Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Was Eltern zu den Beiträgen für die St.-Katharina-Realschule sagen

Die St.-Katharina-Realschule soll eine Privatschule bleiben.
Die St.-Katharina-Realschule soll eine Privatschule bleiben.

Freiwillige, monatliche Beiträge sollen für den Besuch der St.-Katharina-Realschule in Landstuhl ab 2026 gezahlt werden. 70 Euro werden empfohlen. Die meisten Eltern seien aufgeschlossen, sagt die Schulleiterin.

Im September gab es eine unliebsame Überraschung für die Eltern der 375 Schüler der privaten Realschule St. Katharina in Landstuhl. Sie sollen ab 2026 Beiträge zahlen, einen monatlichen, freiwilligen Qualitätsbeitrag, teilte ihnen der Träger in einem Brief mit. 70 Euro wird empfohlen. Schulleiterin Karin Wagner-Schramm betont: Die Nachfrage nach den Schulplätzen sei nicht beeinträchtigt davon, sie sei „nach wie vor sehr hoch“.

„Aktuell haben wir einen Rücklauf von 95 Prozent nach unserem Schreiben“, berichtet Wagner-Schramm. Sie ist sicher: Für die Eltern sei der Besuch ihrer Kinder „an der St. Katharina“ eine bewusste Entscheidung, an der die Zahlungen nichts ändern würden.

Bistum: Anderswo sind die Kosten höher

Die Gemeinnützige St. Dominikus Schulen GmbH, eine Tochtergesellschaft der St. Dominikus Stiftung Speyer, informierte: Aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen habe das Bistum Speyer beschlossen, ab dem Jahr 2026 die Zuschüsse für die Schulen in seiner Trägerschaft drastisch zu kürzen. Deswegen sei es notwendig, von den Eltern einen monatlichen Qualitätsbeitrag zu erheben.

Die Hintergründe dieser finanziellen Problematik sind vielschichtig. So waren in der Vergangenheit noch viele Ordensschwestern im Schuldienst tätig, deren Eigenanteil zur Refinanzierung der Schule beitrug. Nach dem Weggang der Schwestern aus dem pädagogischen Betrieb übernahm das Bistum Speyer die finanzielle Unterstützung.

Aktuell zahlt das Bistum pro Schüler und Jahr etwa 520 Euro. Unter Berücksichtigung der zukünftigen Inflation hat der Träger der Schule errechnet, dass ein durchschnittlicher (freiwilliger) monatlicher Qualitätsbeitrag in Höhe von 70 Euro notwendig sei, um die finanziellen Grundlagen und die Qualität der Schule langfristig zu sichern. Der Schulträger appelliert an die Solidargemeinschaft der Eltern, sich an diesen Zahlungen zu beteiligen. Außerdem wird argumentiert: Der für die Landstuhler Schule gewünschte Beitrag sei im unteren Mittelfeld. In vielen anderen Bistümern werde von den Eltern erwartet, dass sie höhere Beträge pro Monat zahlen, etwa zwischen 90 und 115 Euro.

Nicht für Lehrergehälter

Indes: Der Qualitätsbeitrag ist eine freiwillige Sache und die Eltern können selbst entscheiden, ob und wie viel sie zahlen möchten. Denn: Rheinland-Pfalz ist das einzige Bundesland, in dem kein Schulgeld erhoben werden darf.

Die Einnahmen aus den Beiträgen sollen laut Armin Altmeyer, Geschäftsführer der gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH, zur Zahlung von Sachkosten verwendet werden – nicht für die Gehälter der Lehrkräfte. Das betreffe besonders Lernmittel und sonstigen Schulbedarf wie Wasser, Strom, Fernwärme, Telefon sowie Investitionen für die Räumlichkeiten und die Gehälter des nicht-pädagogischen Personals, etwa Sekretärin oder Hausmeister.

Schulleiterin: Viele reagieren verständnisvoll

Wagner-Schramm betont: „Die Schulleitung und die Lehrer wissen nicht, wer etwas gibt und wer nichts gibt, oder in welcher Höhe ein Beitrag geleistet wird. So kann dem Kollegium auch keine Befangenheit vorgeworfen werden.“ Dies sei gut so und auch fair.

Tatsächlich seien viele Eltern in der Sache sehr aufgeschlossen gewesen und hätten verständnisvoll reagiert. Dennoch gebe es auch andere Stimmen aus der Elternschaft. Von einer Mutter weiß Wagner-Schramm, dass sie den Beitrag nicht leisten werde. Sie sei der Meinung, dass die Kirche die Schule weiter unterstützen solle, weil dort der katholische Glaube gelebt werden.

Was eine Mutter und Schüler sagen

Eine Mutter erklärt der RHEINPFALZ gegenüber: „Ich als Mutter zweier Töchter war sehr erleichtert, als wir die Zusage für diese Schule für beide Kinder bekommen haben, denn hier werden nachhaltig wichtige Werte gelebt, die in unserer Gesellschaft leider oft vergessen werden.“ Es gebe viele soziale Projekte, wie zum Beispiel Brieffreundschaften mit beeinträchtigten Menschen und regelmäßige Besuche im Altenheim, lobt sie. Für das Erwachsenwerden ihrer Kinder in diesem Umfeld leiste sie gerne einen freiwilligen finanziellen Beitrag.

Einige Schülerinnen und Schüler erklären: Sie fänden es gut, dass es keinen Zwang gebe und man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten finanziell engagieren könne. Sie begrüßten, dass der Schulträger dafür sorge, dass der Privatschul-Status des Hauses erhalten bleibt. In der Einrichtung herrsche eine familiäre Atmosphäre, man achte auf sich, die Schüler verhielten sich gut und die Lehrer kümmerten sich.

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