Kusel Dialyse künftig nur noch im Klinikum

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„Für viele Patienten ist die Praxis wie eine Familie geworden. Ärzte und Schwestern sind viel mehr als das. Und jetzt muss das alles enden.“ Stefano Maurano ist richtig sauer. Seit zehn Jahren muss der 44-jährige Kuseler regelmäßig zur Dialyse – und fühlte sich im Dialyseinstitut in der Kuseler Ringstraße richtig gut aufgehoben. Doch damit ist jetzt Schluss, die Praxis schließt zum 1. April. In Kusel gibt es künftig nur noch eine Dialyse. Die im Westpfalz-Klinikum.

Seit 1991 gab es die Dialyse-Praxis in Kusel, zuerst geführt von Dr. Bertsch, danach als Zweigpraxis der Ärzte Klaus Didion und Joachim Allendorff, die ihre internistisch-nephrologische Hauptpraxis in Landstuhl haben. Etwa 25 Patienten kamen hier montags, mittwochs und freitags zur Blutwäsche. Zu den Gründen für das Aus in Kusel erläuterte Allendorff auf Anfrage der RHEINPFALZ, nach dem plötzlichen Tod von Dr. Bertsch habe dessen Witwe den Praxissitz ans Westpfalz-Klinikum verkauft. Damit habe dieses eine eigene Dialyseeinheit aufgebaut. Da immer nur eine Dialysegenehmigung für eine Region vergeben werde, habe man einen Vergleich geschlossen. Das Klinikum habe die Genehmigung bekommen, aber die Praxis in der Ringstraße noch eine Weile weitermachen können. „Für uns war schon lange klar, dass wir aufhören müssen“, sagt Allendorff, zumal keine Zusammenarbeit mit dem Westpfalz-Klinikum möglich gewesen sei. Als Grund für die jetzige Schließung nennt er das Auslaufen des Mietvertrages. Aufgrund der Situation habe man auch keine weiteren Investitionen mehr vornehmen wollen. Vier der sechs Mitarbeiterinnen in Kusel gingen mit nach Landstuhl, so der Arzt, zwei Mini-Joberinnen habe man entlassen. Leid tue es ihm um die Patienten, die gerne weiter ärztlich und pflegerisch in der Praxis betreut werden wollten – einer komme schon seit 17 Jahren zur Dialyse. Man habe ihnen angeboten, mit nach Landstuhl zu gehen, doch sei dies für einige ein Problem, weil die Krankenkasse nur den Transport zur nächsten Dialyse-Praxis bezahle – und die sei nun im Klinikum. Allendorff kritisiert, die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums am Westpfalz-Klinikum in Kusel habe keine Verbesserung der medizinischen Versorgung gebracht, denn eine Dialyse habe es ja bereits gegeben. „Wäre es nicht sinnvoller gewesen, in anderen Bereichen die ambulante Versorgung zu verbessern, etwa bei den Internisten oder Hausärzten?“, fragt der Mediziner. Reiner Beck, stellvertretender Verwaltungsdirektor des Westpfalz-Klinikums in Kusel, erklärt hingegen, da man es in der Gefäßmedizin – das Kuseler Haus ist Teil des Gefäßzentrums Westpfalz – häufig mit Dialysepatienten zu tun habe, habe man eine Möglichkeit der Dialyse schaffen wollen. Als Dr. Bertsch verstorben sei, habe man dessen Kassensitz erworben, eine Ärztin habe den Sitz 2007 ins Medizinische Versorgungszentrum eingebracht, was auch mit der Kassenärztlichen Vereinigung so ausgemacht worden sei. Bis 2009 habe man dort nur Privatpatienten behandeln können, ehe man eine Abrechnungsgenehmigung erhalten habe. Seit 2010 seien die beiden Dialysen parallel gelaufen. Beck schildert, es habe auch Gespräche mit den Doktoren Didion und Allendorff gegeben, ob man deren Zweigpraxis übernehme. Doch hätte man zu viel investieren müssen, zirka zwei Millionen Euro seien angesichts knapper Kassen nicht möglich. Der stellvertretende Verwaltungsdirektor sagt, auch das Westpfalz-Klinikum sei überrascht gewesen über den jetzigen Zeitpunkt der Praxisschließung. Doch versichert er den Patienten: „Wer sich meldet, wird untergebracht.“ Zurzeit hat das Klinikum zehn Dialyseplätze, es gibt drei Schichten. Man werde eine weitere Schicht aufmachen, so dass man zehn Patienten mehr dialysieren könne. Die Blutwäsche eines einzigen Patienten nimmt immerhin fünf bis sechs Stunden in Anspruch. Zurzeit laufen im Klinikum drei Schichten von 6 bis 23 Uhr am Montag, Mittwoch und Freitag. Dienstag, Donnerstag und Samstag nur eine Vormittagsschicht. Für den größeren Bedarf, so Beck, brauche man auch einen zusätzlichen Arzt – zumindest in Teilzeit. Wenn die im Bau befindliche Intensivstation fertig sei, ziehe die Dialyse in die alte Intensivstation um. Und wie sieht die Zukunft des Dialysepatienten Stefano Maurano aus? „Ich gehe mit nach Landstuhl“, erklärt er.

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