Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Behörde kündigt Überprüfung der Biogasanlage an

Wird überprüft: Mitarbeiter der SGD Süd wollen die Biogasanlage im Ramsteiner Industriegebiet Westrich genau unter die Lupe nehm
Wird überprüft: Mitarbeiter der SGD Süd wollen die Biogasanlage im Ramsteiner Industriegebiet Westrich genau unter die Lupe nehmen. Archivfoto: VIEW

Mitarbeiter der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd haben angekündigt, die Biogasanlage in Ramstein-Miesenbach eingehend zu überprüfen. Sie wollen ermitteln, woher der Gestank kommt, über den die Bürger sich immer wieder beklagen.

Erneut hat es laut Ramstein-Miesenbachs Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) Beschwerden über üblen Gestank gegeben, der von der Biogasanlage aus dem Ramsteiner Industriegebiet kommen soll. Nachdem der üble Geruch zuletzt Mitte Dezember die Bürger auf die Barrikaden gebracht hat, wurde inzwischen ein gemeinsamer Termin am Freitag, 17. Januar, mit dem Betreiber der Biogasanlage Abo Kraft und Wärme, Stadtratsmitgliedern und Vertretern der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) vereinbart. Dabei soll über mögliche Ursachen und Maßnahmen gesprochen werden.

Unabhängig von diesem Treffen will die SGD Süd die Anlage noch einmal untersuchen. Dies bestätigte die Neustadter Behörde auf Anfrage der RHEINPFALZ. Einen konkreten Termin nannten die Mitarbeiter allerdings nicht. Nachdem der CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Klein in einer Kleinen Anfrage auf die Geruchsproblematik hingewiesen hatte, hatte die Landesregierung im Dezember mitgeteilt, dass die SGD Süd im Januar eine „umfassende Inspektion“ durchführen werde. In der Vergangenheit hatte Bürgermeister Hechler die Behörde mehrfach energisch aufgefordert, sich der Probleme anzunehmen: „Sorgen Sie als Genehmigungsbehörde für eine echte Überprüfung“, hatte er der SGD Süd in einer Mail im Dezember geschrieben.

„Am Silvestermorgen hat es bestialisch gestunken“

„Konkret am 23. und 27. Dezember, am Silvestermorgen sowie am 4. und 5. Januar hat es hier wieder bestialisch gestunken“, berichtet Hechler. Die Probleme hätten mit der Erweiterung der Anlage im Jahr 2017 angefangen, allerdings habe es vorher auch schon immer mal wieder Beschwerden gegeben. Nach 2018 habe sich die Situation dann wieder verbessert, aber jetzt gehe es schon wieder los, schildert Hechler ein Auf und Ab bei der Geruchsbelästigung. „Wegen des Gestanks haben wir zwei Flächen im Industriegebiet nicht verkaufen können. Firmen mit Publikumsverkehr möchten nicht mehr dort hin“, so der Bürgermeister.

Er vermutet, dass im aktuellen Fall Teile der Biomasse aus der Anlage in das Regenrückhaltebecken gelangt seien, das sich auf dem Gelände der Abo Wind AG befindet. Dies könnte für den fauligen Geruch verantwortlich sein. Im Januar 2018 sei das schon einmal passiert. Damals sei aufgefallen, dass aus der Anlage stammende Biomasse im Ramsteiner Kanalwerk auftauchte. Dies sei damals auch dem Wasserwirtschaftsamt der Kreisverwaltung angezeigt worden, sagt Bürgermeister Hechler. Neben der Biogasanlage der Abo Kraft und Wärme gebe es in den Verbandsgemeinden Ramstein-Miesenbach und Bruchmühlbach-Miesau noch weitere Anlagen anderer Betreiber, etwa eine auf dem Breuntalerhof in Ramstein und eine in Lambsborn. „Dort gibt es keine Probleme mit Gestank“, sagt Hechler.

Wer der Verursacher des üblen Gestanks ist, steht für die SGD Süd allerdings noch nicht fest: „Wir verweisen darauf, dass die uns vorliegenden Geruchsmeldungen aus der Verbandsgemeindeverwaltung Ramstein-Miesenbach bisher in keinem Fall zweifelsfrei der Anlage der Abo Kraft und Wärme zugeschrieben werden konnte“, teilt die Behörde auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Mitarbeiter hätten die Anlage zuletzt am 20. Februar 2018 sowie am 23. November 2018 überprüft. „Bei beiden Vor-Ort-Terminen gab es weder geruchliche noch sonstige relevante Feststellungen“, schreibt die Behörde. Auch dass der Gestank vom Regenrückhaltebecken kommen könnte, bestätigt die SGD nicht: „Starke Geruchsentwicklung aus dem Rückhaltebecken wird aus fachlicher Sicht ausgeschlossen.“

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