Kreis Kaiserslautern Mehr US-Aufgaben in der Region

Das US-Militär schließt, verkleinert oder konzentriert in Europa etliche Standorte (die RHEINPFALZ berichtete gestern auf Seite 1). Von den Veränderungen ist auch Deutschland betroffen, doch Rheinland-Pfalz erfährt einen Zuwachs dadurch. Auch in der Region Kaiserslautern wird es keinen Stellenabbau, sondern einen Anstieg geben.
Mehrere „Effizienzmaßnahmen“ sowie Standortschließungen europaweit hat das US-Verteidigungsministerium bekanntgegeben. Diese sollen in den nächsten acht Jahren umgesetzt werden. Ziel ist eine bessere Einsatzfähigkeit und Kostenreduzierung durch Streichung überflüssiger Infrastruktur, erläutert das Öffentlichkeitsamt der US-Armee Europa in Wiesbaden die Pläne. Zwar gibt es auch in der Region Kaiserslautern Streichungen und damit Abbau von Arbeitsplätzen, doch der Zuwachs wiegt diese Streichung mehr als auf. „Es werden keine Stellen in Stadt und Landkreis Kaiserslautern wegfallen“, fasst Elke Herberger, Pressesprecherin in Wiesbaden, zusammen. Zu- und Abnahmen miteinander verrechnet wird es sowohl bei den Militär- als auch bei den Zivilbeschäftigen deutlich mehr Arbeitsplätze geben. „Insgesamt kommen in Stadt und Kreis 142 Militärs dazu, 387 Stellen für US-Zivilisten, und 426 Stellen für Lokal-Beschäftigte – das sind neben Deutschen auch andere Nationalitäten“, erklärt Herberger. Allerdings seien in der Zahl auch Stellenverschiebungen innerhalb der Region enthalten, wie sieben US-Zivilisten und sechs Lokal-Beschäftigte von Sembach nach Kaiserslautern, schränkt sie ein. Auf dem US-Standort Heuberg in Sembach stehen einige Veränderungen an. Das Schulamt für US-Angehörige, das ähnliche Aufgaben wie ein deutsches Schulamt für die Kinder der Stationierten an deren eigenen Grund-, Mittel- und Oberschulen wahrnimmt, wird sein Bezirksamt von Ansbach in Bayern 2016 nach Sembach verlegen. Auch im Bereich Medien erfährt der Heuberg Zuwachs. Ein regionales Medien-Zentrum in Sembach wird die Aufsicht über vier AFN-Stationen (American Forces Network) in Europa übernehmen. „AFN-Radio ist frei zu empfangen, für den AFN-Fernsehsender ist ein Receiver nötig“, informiert Herberger. Zum Aufgabengebiet gehört auch die militärinterne Berichterstattung. Zudem wird Sembach durch eine teilweise Übernahme der US-Bäckerei und des Vertriebs von Trinkwasser, die bisher vollständig in Grünstadt abgewickelt wurden, mehr Aufgaben erhalten. „Die Bäckerei in Grünstadt wird nicht geschlossen, sondern nur ein Zweig nach Sembach verlegt, um effizienter zu arbeiten“, erläutert die Pressesprecherin. Einziger Abbau im Reformpaket für den Heuberg ist der dortige Lebensmittelmarkt, der in diesem Jahr geschlossen wird, da Einkaufsmöglichkeiten in Ramstein und auf der Vogelweh bestehen. „Mit allen Ab- und Zugängen verzeichnet Sembach insgesamt einen Zuwachs von 32 Militärstellen, 212 US-Zivilisten und 24 Lokal-Beschäftigten.“ In Landstuhl sind Veränderungen für den Kirchberg geplant. Die Abteilung DISA (Defence Information Systems Agency) für Europa zieht von Stuttgart nach Landstuhl auf das Gelände des Heliports. „DISA ist für die Beschaffung von Informationen und die Bereitstellung von Netzen für die militärinterne Kommunikation zuständig“, erläutert Elke Herberger dessen Bedeutung. Ähnlich wie ein Großbetrieb stelle DISA für das US-Militär in Europa ein für alle Mitarbeiter offenes Internet und ein internes Netz, ein Intranet, bereit, ebenso ein eigenes Telefonnetz. „Dafür ziehen 107 US-Militärs, 152 Zivilbeschäftigte und drei Lokal-Beschäftigte von Stuttgart nach Landstuhl“, listet die Wiesbadener US-Sprecherin auf. (gzi)