Fischbach / Hochspeyer
Interview: Hans Schneider für Erhalt des Zauberwaldes
Wie genau kennen Sie den Zauberwald und inwiefern schätzen Sie das Figuren-Ensemble dort persönlich?
Vor einigen Jahren bin ich zum ersten Mal mit dem Zauberwald in Berührung gekommen und war sofort fasziniert von dem gemeinwohlorientierten Engagement von Herrn Weilacher. Meine Wertschätzung und mein Respekt vor dessen unermüdlichem Wirken haben sich bis heute nicht verändert. Bis heute ist das Zauberwald-Projekt eine sich täglich verändernde Kunstlandschaft, wobei einzelne Exponate durch die Witterung und sonstige Einflüsse auch zerstört oder verändert werden. Ich selbst unternehme in regelmäßigen Abständen reizvolle Spaziergänge und entdecke immer wieder etwas Neues – abhängig von der Tageszeit, den Jahreszeiten, der Richtung, aus der ich mich nähere, oder meinem eigenen Empfinden. Man muss in den Wald schauen und eine neue Art der Wahrnehmung entwickeln, denn viele Exponate verbinden sich fast unmittelbar mit der Umgebung.
Wie beurteilen Sie das Zauberwald-Projekt und die Initiative ihres Schöpfers Udo Weilacher als Ganzes?
Im Rahmen der Wald- und Erlebnispädagogik werden von Kindergärten und Grundschulen viele Ausflüge in diese Zauberwelt unternommen. Die Kinder werden dabei nicht nur mit einer realen Welt konfrontiert und können erleben, beobachten und experimentieren, sondern dürfen und sollen auch aktiv werden und die Vielfalt durch eigene Werke erweitern. Wie Herr Weilacher immer wieder betont und es sich auch wünscht, weckt der Zauberwald die Lust zu träumen. Die Fantasie wird angeregt und jedes Werk der Kinder ist willkommen.
Wen sehen Sie als Hauptadressaten des Zauberwaldes?
Vor allem den Kindern sollte man den Zauberwald nicht nehmen. Dort können sie abschalten und ihren kreativen Gedanken freien Lauf lassen. Auch für viele Erwachsene trifft dies zu. Es handelt sich hier ja um ein attraktives Naherholungsgebiet, das man auf jeden Fall erhalten sollte. Für den Massentourismus ist der Zauberwald sicherlich nicht ausgelegt und der ist meines Erachtens auch nicht gewollt.
Was möchten Sie den genervten Anwohnern in Fischbach oder der Forstverwaltung in der jetzigen Situation mit auf den Weg geben?
Die Belastung der Anwohner an den Zufahrtsstraßen war in letzter Zeit sehr groß, und es ist wichtig, für Erleichterung zu sorgen. Ich bin mir sicher, wenn sich die Pandemie abschwächt, lässt auch das Interesse an Waldspaziergängen in der Westpfalz stark nach. Die Verantwortlichen haben meiner Meinung nach zu spät reagiert, um die Besucherströme zu lenken. Es gibt nicht nur Parkplätze am Sportplatz in Fischbach, sondern beispielsweise auch viele Stellplätze in der Nähe des Geyersberger Hofes. Warum nutzt der Forst nicht diese einmalige Gelegenheit, um seine Waldjugendspiele oder sonstige Marketingaktivitäten mit dem Zauberwald zu verbinden?
Herrn Weilacher möchte ich darin bestärken, an seinem Projekt weiterzumachen – trotz der Widerstände in den letzten Jahren. Es gibt eine Vielzahl von Menschen, denen der Zauberwald sehr am Herzen liegt und die einen Rückbau mehr als schade finden, mich selbst eingeschlossen. Beispielsweise hat eine in Facebook gegründete Gruppe „Rettet den Zauberwald“ innerhalb von 36 Stunden einen Zuspruch von 600 Mitgliedern, das heißt eine solche Anzahl Unterschriften „pro Zauberwald“ erhalten.
