Enkenbach-Alsenborn
Laster rammt Fußgängerbrücke: Bahnstrecke wieder offen, B48 noch gesperrt
[Aktualisiert am Donnerstag um 18.15 Uhr] Ein Lastkraftwagen hat am Dienstagnachmittag eine Fußgängerbrücke über die B48 in Enkenbach-Alsenborn beschädigt. Seitdem waren die Bundesstraße sowie die Brücke am sogenannten Elefanten-Kreisel laut Polizei gesperrt. Auch der Bahnverkehr auf der Alsenzbahn war bis Donnerstag eingestellt worden.
„Die Brücke liegt wieder auf ihren Lagern“, vermeldete Gerhard Penner, Erster Beigeordneter von Enkenbach-Alsenborn, am Donnerstagnachmittag. Das Einheben der 50 Tonnen und 45 Meter langen Fußgängerbrücke sei mit Hilfe eines zweiten Krans gelungen. Damit kann auch die Eisenbahnstrecke Winnweiler – Kaiserslautern im Verlauf des Abends wieder freigegeben werden. Die DB InfraGO teilte mit, dass der Busnotverkehr allerdings bis zum späten Abend aufrechterhalten werde, auch wenn es am Abend schon zu einzelnen Zugfahrten kommen könne.
Nachdem ein Lastkraftwagen am Dienstag eine Fußgängerbrücke in Enkenbach-Alsenborn so stark beschädigt hatte, dass sie als einsturzgefährdet galt, hatten Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) die Aktion vorbereitet.
Die B48 ist laut Penner für Polizei und Rettungsdienst freigegeben, für alle anderen Verkehrsteilnehmer aber nach wie vor gesperrt. Für Fußgänger werde in den nächsten Tagen ein eigener Überweg, der die B48 quert, mit einer Ampelschaltung eingerichtet. Dafür werde die Strecke halbseitig gesperrt.
Laut Polizei hat der Tieflader, der einen Bagger geladen hatte, am Dienstag gegen 15 Uhr die Brücke gerammt. Der Bagger blieb an der Brücke hängen, die danach nicht mehr passierbar war. Laut Informationen des Technischen Hilfswerks (THW) Kaiserslautern ist das insgesamt 50 Tonnen schwere, 45 Meter lange und vier Meter breite Bauwerk jetzt einsturzgefährdet. Seit dem frühen Mittwochmorgen waren THW-Helfer im Einsatz, um die Brücke mithilfe eines Krans wieder in ihre ursprüngliche Position zu bringen. Diese hatte sich an der Ostseite um ganze 3,50 Meter verschoben, erläuterte der Erste Ortsbeigeordnete. „Zunächst soll einmal die Gefahrenlage gesichert werden“, so die weitere Beigeordnete Britt Weber, die mit Penner vor Ort war. Wenn es gelungen sei, die Brücke, die der Gemeinde gehört, wieder zurückzuschieben, wird sich ein Sachverständiger des THW das Bauwerk ansehen. Ziel ist es laut Penner, den Bahnverkehr wieder zu ermöglichen und den Streckenabschnitt für Fahrzeuge der Polizei und des Rettungsdienstes freigeben zu können. Der Hintergrund: Die vorgeschriebenen Anfahrtszeiten von acht Minuten zu einem Rettungseinsatz sollen eingehalten werden können, so Penner.
Arbeiten zum Stabilisieren der Brücke dauern
Am frühen Mittwochnachmittag steht der Autokran zugbereit – wie es im Fachjargon heißt – vor der Brücke. Kranfahrer Christopher Dräger von der Firma Kran- und Transporte Schuch (Wörth) erklärt, worauf es ankommt: „Die Herausforderung ist, die Brücke so anzuheben, dass sie sich nicht dreht.“ Damit dies möglichst nicht passiert, dafür sorgen die Helfer des THW. Dazu hat Marius Grzembke, Baufachberater des THW aus Neuwied, Kontakt mit dem Ingenieurbüro aufgenommen, das an dem Bau der Stahlbrücke, die 2015 eingeweiht wurde, beteiligt war. „Das Büro konnte uns noch Unterlagen zur Statik und Baupläne liefern“, so der Fachmann. Geplant sei, die Brücke an der Ostseite, zum Edeka/Aldiparkplatz hin, anzuheben. An der Westseite, zum Bahnhof hin, werde die Brücke mit Holzteilen und Kettenzügen stabilisiert. Weil diese Arbeiten von den Helfern in einem Steiger in vier Meter Höhe gemacht werden müssen, seien die Vorbereitungsmaßnahmen zum Anheben aufwendig. Wann es soweit sein wird, kann Grzembke nicht sicher sagen. Auch ein möglicher Abendeinsatz werde derzeit geplant. Am Mittwochabend informiert Beigeordneter Penner schließlich darüber, dass ein weiterer Gutachter zum Schluss gekommen sei, dass noch ein zweiter Kran und vier weitere Traversen benötigt werden, um die Brücke sicher anheben zu können. Somit wird der Einsatz am Mittwochabend abgebrochen. Der zweite Kran wird für Donnerstag um 13 Uhr erwartet. Dann soll es weitergehen.
Radfahrer nach Sturz verletzt
Ein Radfahrer, der gerade auf dem Überweg unterwegs war, kam am Dienstag durch die Erschütterung zu Fall. Er wurde bei dem Sturz leicht verletzt und von Sanitätern medizinisch versorgt. Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Polizei waren vor Ort. Die Verbandsgemeindeverwaltung richtete am Dienstag Umleitungen für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr ein.
