Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Wie der denkmalgeschützte „Alte Friedhof“ gestaltet werden soll

Momentan eher trist und wenig einladend: Der Park um das Kolumbarium auf dem Ramsteiner Schulhügel soll umgestaltet und zu einem
Momentan eher trist und wenig einladend: Der Park um das Kolumbarium auf dem Ramsteiner Schulhügel soll umgestaltet und zu einem Ort der Begegnung und Erinnerung werden.

Der „Alte Friedhof“ auf dem Schulhügel unterhalb der Schernauer Straße im Stadtteil Ramstein soll neu gestaltet werden. Vor zwei Jahren wurde dort eine Urnenkirche eingeweiht. Welche Ideen es für die historische Parkanlage gibt.

Die Lourdesgrotte, die alten Grabdenkmäler und die Friedhofsmauer sind denkmalgeschützt, so Ulrike Bossung, Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde (VG) Ramstein-Miesenbach. Sie stellte die Pläne des Kaiserslauterer Planungsbüros BBP in der jüngsten Stadtratssitzung vor. Nach dem Bau des Kolumbariums, das die Form der vor langer Zeit abgebrochenen Pfarrkirche an dieser Stelle aufgreife, soll der Park nun die neue Nutzung als Bestattungsort widerspiegeln. Der Friedhof sei insgesamt von einer Sandsteinmauer umgeben und werde von großen Bäumen beschattet. Doch seien Mauer, Wege, die Grabsteine und die Grotte in keinem guten Zustand. Der Ort wirke momentan wenig einladend. Mit der neuen Planung solle ein lebendiger Erinnerungsort geschaffen werden zur Begegnung, zum Verweilen, Ausruhen und Erinnern.

Positiv sei, dass der Weg zur Urnenkirche neu gestaltet worden sei und damit sehr einladend auf Besucher wirke. Auch die alten Grabsteine haben laut Bossung einen historischen Wert, den es herauszustellen gelte. Als Manko sehe der Planer dagegen, dass es nur wenige geschichtliche Informationen zu den Grabsteinen gibt und dass vor allem die Wege und Bänke dort in keinem guten Zustand sind.

Schlichte Stelen aus Cortenstahl

Nach den Vorstellungen des Planers soll um das Kreuz, das im Mittelpunkt der Anlage steht, ein Begegnungsort entstehen. Dieser werde durch schlichte Stelen aus Cortenstahl und eine umlaufende Bank definiert. Der Raum, den man durchblicken, aber nicht durchschreiten könne, soll das nicht Greifbare und die Sehnsucht nach den verstorbenen geliebten Menschen symbolisieren. Ein gefasster Wasserlauf, der den Lebensweg symbolisieren soll, gehört zu den weiteren Ideen. Das Wasser, das dafür benötigt wird, soll aus einer Zisterne, die von Dachwasser gespeist wird, entnommen werden, um kein Trinkwasser zu verschwenden. Neben einem Becken, in das der Wasserlauf mündet, könne an einer der Mauerecken ein überdachter Pavillon als „Ort der Einkehr“ dienen.

Eine Skulptur in Form eines Gedenkbaumes soll Angehörigen die Möglichkeit bieten, an ihre Verstorbenen zu erinnern. Eine Stele mit einer Tafel soll des Weiteren als „begehbares Geschichtsbuch“ dienen. Möglicherweise könnten dort Infos über die Gräber und den „Alten Friedhof“ auf wechselnden Tafeln hinterlegt und mit QR-Codes, die auf eine Webseite verweisen, ergänzt werden.

Duft-Beet neben der Mariengrotte

Der Plan sieht auch vor, die Mariengrotte zu sanieren und wieder zu einem Anziehungspunkt auf dem rund 3600 Quadratmeter großen Areal zu machen. In unmittelbarerer Nähe ist ein Duft-Beet vorgesehen, das mit Rosen und Gänseblümchen, die zu den Marienpflanzen gehören, bestückt werden könne.

Daneben sind noch einzelne Maßnahmen geplant, die das Gelände insgesamt ökologisch aufwerten sollen: Nisthilfen für verschiedene Vogelarten, ein Insektenhotel, die Umwandlung der Grünflächen zu Blumenwiesen und die Nutzung wasserdurchlässiger Pflanzsteine. Auch die LED-Beleuchtung soll nach unten gerichtet und damit insektenfreundlich sein. Geplant ist, so Bossung, dass der Platz abends geschlossen wird.

Die Kosten betragen laut Ralf Hechler, Bürgermeister der Stadt Ramstein-Miesenbach (CDU), nach ersten Schätzungen rund 400.000 Euro. Der Entwurfsplan soll zur Leader-Förderung eingereicht werden. Die Chancen stehen dabei laut dem Stadtchef nicht schlecht, Zuschüsse in Höhe von 60 bis 75 Prozent zu erhalten. Denn das Programm lege seinen Fokus auf die Erlebbarkeit von Heimatgeschichte und Kulturhistorie. Die Entwurfsplanung wurde von den Ratsmitgliedern einstimmig beschlossen.

Unter anderem ein Pavillon, Duft-Beet, Gedenkbaum und Wasserlauf sind Elemente des Entwurfs des Kaiserslauterer Büros BBP für de
Unter anderem ein Pavillon, Duft-Beet, Gedenkbaum und Wasserlauf sind Elemente des Entwurfs des Kaiserslauterer Büros BBP für den »Alten Friedhof«.
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