Kusel Möbelhersteller CS Schmal konsolidiert weiter

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Erfreuliche Nachrichten aus Waldmohr: Während bei der Konzernmutter Nolte Möbel in Germersheim 164 der 630 Mitarbeiter ihren Job verlieren (wir berichteten auf unserer Wirtschaftsseite), ist bei der Nolte-Tochter CS Schmalmöbel kein Stellenabbau vorgesehen. Das hat Geschäftsführer Günter Ebmeyer auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt. Auch die IG Metall zeigt sich zufrieden mit der Situation im Unternehmen, das derzeit 420 Beschäftigte hat und zu den größten Arbeitgebern im Landkreis gehört.

Ebmeyer sagte, die Auftragslage bei CS Schmal – einem der führenden Hersteller zerlegbarer Mitnahmemöbel – sei gut. Das Unternehmen verzeichne bislang mehr Aufträge als 2014. Der Zuwachs liege im einstelligen Prozentbereich. Die Phase der Konsolidierung setze sich fort. „Ein Außendienstmitarbeiter hat mir gesagt: Man redet nicht mehr über Schmal, man redet wieder über Möbel.“ Das wertet Ebmeyer als gutes Zeichen für sein Unternehmen, das sich vor zwei Jahren nach einer negativen Entwicklung neu aufgestellt hatte. Damals waren 83 von 520 Stellen abgebaut worden. Ebmeyers damaliger Mitgeschäftsführer Christian-Lutz Neubert – der inzwischen das Unternehmen verlassen und sich in die Schweiz verändert hat – hatte unter anderem eine Modernisierung des Sortiments und der Vertriebsstruktur angekündigt. Beides ist laut Ebmeyer inzwischen umgesetzt „und trägt Früchte“. Die neuen Produkte kämen auf dem Markt gut an, und speziell der Anteil des Vertriebs per Internet nehme ständig zu. Vor diesem Hintergrund seien derzeit keine Entlassungen wie bei der Konzernmutter in der Planung. Was allerdings augenblicklich zurückgefahren werde, sei der Einsatz von Leiharbeitern. Möglich macht es laut Ebmeyer der seit 1. April gültige Haustarifvertrag, der unter anderem durch Arbeitszeitkonten einen flexibleren Personaleinsatz ermöglicht. So wird dann auch das alljährliche Sommerloch – kennzeichnend für die gesamte Branche – aufgefangen. Hier wird Mehrarbeit aus den produktionsstärkeren Zeiten durch Freizeit abgegolten. Zufrieden zeigt sich auch Peter Vollmar von der IG Metall in Homburg, die für CS Schmal zuständig ist. Gestern sind erstmals Lohnzettel nach der neuen Vereinbarung ausgeteilt worden, nachdem die Umstellung für den Monat April noch an der Datenverarbeitung gescheitert war. Der Haustarifvertrag ist der Wiedereinstieg des Unternehmens in den Flächentarifvertrag. Bis 2021 sollen die gewerblichen Mitarbeiter schrittweise dieselben Vergütungen, Urlaubsregelungen und Arbeitszeitregelungen wie ihre Kollegen in Betrieben des Arbeitgeberverbands haben. Dazu gehören unter anderem die 35-Stunden-Woche und der Anspruch auf 30 Tage Urlaub im Jahr. Auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird einheitlich geregelt und den Verträgen im Arbeitgeberverband angepasst. In den vergangenen Jahren waren die meisten Mitarbeiter zum Teil deutlich unter Tarif entlohnt worden. Nachdem in diesem Jahr die Wochenarbeitszeit von 37,1 auf 37,0 Stunden mit Lohnausgleich (Vollmar: „Nur ein ganz kleiner Schritt, aber ein sehr wichtiger, weil er die Bereitschaft des Arbeitgebers zeigt.“) umgesetzt wird, gibt es im kommenden Jahr auch erstmals erkennbar mehr Geld: nämlich drei Prozent mehr, sofern die Gehälter unter dem Flächentarif liegen. Für 2017 sollen dann die Löhne und Gehälter neu verhandelt werden. Vollmar sieht den Haustarifvertrag als Zeichen dafür, dass das Unternehmen jetzt wieder auf Augenhöhe mit Gewerkschaft und Betriebsrat verhandelt – das sei bei früheren Geschäftsführern so nicht erkennbar gewesen. Dieses Zeichen werde auch in der Belegschaft positiv gewertet. Auch Vollmar sieht derzeit keine Anzeichen dafür, dass es bei CS Schmal zu einem Stellenabbau wie bei der Konzernmutter kommen könnte. Die Stimmung in der Belegschaft sei folglich deutlich besser als vor einigen Jahren.

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