPFALZ. Oktay fungiert als Fahr-, Dienst- und Umlaufplaner bei der DB Regio Bus Mitte. „Es ist ja sicherlich sinnvoll, was da getan wird. Wir wussten auch, dass das kommen wird – aber eben nicht genau wann“, zeigt der Sprecher der Bahn-Tochtergesellschaft Verständnis. Aber: „Wir hätten uns eine etwas frühere Abstimmung mit allen Beteiligten, mit uns, aber auch mit den Verwaltungen und den Schulen gewünscht.“
Geschäfte in Altenglan alle per Auto anzusteuern
Erst am Freitag hatte die DB Regio ihren eilends neu gestrickten Fahrplan veröffentlichen können, der auf fünf Linien Veränderungen vorsieht, inzwischen auf der Internetseite des Verkehrsverbunds (vrn.de) einsehbar ist und an den Haltestellen ausgehängt sei. Bis Montag, Tag der Baustelleneinrichtung, ging das Rätselraten aber munter weiter – etwa darüber, wo die Sperrung beginnt. Was das betrifft, teilte Anne Knapp vom Genussladen in Altenglan unmissverständlich mit: Die Geschäfte in der Kuseler Straße seien allesamt mit dem Auto problemlos erreichbar.