Landstuhl
St.-Katharina-Realschule: Wieso die Eltern künftig zahlen sollen
Die St.-Katharina-Realschule in Landstuhl ist eine katholische Privatschule in Trägerschaft der Gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH, einer Tochtergesellschaft der St. Dominikus Stiftung Speyer. Sie wurde von den Dominikanerinnen des Instituts St. Dominikus gegründet und prägt seit mehr als 70 Jahren die Schullandschaft in Landstuhl, wobei sie zunächst – zwischen 1951 bis 1969 als Mittelschule für Mädchen – firmierte. Parallel dazu gab es seit 1963 eine zunächst sechsklassige Mädchen-Realschule, die 1966 zum Teil in notdürftig fertiggestellte Klassensäle des Neubaus umzog. Da auch dieser bald zu eng war, folgten in den 1970er und 1980er Jahren weitere Erweiterungsbauten. 1985 wurden die ersten Jungen in St. Katharina aufgenommen. Heute werden dort nach Angaben des Trägers 375 Schülerinnen und Schüler in zwei Zügen von 24 Lehrkräften unterrichtet.
„Unsere Schule genießt bei Eltern und Arbeitgebern einen guten Ruf“, sagt Armin Altmeyer, Geschäftsführer der gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH. Ziel von St. Katharina sei es, „den Schülerinnen und Schülern die dominikanischen Werte der Gründerinnen zu vermitteln und ihnen einen geschützten, überschaubaren Lernraum in einer von Dialog, Achtsamkeit und Toleranz geprägten Atmosphäre zu bieten“.
Früher unterrichteten Ordensschwestern
In den ersten Jahrzehnten unterrichteten noch zahlreiche Ordensschwestern an der Schule, doch ihre Anzahl sank kontinuierlich. In diesem Sommer wurde der Konvent aufgelöst und die letzten fünf Dominikanerinnen – alle im Rentenalter – haben Landstuhl verlassen. Dass es keine Schwestern mehr im Kollegium gibt, hat Auswirkungen auf die Finanzierung der Schule, erläutert Altmeyer: Als staatlich anerkannte Ersatzschule werde die St.-Katharina-Realschule zwar zu einem großen Teil staatlich, also durch das Land Rheinland-Pfalz, refinanziert. Dennoch verbleibe ein erheblicher Eigenanteil, der gedeckt werden müsse. „Solange genügend Ordensschwestern an der Schule unterrichteten, wurde dieser Eigenanteil durch die Schwestern gedeckt, da die Dominikanerinnen nur einen kleinen Teil für sich selbst ausgaben, während der größte Teil zur Deckung des Eigenanteils in die Schule floss.“
Nachdem die Schwestern aus dem aktiven Schuldienst ausgeschieden waren, habe das Bistum Speyer diese Finanzierungslücke weitgehend durch Zuschüsse gedeckt. Doch nun habe das Bistum beschlossen, seine Zuschüsse für die Schule „ab dem Jahr 2026 ganz gravierend zu kürzen, was der negativen Entwicklung der Mitgliederzahlen und somit der Kirchensteuereinnahmen der katholischen Kirche geschuldet ist“, berichtet der Geschäftsführer. Die Finanzierung des Eigenanteils an den Kosten der Schule müsse deswegen mittelfristig auf anderem Wege gelingen.
Monatlicher „Qualitätsbeitrag“ soll Lücke decken
Daher wurde beschlossen, einen monatlichen freiwilligen „Qualitätsbeitrag“ von den Eltern zu erheben, um den Rückgang der Zuschüsse des Bistums auszugleichen und die Qualität des Bildungsangebots zu sichern. „Die Höhe des Beitrages legen die Eltern selbst fest“, sagt Altmeyer. Als Orientierung werde ein monatlicher Betrag von 70 Euro angegeben. Was ist, wenn Eltern aus finanziellen Gründen die 70 Euro im Monat nicht aufbringen können? „Wir zwingen niemanden dazu, einen Beitrag zu zahlen. Wir erwarten aber, dass alle Eltern, die es sich leisten können, einen Qualitätsbeitrag zahlen, denn wir verstehen uns nicht nur als Werte-, sondern auch als Solidargemeinschaft“, so der Geschäftsführer. Wer wolle, könne auch höhere Beiträge entrichten. „Wir bitten die Eltern, sich möglichst zeitnah, wenn möglich ab sofort, finanziell zu engagieren.“
Die Entscheidung sei dem Schulträger nicht leichtgefallen. „Wir möchten jedoch sicherstellen, dass trotz des massiven Rückgangs der Zuschüsse des Bistums auch künftig ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot auf der Basis des christlichen Menschenbildes in Landstuhl gewährleistet werden kann.“