Trippstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Waldwunder im Haus der Nachhaltigkeit: Gehäkelter Pfälzerwald zieht Besucher an

Der Wald ist ins Haus der Nachhaltigkeit eingezogen. Die Farne, Pilze und Co. wurden liebevoll mit der Häkelnadel geschaffen.
Der Wald ist ins Haus der Nachhaltigkeit eingezogen. Die Farne, Pilze und Co. wurden liebevoll mit der Häkelnadel geschaffen.

Im Haus der Nachhaltigkeit ist der Pfälzerwald in gehäkelter Form zu sehen – wegen der großen Nachfrage jetzt zum zweiten Mal. Wie die Ausstellung „Waldwunder“ entstanden ist.

Mitten im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz ist ein Wald gewachsen. Dunkelgrüne Tannenbäume, moosüberwucherte Baumstümpfe, Pilze in einer ganzen Palette an Farben sind dort zu entdecken – daneben winzig kleine Blumen, die zwischen züngelnden Farnen hervorlugen.

Eine ganze Kolonie Fliegenpilze wuchert scheinbar ungebremst auf einem üppig grünen Waldteppich. Daneben reckt sich der Teufelstisch, das steinerne Wahrzeichen des Pfälzerwalds, in wollenen Sandsteinschattierungen empor. All das ist mit der Häkelnadel entstanden: die Ausstellung „Waldwunder“, die die Schönheit und Fragilität des Ökosystems in den Fokus rücken möchte.

Wenn Einfallsreichtum auf Können trifft

Drei Besucherinnen im Ausstellungsraum bewundern die Installation und sind begeistert. „Das sieht ja toll aus“, „so richtig echt“ , „die Farben kommen hier so gut raus“, sagen sie. Ein ums andere Mal zücken sie ihre Handykameras, um das filigrane Kunstwerk aus allen Perspektiven festzuhalten. Die drei Besucherinnen haben vermutlich noch selbst als Schulkinder Häkeln gelernt – und zwar nicht nur Luftmaschen, sondern auch andere Varianten der Häkeltechnik, wie feste Maschen, Schlaufen, Mausezähnchen und so vieles mehr.

Heute gibt es das wohl nur noch in YouTube-Tutorials im Internet oder in Büchern zu lernen. Die drei Frauen wissen zu würdigen, wie viel Einfallsreichtum, handwerkliches Können, Liebe zum Detail und Engagement dieses Projekt erfordert hat.

Von Installationen in Los Angeles inspiriert

Das außergewöhnliche Projekt ist inspiriert von Margret und Christine Wertheim in Los Angeles, die 2005 mit dem Aufruf, ein gemeinsames Korallenriff in Häkeltechnik zu erstellen, auf die Gefährdung von Korallenriffen in den Weltmeeren aufmerksam machen wollten. In der Folge entstanden weltweit mehrere gehäkelte Korallenriff-Installationen. Auch Konnie Keller, Künstlerin aus Roßdorf bei Darmstadt, trug dazu bei.

Diese Idee wollte Keller auf das heimische Ökosystem Wald übertragen. Sie startete dazu im Herbst 2023 einen Workshop. Dieser hatte eine riesige Resonanz: Zusammen mit mehr als 100 Teilnehmern entstanden in vielen Treffen mehr als 5000 einzeln gehäkelte Teile.

Ausstellung geht in zweite Runde

Die Schirmherrschaft für das Projekt, das auf Initiative des Vereins Kultur und Kunst Leinsweiler entstand, übernahm Landrat Dietmar Seefeldt vom Kreis Südliche Weinstraße. So wurde im Juni 2024 die erste Installation des Projektes „Waldwunder“ in der Kreisverwaltung in Landau der Öffentlichkeit präsentiert. Und bereits im vergangenen Winter war die Wanderausstellung im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz zu bestaunen.

Simone Kiefer, Leiterin des Hauses der Nachhaltigkeit, erinnert sich an die sehr starke Nachfrage im vergangenen Jahr. „Die Nachfrage ist auch jetzt wieder groß“, freut sie sich. Auch wenn sie schon 20-mal hingeschaut habe, entdecke sie immer wieder etwas Neues. „Das ist eine ganz andere Herangehensweise an das Thema Wald – und ein handwerkliches Kleinod, das auf seine eigene Weise die Vielfalt im Wald widerspiegelt.“

Info

Die Ausstellung „Waldwunder“ ist noch bis zum 13. Februar im Haus der Nachhaltigkeit, Johanniskreuz 1a, Trippstadt, zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.

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