Frankenstein
Provisorische Feuerwache: Erdnägel oder Fundament?
Anfang März brannte die alte Feuerwache in Frankenstein aufgrund eines technischen Defekts vollkommen aus. Fahrzeuge und ein Teil der Ausstattung wurden zerstört. Das Material sei mittlerweile „in enger Absprache mit der Versicherung“ wieder beschafft worden, wie die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Enkenbach-Alsenborn, Silke Brunck, mitteilt. Ein Fahrzeug konnte laut Brunck von der VG Annweiler für 7500 Euro gekauft werden, ein weiteres komme von der VG Lambrecht.
Was allerdings noch aussteht ist der Bau einer Interimsfeuerwache. Ein Grundstück dafür wurde im Diemersteiner Tal bereitgestellt. Darauf soll eine Leichtbauhalle mit 125 Quadratmetern Nutzfläche errichtet werden. Um diesen sogenannten „fliegenden Bau“ am Boden zu befestigen, würden üblicherweise Erdnägel verwendet, sagt die Bürgermeisterin. Genau um die aber geht es nun. Sie seien nämlich eigentlich nur für drei Monate als Befestigungsmaterial zugelassen, bestätigt der Bauamtsleiter der VG, René Schaal. „Unser Bau wird aber voraussichtlich deutlich länger stehen.“ Nach jetzigem Planungsstand könnte es rund drei Jahre dauern, bis das neue dauerhafte Domizil in der Bad Dürkheimer Straße von Frankenstein gebaut ist.
Wie Heringe bei einem Zelt
Die Verankerung der Halle mithilfe der Erdnägel müsse man sich wie bei einem Zelt vorstellen, sagt Schaal weiter. Es bestehe die Gefahr, dass sie sich, wie Zeltheringe, nach einer gewissen Zeit im Boden lockern könnten – vor allem, weil die Interimsfeuerwache auch über Winter stehen bleibe. Sei das der Fall würde das gesamte Gebäude instabil.
Ob die Erdnägel trotzdem zugelassen werden können, das werde derzeit mit einem Prüfstatiker diskutiert. Sein Okay dafür könnte der Prüfer zum Beispiel dann geben, wenn einmal im Viertel- oder Halbjahr ein Zugversuch gemacht würde, beschreibt Schaal ein denkbares Szenario. Werde das abgelehnt, müsste wohl ein Streifenfundament errichtet werden, auf dem die Halle dann fest verdübelt werden könnte. Das Fundament herzustellen, wäre zwar ein etwas größerer Aufwand. Zeitlich, schätzt Schaal, sollte das aber kaum eine Rolle spielen. Den Graben, in den der Beton gegossen werden müsste, könnte die Firma ausheben, die schon jetzt den Bauplatz einebnet. Und auch alles weitere werde bereits parallel zur Prüfung vorbereitet, etwa die Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser.
Sobald der Statiker seine Einschätzung abgebe, werde der schon in Arbeit befindliche Bauantrag fertiggestellt und bei der Kreisverwaltung eingereicht. Schaal rechnet damit, dass es danach schnell gehen könnte: zwei bis drei Monate später sollte die Halle stehen.