Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Online-Petition für abgeschobene Schülerin Zhasmin gestartet

Ein Zeichen der Solidarität: Im Oktober hatten Mitschüler auf dem Schulhof Zhasmins Namen nachgebildet.
Ein Zeichen der Solidarität: Im Oktober hatten Mitschüler auf dem Schulhof Zhasmins Namen nachgebildet. Foto: VIEW

„Zhasmin und ihre Geschwister sollen wieder zurück nach Deutschland“: Unter dieser Überschrift hat die Schülervertretung des Ramstein-Miesenbacher Reichswald-Gymnasiums eine Online-Petition für die Achtklässerin initiiert. Über 600 Unterstützer haben sich seit Freitag auf der Plattform „Open Petition“ eingetragen.

Die 14-Jährige und ihre beiden jüngeren Geschwister, ihre Mutter und die Großmutter wurden Ende September nach Russland abgeschoben. Ihre Mitschüler, Freunde und Unterstützer wollen sich damit aber nicht einfach abfinden. Schon am Tag der Abschiebung gab es eine Schülerdemo in der Kreisverwaltung, im Oktober bildeten Reichswald-Gymnasiasten den Namen ihrer Kameradin auf dem Schulhof nach. Die Petition ist nun die nächste Aktion: „Wir erhoffen uns, dass dadurch aktiv nach einer Lösung im politischen Rahmen gesucht wird, die Zhasmin und ihre Geschwister nach Deutschland zurückbringt“, sagt Schülersprecher Erik Meier. Ziel sei es, dass sich der Petitionsausschuss des Landtages damit befasse. Nach wie vor werde die 14-Jährige von ihren Mitschülern vermisst. „Wir sind traurig“, schildert Schülersprecherin Paula Schording und fordert möglichst viele dazu auf, die Petition zu unterstützen.

Bis 31. Dezember läuft die Zeichnungsfrist

Ein „Quorum“ von 12.000 notwendigen Unterstützern hat die Internet-Plattform vorgegeben, damit „Open Petition“ das Anliegen weiterträgt. Bis 31. Dezember läuft nun laut Verbindungslehrer Jochen Meier die Zeichnungsfrist, der darauf verweist, dass ein ähnlicher Fall in Duisburg von Erfolg gekrönt war. Dabei drehte es sich um ein Mädchen, das nach Nepal abgeschoben wurde. Die Familie konnte inzwischen wieder nach Deutschland zurückkehren.

Ihre Mitschüler halten weiterhin Kontakt mit Zhasmin, die sich immer wieder nach dem Stand der Dinge erkundige. Man merke, dass sie überfordert und frustriert von der ganzen Situation sei, findet Erik Meier. Darüber, dass ihre Kameraden ihren Namen nachgebildet hätten, habe sie sich sehr gefreut. „Sie hat sich mehrmals bedankt bei uns.“

Die Familie versucht derweil, in Russland Fuß zu fassen

In Russland versuchen Zhasmin und ihre Familie unterdessen, Fuß zu fassen, wie Eddy Vereecke berichtet. Der Vorsitzende des Rats der katholischen Pfarrei Heiliger Wendelinus Ramstein kümmert sich gemeinsam mit Michael Strake seit Sommer um die Familie. Eine vorläufige Wohnung habe diese nunmehr für sich gefunden, die sie sich allerdings eigentlich gar nicht leisten könne. Der Vater, der bislang noch in der Westpfalz war und sich offenbar bis vor Kurzem in einer psychiatrischen Klinik behandeln ließ, folgt nun nach Angaben Vereeckes am Mittwoch seiner Familie nach, reise nach Russland aus. Für den Vorsitzenden des Pfarreirates und andere Unterstützer steht nun die Räumung der Wohnung in Deutschland an. Die persönlichen Dinge werden dann erst einmal bei Vereecke eingelagert, wie es schon bei den Sachen der Großmutter der Fall ist. Bis eben klar sei, wie es weitergehe.

Info

Die Petition ist zu finden über openpetition.de/Zhasmin.

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