Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Scharfe Kritik an CDU-Ratsmitglied Gengnagel

Bereits seit zehn Jahren organisiert Stephan Gengnagel das Benefizkonzert anlässlich der Kuckuckskerwe in Enkenbach. Jetzt steht
Bereits seit zehn Jahren organisiert Stephan Gengnagel das Benefizkonzert anlässlich der Kuckuckskerwe in Enkenbach. Jetzt steht das CDU-Ratsmitglied wegen der geplanten Verteilung der Erlöse in der Kritik.

Die Organisatoren des Benefizkonzertes von „Fused“, Johannes Kronenberger und Stephan Gengnagel, haben mit ihren Äußerungen im Ortsteil Alsenborn einen Nerv getroffen. Im RHEINPFALZ-Interview hatten sich die beiden für die Unterstützung von Enkenbacher Einrichtungen ausgesprochen, Alsenborner hingegen kategorisch ausgeschlossen. Besonders weil Stephan Gengnagel in seiner zweiten Amtszeit für die CDU im Gemeinderat sitzt, rief die Äußerung in Alsenborn großes Unverständnis hervor.

Die Leiterin des Alsenborner Kindergartens, Anna-Maria von Lauppert, betont, sie spreche auch für die Eltern, wenn sie sagt: „Wir haben uns all die Jahre bereits gedacht, dass wir in Alsenborn außen vor gehalten werden. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß.“ Die Verärgerung ist ihr deutlich anzumerken. „Das ist bitter, vor allem, weil es Kinder betrifft!“ Ihre Schwester, die Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt (CDU), habe ihr am Telefon gesagt, „sie schäme sich, dass ein CDU-Mann eine solche Äußerung tut“. Von Lauppert macht deutlich: „Die Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn ist Trägerin der Kita in Alsenborn und vom Haus Regenbogen in Enkenbach.“ In Richtung Gengnagel fügt sie an: „Und dann sagt ein Ratsmitglied: Ich unterstütze nur Kinder in dem einen Ortsteil und lasse die anderen hinten runterfallen?!“

Heß-Schmidt: „Ich war entsetzt!“

Die Alsenbornerin Heß-Schmidt bestätigt: „Ich war entsetzt, dass ein CDU-Mensch solche Worte in den Mund nimmt!“ Das Benefizkonzert sei losgelöst vom normalen Kerwegeschehen. „Kann man da nicht sagen, wir machen das zusammen und lassen Einrichtungen in beiden Ortsteilen etwas zukommen?“ Das Ganze ist ihrer Meinung nach „abstrus“. Sie habe auch Alexander Roth, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion, geschrieben, dass ein Gemeinderatsmitglied einen Ortsteil nicht so ausgrenzen dürfe. Zumal es in Alsenborn gar keine Örtlichkeit für eine vergleichbare Veranstaltung wie in Enkenbach gebe.

Wenzel: Gengnagels Vorgehen ist kein Einzelfall

Ortsbürgermeister Jürgen Wenzel (CDU) versucht, die Wogen zu glätten: Es gebe auch andere Beispiele, bei denen Einnahmen nur Einrichtungen aus einem Ortsteil zukämen. Wie das „Singen und Spielen zur Weihnacht“ mit den Enkenbacher Chorgemeinschaften und der katholischen Vereinskapelle auf dem Konrad-Adenauer-Platz vor dem Enkenbacher Rathaus. „Auch da profitieren nur die beiden Altenheime und die beiden Kindergärten aus Enkenbach, weil das eine uralte Tradition ist.“ Als weiteres Beispiel führt der Enkenbacher Wenzel die Straußjugend der Alsenborner Kerwe ins Feld. „Das Geld, das sie sammeln, hat schon immer der Kindergarten Alsenborn bekommen und noch nie ein Kindergarten in Enkenbach.“

Zu Gengnagels Äußerungen meint Wenzel jedoch: „Ich hätte das so nicht gesagt. Man sollte die Gelder möglichst sinnvoll verteilen und nicht nach Ortsteilen.“ Dass Gengnagel als Ratsmitglied besondere Vorsicht walten lassen müsse, relativiert Wenzel. „Er war ja nicht als solcher tätig, sondern er organisiert das Benefizkonzert bereits seit zehn Jahren. Als Organisator kann er letztlich darüber entscheiden, wie die Gelder verwendet werden. Ich werde ihn aber darauf ansprechen. Als ich seine Aussage in der RHEINPFALZ las, dachte ich mir bereits, dass es Widerstand geben wird.“

Die Konzert-Organisatoren stehen zu ihrer Entscheidung

Johannes Kronenberger von „Fused“ steht nach Rücksprache mit Stephan Gengnagel zu den Plänen, nur Enkenbacher Einrichtungen mit den Einnahmen des Benefizkonzertes zu unterstützen. Kronenberger korrigiert die Zahl der Sponsoren: Es seien lediglich 50 und keine 250 Firmen. 80 Prozent davon kämen aus Enkenbach, der Rest aus Kaiserslautern. Alsenborner Firmen hätten sich alle zurückgezogen. „Wir haben angefragt, aber dieses Jahr gar kein Feedback erhalten“, so Kronenberger. „Irgendwo muss man eine Grenze setzen. In Alsenborn gibt es auch eine Kerwe und die Möglichkeit, etwas Vergleichbares aufzuziehen.“

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