Airbase
Ramstein liefert Mahlzeiten für evakuierte Menschen aus Afghanistan
Eintausend Portionen Gemüselasagne wurden laut VG-Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) am Freitagabend, als die ersten Militär-Flugzeuge mit Amerikanern und schutzsuchenden Familien aus Afghanistan landeten, zur Air Base gebracht. Am Samstag dann noch einmal 1000 Portionen Kartoffelgratin mit Gemüse und am Sonntag insgesamt 2000 Portionen Gemüsesuppe mit Linsen. Alles vegetarische Gerichte, um kulturelle und religiöse Belange der Menschen zu berücksichtigen, so Hechler.
Die Air Base habe bereits am Donnerstag angefragt, ob sie grundsätzlich in der Lage seien, rund 1000 Essen gleichzeitig zu liefern, erzählt Burgel Stein, eine der beiden Geschäftsführer des CCR, wie es zu dem ungewöhnlichen Auftrag kam. Zu diesem Zeitpunkt waren im Kreis Kaiserslautern erste Gerüchte im Umlauf, dass es Evakuierungsflüge von Kabul nach Ramstein geben könnte, offiziell bestätigt war dies aber noch nicht. Das erfolgte dann am Freitagabend, als kurz nach 20 Uhr zwei US-amerikanische und eine britische Militärmaschine mit Schutzsuchenden gelandet war. Insgesamt waren nach Angaben der Air Base bis Sonntagnachmittag ungefähr 5000 Evakuierte mit 30 Maschinen angekommen.
Acht bis zehn Personen im CCR in der Küche und beim Transport beteiligt
Nachdem sie die Anfrage der Amerikaner bejaht hatten, habe die Air Base dann am Freitag die ersten Essen bestellt, schildert Stein, die das CCR zusammen mit Andreas Guhmann leitet. So viele Portionen auf einen Schlag zuzubereiten, sei für das CCR eigentlich kein Problem. „Bei großen Veranstaltungen bewirten wir auch so um die 600 Personen an einem Abend“, sagt Stein. Wie bei allen Gastronomiebetrieben sei es wegen des eingeschränkten Coronabetriebs derzeit schwierig, Personal zu bekommen. „Doch alle sind gekommen und alles klappt“, freut sich die Geschäftsführerin. Um eine größere Anzahl an Portionen zubereiten zu können, habe man weitere Konvektomaten dazu gemietet. Gut acht bis zehn Personen seien jetzt im Team von CCR-Küchenchef Dennis Stromberger in der Küche und als Fahrer an der ganzen Aktion beteiligt.
Komplizierter als die Essenszubereitung war laut Stein der Transport der Mahlzeiten. Diese würden zu je 15 Portionen auf Blechen in speziellen Warmhalteboxen auf die Air Base gebracht, dabei unterstütze sie die Freiwillige Feuerwehr der VG Ramstein-Miesenbach mit einem Fahrzeug. Zwei Fahrten pro Mahlzeitenlieferung seien nötig. Auf der Air Base werde das Essen dann auf Teller portioniert.
Helfer stehen vor logistischen Herausforderungen
Weil er als Bürgermeister einen Gate-Pass, eine Zugangsberechtigung zum Flugplatz hat, habe er die Lieferungen am Freitag und Samstag selbst begleitet, schildert Hechler die logistischen Herausforderungen, vor denen die Helfer stehen. Wie sein erster Eindruck von der Situation auf der Air Base ist, wo Tausende von Menschen derzeit gleichzeitig versorgt werden müssen: „Die Soldaten dort sind gegenüber den Ankömmlingen sehr hilfsbereit, aber einiges muss sich organisatorisch noch einspielen“, sagt der Bürgermeister. Seiner Erfahrung nach nähmen die Amerikaner Hilfsangebote der umliegenden Verbandsgemeinden dankend an. Wie diese konkret aussehen könnten, werde er in einem Gespräch am Montagmorgen mit Verantwortlichen auf der Air Base erfahren. „Wir können zum Beispiel Übernachtungsmöglichkeiten für die Flugcrews anbieten und über weitere Möglichkeiten der Versorgung reden“, spricht Hechler verschiedene Möglichkeiten an. Entgegen ursprünglicher Informationen ist das Technische Hilfswerk nicht in die Versorgung der Evakuierten eingebunden, da dieses laut Hechler noch im Ahrtal sei.
Auch CCR-Geschäftsführerin Stein hat noch keine genauen Infos, wie es in dieser Woche weitergeht. „Die Essen sind jetzt erstmal bis Montag bestellt, dann sehen wir weiter.“