Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Radweg auf die Terrasse am Wasser: Das Blockhaus am Landstuhler Silbersee

Die Tische direkt am See sind am beliebtesten: Pächter und Koch Frank Pilger im Restaurant „Zum Silbersee“.
Die Tische direkt am See sind am beliebtesten: Pächter und Koch Frank Pilger im Restaurant »Zum Silbersee«.

Im Schatten sitzen mit Blick aufs glitzernde Wasser, dabei essen und trinken: Am Silbersee bei Landstuhl können Gäste an heißen Tagen einen echten Schatz finden.

Zu verdanken ist der See der Autobahn 6. Als für deren Bau nämlich roter Sand abgetragen wurde, stieß man auf einige vorher nicht bekannte Quellen, die den Abbau sehr erschwerten. Und als die Pumpen abgestellt wurden, entstand ein veritabler See. Diesem gab der Volksmund den Namen Silbersee – wohl in Anspielung auf Karl Mays „Schatz im Silbersee“. Heute gehört der See dem Angler-Sport-Club Landstuhl. Das urige Blockhaus daneben hat seit 2021 Frank Pilger gepachtet und betreibt darin das Restaurant „Zum Silbersee“.

Gastronomische Erfahrung

Der gelernte Koch stammt aus Vogelbach und kannte den Silbersee schon lange, war mit der vorherigen Pächterin befreundet. Zuvor hatte der 53-Jährige die Alte Propstei auf dem Remigiusberg im Landkreis Kusel und die Weihermühle bei Thaleischweiler-Fröschen betrieben. Am Silbersee bietet er nun eine Karte, die Gäste mit kleinem und großem Hunger ebenso zufriedenstellen soll wie Wanderer, Radfahrer, Vegetarier und Fleischesser.

„Wir gehen mit der Zeit“, beschreibt Pilger sein Konzept. Die Karte fängt an mit „klein und fein“: vom Knoblauchbrot über einen Snack-Korb bis zu Pfälzer Tapas. Flammkuchen fehlen ebenso wenig wie Burger, Schnitzel und Steaks. „Pfännchen sind sehr beliebt“, weiß der Koch, aber auch Pfälzer Gerichte dürften nicht fehlen. Vegetarier wurden ebenso wie Kinder nicht vergessen. „Wenn jemand Allergien hat, kann ich darauf eingehen“, versichert der Küchen-Chef.

Viele Amerikaner unter den Besuchern

Den typischen Gast, den gebe es nicht, meint er. Früher seien mehr ältere Leute am Silbersee eingekehrt, mittlerweile auch viele jüngere Gäste. Weil der asphaltierte Radweg zwischen Kindsbach und Landstuhl – unter anderem Teil der Pfälzer Seentour – direkt am Blockhaus vorbeiführt, kehren häufig Radler und Wanderer ein. Außer Einheimischen kämen auch Gäste von außerhalb, um Wasser und ruhige Natur zu genießen. Das Restaurant ist sehr präsent im Internet. Nicht verwunderlich, dass so nahe an der Airbase Ramstein auch viele Amerikaner unter den Besuchern sind. Die deutsche Küche sei für sie attraktiv, weiß Frank Pilger.

Im Sommer ist natürlich Hauptsaison am Silbersee, doch auch im Winter ist geöffnet, es gibt besondere Angebote. Ein Flugblatt listet beispielsweise Bayrischen Abend, Weihnachts- und Schlemmerfrühstück, Burger- und Rouladentag auf. Zweimal im Jahr wird ein Vier-Gang-Menü bei Kerzenschein angeboten: am Nikolaus- und am Valentinstag. Pilger: „Da wird ein Haus-Aperitif gereicht – und Gerichte, die man nicht vermuten würde in einer Blockhütte.“ Besondere Aktionen gibt es das ganze Jahr über. Jeden Donnerstag ist Schnitzeltag, jeden ersten Freitag im Monat Steaktag. Unbedingt vorbestellen muss, wer am zweiten und vierten Freitag im Monat Grillhähnchen genießen will. Für 48 Personen landen Hähnchen auf dem Grill, dazu gibt es Pommes oder „Bännjer Salat“. Hinter dem Namen verbirgt sich Endivien-Kartoffelsalat mit einem Sahnedressing und reichlich Knoblauch, wie Pilger verrät.

Sonntags ohne Reservierung meist schwierig

In der Gaststätte „Zum Silbersee“ steht der Chef immer selbst am Herd, ihm steht ein Beikoch zur Seite. Warme Küche wird durchgehend angeboten. Fünf Leute – darunter zwei Aushilfen – sind hier beschäftigt. Frank Pilger beklagt wie viele andere Gastronomen, dass es seit Corona sehr schwierig geworden sei, Personal zu finden.

Auf der Terrasse des Blockhauses finden 60 Personen unter großen Sonnenschirmen Platz. „Die Plätze direkt am Wasser sind besonders beliebt“, weiß der Pächter. Drinnen gibt es noch einmal so viele Sitzplätze. An Sonntagen sei es oft drinnen und draußen voll. Ohne Reservierung einen Platz zu finden, sei dann schwierig, deswegen sei es besser, vorher anzurufen, rät Pilger. Doch auch Wandergruppen und Reisebusse werden hier bewirtet.

Produkte aus der Region

„Ich probiere gerne etwas Neues aus und freue mich, wenn die Leute das annehmen“, erläutert der Chef. Beim Einkauf achtet Frank Pilger auf Fleisch und andere Produkte aus der Region: „Es ist ein Geben und Nehmen“, ist er überzeugt. Und er versichert: „Ich gebe kein Gericht heraus, das ich nicht selbst essen würde.“

Auf der Getränkekarte stehen außer verschiedenen Sorten Bier ausschließlich Pfälzer Weine. Bei den nichtalkoholischen Getränken fällt hausgemachte Erdbeer-Zitronenlimonade auf, die „mehr als gut“ angenommen werde. Hinzukommen werde noch eine Limonade mit Kirschgeschmack, verrät Pilger. Auch hier lautet sein Motto: ausprobieren, was den Gästen schmeckt.

Einfach baden und angeln ist nicht möglich

Wer draußen auf der Terrasse Platz nimmt, genießt nicht nur den Blick auf den Silbersee, sondern auch das gepflegte Ambiente. Die Fenster des dunklen Holzhauses schmücken rote Geranien. Um diese und die anderen Pflanzen kümmern sich Pilger und seine Mitarbeiter selbst. „Ein Biergarten ohne Grün ist nichts“, sagt er. Und verrät, dass er trotz zweier Ruhetage pro Woche im Sommer keinen freien Tag habe, weil immer etwas am Anwesen zu tun oder vorzubereiten sei.

Baden oder einfach mal angeln im Silbersee kann man übrigens nicht: Angelscheine vergibt nur der Angler-Sport-Club Landstuhl. Und mit dem Auto zu erreichen ist der Silbersee nur von Landstuhl aus: Der Weg von Kindsbach her ist gesperrt und nur Radfahrern und Fußgängern erlaubt.

Steckbrief

Zum Silbersee, Am Sandweiher 5, 66849 Landstuhl
Öffnungszeiten: mittwochs bis samstags von 11.30 bis 21 Uhr; Küche durchgehend bis 20 Uhr. Sonntags ebenfalls ab 11.30 Uhr geöffnet, Küche nur bis 18 Uhr. Montags und dienstags Ruhetag.
Preise (Auswahl): Wasser (0,25 Liter) 2,70 Euro, Pils (0,4 Liter) 4,60 Euro, Aperol Spritz 6,90 Euro

Die Serie

Die Sonne strahlt aus klarem Blau, Watte-Wölkchen ziehen vorüber. Weißblauen Himmel gibt es nicht nur in Bayern, sondern auch in der Pfalz – genauso wie stimmungsvolle Biergärten und Freisitze. Welcher ist der schönste in Stadt und Landkreis Kaiserslautern? Die RHEINPFALZ sieht sich um – bei bekannten Adressen und Geheimtipps. Weitere Teile unserer Serie finden Sie hier.

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