Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Was die Kreisvorsitzenden zu den Ergebnissen im Landkreis Kaiserslautern sagen

Am Sonntag ist der 21. Bundestag gewählt worden.
Am Sonntag ist der 21. Bundestag gewählt worden.

Im Landkreis Kaiserslautern waren am Sonntag 78.822 Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Wie die Kreisvorsitzenden den Ausgang der Wahlen einordnen.

„Die wichtigste Nachricht ist: Wir haben für den Landkreis wieder einen direkten Vertreter in Berlin. Florian Bilics Erfolg im Wahlkreis Pirmasens ist auch ein Erfolg der Kreis-CDU“, freut sich Marcus Klein, Vorsitzender der CDU Kaiserslautern-Land, mit und für den neuen Wahlkreis-Abgeordneten aus Pirmasens. Dass seine CDU im Kreis gut 4000 Zweitwählerstimmen mehr auf sich vereinigen konnte, gegenüber der Bundestagswahl vor vier Jahren 5,0 Prozent zulegen konnte und mit einem Stimmenanteil von 28,5 Prozent den Landkreis von Rot auf Schwarz umfärbte, sei stark. „Die SPD hat eine Lücke gelassen, von der aber vor allem die AfD profitierte. Dass die AfD mit über 27 Prozent zweitstärkste Kraft wurde, ist mehr als ein Weckruf“, meint der CDU-Kreisvorsitzende. Das Gefühl des Abgehängtseins, Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem das Migrationsthema, sei von den Wählern an den CDU-Wahlständen vorgebracht worden. „Und von der AfD aufgesaugt worden. Das darf uns nicht ruhen lassen“, mahnt der 48 Jahre alte Landtagsabgeordnete und Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Partei im rheinland-pfälzischen Landtag gerade auch mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr.

Ein allgemeines Gefälle bei den Ergebnissen der Grünen zwischen städtischen und ländlichen Regionen sieht Steffen Hagemann, Kreisvorsitzender der Grünen. „Zudem ist der Wahlkampf in der Stadt einfacher“, fügt er an. Er geht auch davon aus, dass viele „strategisch gewählt haben, um zu verhindern, dass die AfD gewinnt“. Die hohe Wahlbeteiligung, von der die Grünen traditionell profitierten, hätten sie diesmal nicht genutzt, um eigenes Klientel zu mobilisieren. Das Thema Migration stand so sehr im Vordergrund, dass klassisch grüne Themen wie „Klima, Infrastruktur, Soziales, Bildung in den Hintergrund geraten sind“. Viele Wähler seien sicher zu den Linken abgewandert, denen es vor allem gelungen sei, Erstwähler zu mobilisieren. Und ältere Grünen-Wähler aus der Friedensbewegung, die mit dem Verteidigungskurs der Grünen nicht einverstanden sind, seien „eher zur BSW gegangen“, vermutet Hagemann.

„Kein ungewöhnliches Ergebnis“ sieht Dirk Bisanz, wenn er sich die Zweitstimmen der AfD im Landkreis Kaiserslautern betrachtet. „Wir haben von der schlechten Arbeit der Ampelkoalition profitiert“, vermutet der AfD-Kreisvorsitzende. „Die Menschen sind unzufrieden. Wenn es so weiterläuft, wird sich das bei den Landtagswahlen 2026 bestätigen.“ Neben dem Ampel-Frust der Bürger sowie dem „guten, präsenten Wahlkampf“ der AfD sei sicher auch die ländliche Struktur ein Grund für den blauen Erfolg, meint Bisanz. „In der Region fühlen sich viele ein bisschen abgehängt“, sagt er.

„Es freut mich, dass Matthias Mieves den Wahlkreis Kaiserslautern für uns verteidigen konnte“, kommentierte SPD-Kreisvorsitzender Dennis Matheis den Wahlausgang. Doch dass die AfD den Wahlkreis mit ihrer Zweitstimme gewonnen habe und bis auf wenige Ausnahmen alles blau gefärbt sei, das sei bitter. „Wir müssen ein Konzept erarbeiten und vor Ort wieder bessere Politik machen. Damit die Leute wieder eine demokratische Partei wählen“, sagt Matheis, gefragt nach einem Rezept. Dass die AfD so gut abgeschnitten habe, sehe er auch als eine „Schnauze-voll“-Reaktion der Bürger auf die Ampel-Politik in den letzten Monaten.

So wird es am Sonntag auf sehr vielen Tischen in der Pfalz aussehen: Große Mengen an Stimmzetteln warten darauf, ausgezählt zu w

Wahlen Rheinland-Pfalz 2024: So hat die Pfalz gewählt

Verfolgen Sie live den aktuellen Stand der Auszählungen in unseren interaktiven Karten und Grafiken: Oberbürgermeister, Bürgermeister, Gemeinderäte, Kreis- und Stadträte, Bezirkstag - bei den Wahlen am 9. Juni könnte die Kommunalpolitik in Rheinland-Pfalz umgekrempelt werden. Foto: dpa /Jacob Schröter

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x