Reichenbach-Steegen
Nach verheerendem Brand: Die alleinstehende Bewohnerin hat alles verloren
In dem Wohnhaus der 69-jährigen Frau in der Höhenstraße im Reichenbach-Steegener Ortsteil Fockenberg-Limbach war am späten Donnerstagabend ein Feuer ausgebrochen. Die alleinstehende Seniorin schaffte es aus eigener Kraft rechtzeitig aus dem Haus, erlitt aber eine Rauchgasvergiftung und wurde ins Krankenhaus gebracht. „Dort wird sie noch immer versorgt und weiter untersucht“, gibt Ortsvorsteher Erhard Helfenstein auf RHEINPFALZ-Anfrage Auskunft. Die Brandursache ist nach wie vor unklar, teilt das Polizeipräsidium Westpfalz mit.
Der nächtliche Löscheinsatz in dem rund 380 Meter hoch gelegenen Ortsteil ganz am Rande der Verbandsgemeinde Weilerbach hatte es in sich, berichtet Udo Strasser, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der VG Weilerbach. Sie war am Donnerstag um 21.51 Uhr alarmiert worden und ins mehr als zehn Kilometer entfernte Fockenberg-Limbach im Nordpfälzer Bergland geeilt. „Als wir vor Ort eintrafen, stand das Erdgeschoss bereits in Flammen.“ Die Einsatzkräfte begannen sofort mit den Löscharbeiten. „Doch weil das Haus so hoch gelegen ist, war die Versorgung mit Löschwasser schlecht“, sagt Strasser. „Es gibt zwar weiter unten eine Pumpe, aber die Werke mussten erst den Druck erhöhen.“ Nach kurzer Zeit habe das Feuer „durchgezündet“ und sich auch auf den Dachstuhl ausgebreitet.
Stromleitungen verzögern Löscheinsatz
Da sich dort ein Dachständer mit drei Stromkabeln befand – laut Ortsvorsteher Helfenstein ein Knotenpunkt in der Stromversorgung des Ortsteils – hatte die Wehr ein weiteres Problem: die Gefahr eines Stromschlags für die Einsatzkräfte. „Ich lasse in so einer Situation meine Leute nicht arbeiten. Das ist zu gefährlich, denn die am Gebälk montierten Kabel standen ja unter Saft und konnten abreißen.“ Also wurden die Pfalzwerke verständigt, die den Strom in ganz Fockenberg abstellten. Damit ging freilich auch die Pumpe fürs Löschwasser vom Netz. „Wir hatten aber zwei Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr Ramstein und der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern nachalarmiert. Mit ihrer Hilfe konnte eine ausreichende Löschwasserversorgung sichergestellt werden“, sagt Strasser.
Das Haus war dennoch nicht zu retten und brannte komplett aus. Das Gebäude älteren Baujahrs habe Decken mit Lehmböden, die zusätzlich zum Feuer vom Löschwasser durchweicht worden seien, berichtet der Wehrleiter. Seiner Einschätzung nach ist das Haus „ein Totalschaden“ und nicht mehr bewohnbar. „Schlimm für die ältere Frau, denn neben ihren Besitztümern sind ja auch ihre ganzen Erinnerungsstücke weg“, so Strasser.
Im Ort soll Hilfe organisiert werden
Aber die Menschen in dem nur rund 200 Einwohner zählenden Ortsteil lassen die 69-Jährige nicht im Stich, wie Ortsvorsteher Helfenstein sagt: Bereits am Freitag sei eine Frau aus dem Dorf zu der Seniorin ins Krankenhaus gefahren und habe sie aus ihrem eigenen Bestand mit den nötigsten Kleidern versorgt. „Sie kam ja nur mit dem im Krankenhaus an, was sie auf dem Leib trug, als das Feuer ausbrach.“ Derzeit werde im Dorf überlegt, wie der 69-Jährigen am besten weiter geholfen werden kann. „Am Montag beim Sängernachmittag des Gesangvereins haben wir darüber gesprochen. Die Vereine sind bei uns der Hauptantriebsmotor. Außerdem ist das weitere Vorgehen auch am Dienstagabend Thema im Gemeinderat von Reichenbach-Steegen“, berichtet der Ortsvorsteher. Das bestätigt auch Ortsbürgermeisterin Kathrin Wolf. „Wir sind zwar noch in der Findungsphase“, sagt Erhard Helfenstein. „Aber eines ist klar: Es ist wichtig, jetzt zusammenzurücken.“