Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Planungsvariante: Wie das Azur künftig aussehen könnte

Die neuen, abgespeckten Pläne für das Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach sehen dort, wo jetzt die Umkleideräume sind, einen
Die neuen, abgespeckten Pläne für das Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach sehen dort, wo jetzt die Umkleideräume sind, einen Neubau vor, der bis zum gepflasterten Gehweg (vorne im Bild) reichen wird.

Wie geht es mit dem Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach weiter? Die Verbandsgemeinde ist seit Jahren mit dem Land wegen Fördergeldern für die Sanierung im Austausch. Jetzt will sie mit neuen, kostengünstigeren Plänen nach Mainz fahren. Wie diese aussehen könnten, zeigt VG-Bürgermeister Ralf Hechler bei einem Rundgang durchs Freibad.

Ein Spaßbad im klassischen Sinn mit Hallenbad und Freibadanteil wird es nicht mehr geben. Aber ein gutes Sportbad mit einem Freizeitbereich für Kinder und Jugendliche: So beschreibt Ralf Hechler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach (CDU), die neue Planungsversion. Fix ist noch nichts: Die Planung muss noch vom Verbandsgemeinderat beraten und beschlossen werden. Sie ist im Gegensatz zur Ursprungsplanung deutlich abgespeckt und günstiger.

Abriss und Neubau

Auf rund 20 Millionen Euro hatte sich die Planungsvariante, die der VG-Rat 2019 beraten hatte, belaufen. Dabei wäre das Hallenbadgebäude erhalten geblieben. Es wäre entkernt und energetisch auf den neuesten Stand gebracht worden. Davon sind Planer und Verbandsgemeinde inzwischen ganz abgerückt. Jetzt soll es einen Neubau geben. Er entsteht auf dem Freibadgelände, wo bisher die Außenumkleide ist. Dieses Gebäude werde abgerissen und an seiner Stelle eine Schwimmhalle mit fünf 50-Meter-Bahnen gebaut, erläutert Hechler. Dazu werde es einen Kinderspielbereich, ähnlich dem im jetzigen Hallenbad, geben. Eine große Gastronomie ist dagegen nicht mehr vorgesehen. Ein kleiner Kiosk mit Sitzmöglichkeiten sei aber geplant, umreißt Hechler die künftigen Verpflegungsmöglichkeiten.

Auch eine Sauna wird es nicht mehr geben. Dass diese sehr vermisst wird, glaubt der Bürgermeister eher nicht. Denn die Anzahl der Saunagäste sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen, berichtet er. „In guten Jahren hatten wir 16.000 bis 18.000 Saunagäste im Jahr, zuletzt nur noch 6000.“ Seitdem das Cubo in Landstuhl vor zehn Jahren geöffnet habe, seien die Besucherzahlen zurückgegangen, hat der VG-Chef beobachtet. Daneben vermutet er auch Auswirkungen der Corona-Pandemie: „Viele haben sich damals einen Pool und eine Heimsauna zu Hause hingestellt und nutzen diese jetzt.“

Weiter 50-Meter-Bahnen

Mit den 50-Meter-Bahnen sei das Bad weiterhin wettkampf- und schulsporttauglich, unterstreicht Hechler, wie wichtig es ihm ist, dass das Bad an diesem Standort, direkt neben dem Schulzentrum in Ramstein, erhalten bleibt. Vorgesehen ist, dass der Boden der Schwimmhalle auf unterschiedliche Höhenniveaus gebracht werden kann, um auch Kurse wie Wassergymnastik oder Aquajogging zu ermöglichen. „Die Schulen, die DLRG, Feuerwehr, Bundeswehr und das Ökumenische Gemeinschaftswerk kommen zu uns“, betont Hechler, wie groß die Nachfrage nach Wasserfläche ist.

Auch einen Sprungturm sieht die neue Planung für die Schwimmhalle vor. Um flexibel sein zu können, was das Wetter angeht, ist ein Cabriodach geplant, das per Knopfdruck in wenigen Minuten auf und zu gemacht werden kann. „Auch die Seitenteile werden zu öffnen sein“, verspricht der VG-Chef Freibad-Feeling bei gutem Wetter.

Doch was passiert mit dem alten Hallenbadgebäude des Azur? Das werde abgerissen und zurückgebaut. Ebenso wie das Wasserbecken mit der Rutsche im Freibadbereich, erklärt Ralf Hechler. Die türkisfarbene Bahn ist laut Hechler übrigens das älteste Teil im Bad. Sie stammt aus dem Jahr 1986 und ist seit einiger Zeit gesperrt, weil der Kunststoff porös geworden ist.

Nahtloser Übergang geplant

Mit den Abrissarbeiten wird allerdings erst begonnen, wenn die neue Schwimmhalle fertig ist. „Wir wollen einen nahtlosen Übergang und keine Schließzeiten“, betont der VG-Chef, dass er damit auch den Badmitarbeitern Planungssicherheit für ihre Jobs bieten wolle. „Uns sind schon Mitarbeiter abgeworben worden. Der Druck, Fachkräfte zu halten, ist da.“ Einiges im Freibad wird aber auch bleiben: Der Spielplatz wird erneuert. Und auch den Sprungturm mit dem Springerbecken zu erhalten, ist laut Hechler „ein großer Wunsch“.

Seit fünf Jahren ist die Verbandsgemeinde mit dem Land wegen Fördergeldern zur Sanierung des Bads im Austausch, hat aber auch Förderung durch Programme des Bundes beantragt. Im August hatte sich Innenminister Michael Ebling (SPD) vor Ort selbst ein Bild von dem maroden Bad gemacht. Nach 32 Jahren Dauerbetrieb ist das Azur technisch und energetisch am Ende. „Ich kann den Mitarbeitern nur mein Lob aussprechen, dass sie das Bad unter den widrigen Umständen so gut in Schuss gehalten haben“, sagt Hechler. So hätten Rohre und Kessel oft nicht ausgetauscht werden können, sondern vor Ort geschweißt werden müssen, gibt er ein Beispiel, wie schwierig die Instandhaltungsarbeiten in den „Katakomben“ des Bads mitunter sind.

Durch Sperrung viel Geld gespart

Das Wasserbecken im Freibad ist undicht und musste diesen Sommer wegen eines Wasserverlusts von fast 80.000 Litern pro Tag geschlossen bleiben. „Die Sperrung hat uns in dieser Freibadsaison eine viertel Million Euro gespart. Da sieht man, was es kostet, das Hallenbad und das Freibad gleichzeitig zu betreiben. Aufsicht, Instandhaltung, Sanitäranlagen drinnen und draußen – alles ist ja während dieser 14 Wochen im Sommer doppelt“, verdeutlicht Hechler. Dass sich alles so lange hinzieht, das schmerze ihn am meisten bei der ganzen Sanierungsplanung. Doch jetzt soll diese wieder Fahrt aufnehmen. Sie wird im Verbandsgemeinderat nach den Herbstferien beraten. Danach will die VG-Spitze sie in Mainz vorstellen, um Fördergelder zu generieren.

Die Technik im Azur ist trotz guter Pflege marode. VG-Bürgermeister Ralf Hechler zeigt die rostigen Rohre.
Die Technik im Azur ist trotz guter Pflege marode. VG-Bürgermeister Ralf Hechler zeigt die rostigen Rohre.
Hechler hofft, im Freibad das Sprungbecken (hinten im Bild) erhalten zu können. Das L-förmige Freibadbecken (vorne) wird zurück
Hechler hofft, im Freibad das Sprungbecken (hinten im Bild) erhalten zu können. Das L-förmige Freibadbecken (vorne) wird zurück gebaut.
Das Hallenbadgebäude des Azur soll nach den neuesten Sanierungsplänen abgerissen werden.
Das Hallenbadgebäude des Azur soll nach den neuesten Sanierungsplänen abgerissen werden.
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