Kusel Zur Sache: Dach muss statisch neu berechnet und genehmigt werden

„Wir und die Versicherungen haben großes Interesse, dass es schnell vorangeht“, sagte Pro-Seniore-Pressesprecher Peter Müller gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage zum Fortgang der Arbeiten am Seniorenheim in Lauterecken. Einen exakten Zeitplan gibt es noch nicht, allerdings einen Ablaufplan für die Arbeiten, die anstehen. In etwa 14 Tagen soll der Rückbau des Daches beendet sein, die Kranfirma die Baustelle verlassen. Die weitere Vorgehensweise gestalte sich folgendermaßen: Das Dach wird versiegelt, damit keine Feuchtigkeit mehr eindringen kann. Daran schließt sich die Entfeuchtung der Räume an. Erst dann beginnen Arbeiten im Inneren, beispielsweise Putz entfernen und wieder auftragen. Die Wiederherstellung des Daches erfordert laut Müller eine komplett neue statische Berechnung. Die Unterlagen müssen dann den Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden. Aufgrund dieser Schritte geht Müller davon aus, dass Aussagen zum weiteren zeitlichen Ablauf wohl erst Mitte September gemacht werden können.
Beifall für Unterstützung
Am Mittwochabend hatten Müller und die Pro-Seniore-Geschäftsführerin Daniela Kirsch aus Saarbrücken die Angehörigen der Bewohner im Turnerheim in Lauterecken über den aktuellen Stand informiert. Beide versicherten erneut, dass man am Standort Lauterecken festhalten und alles daran setzen werde, das Haus so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Kirsch und Müller stellten sich den Fragen der Angehörigen, die im wesentlichen versicherungstechnische Fragen zur Schadensabwicklung hatten. Man habe versucht, in diesem Notfall schnell zu helfen, um Bewohner und Angehörige nicht zusätzlich zu belasten. So sei Angehörigen ein Betrag von 300 Euro bar ausgezahlt worden, um neue Kleidung kaufen zu können. Für die unbürokratische Unterstützung gab es am Mittwochabend mehrmals Beifall für die Unternehmensvertreter, die auch wissen wollten, wo etwas besser hätte funktionieren können. So merkte ein Betreuer an, am Tag nach dem Brand noch nicht gewusst zu haben, wo seine betreute Person untergekommen war – ein Umstand, der laut Müller der Evakuierungsaktion am Brandtag geschuldet war, die in der Verantwortung der Rettungskräfte lag. Alle Bewohner blieben unversehrt und waren noch am Brandtag in Häusern der Pro-Seniore-Gruppe untergekommen. Der Abgleich der Listen habe einige Zeit in Anspruch genommen.
Provisorisches Büro im Turnerheim
Persönliche Gegenstände, die wegen des Brandes vom Personal aus den Zimmern geholt und in Kisten verpackt wurden, könnten in Lauterecken abgeholt werden. Im übrigen sei im Lauterecker Turnerheim ein provisorisches Büro eingerichtet worden, an das man sich wenden könne, teilte Müller den Angehörigen mit, die sich überwiegend lobend über das Krisenmanagement äußerten. Der Mehraufwand für Mitarbeiter, die nun in einer anderen Einrichtung arbeiten und weiter fahren müssen, wird abgegolten. Alle behalten ihren Arbeitsplatz. Die Brandursache ist weiterhin nicht geklärt.
