Sembach RHEINPFALZ Plus Artikel Großer Preis des Mittelstandes: Firma Dreilich erreicht Finale

Landrat Ralf Leßmeister (rechts) überreicht gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und La
Landrat Ralf Leßmeister (rechts) überreicht gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und Landkreis Philip Pongratz (links) die Urkunde zum Erreichen der Juryliste an Gründerin Sabine Dreilich und Geschäftsführer Benjamin Dreilich.

Der Große Preis des Mittelstandes gilt als Oscar in der Branche. Bei der diesjährigen Verleihung zählte auch ein im Gewerbepark Sembach ansässiges Unternehmen zu den Nominierten. In den Räumen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kaiserslautern (WFK) überreichte Landrat Ralf Leßmeister die Urkunde zum Finaleinzug.

Jährlich vergibt die Oskar-Platzelt-Stiftung mit Sitz in Leipzig den Großen Preis des Mittelstandes. In diesem Jahr haben sich aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland 617 Unternehmen für den renommierten und bundesweit ausgerufenen Wirtschaftspreis qualifiziert, 58 von diesen erreichten die nächste Wettbewerbsstufe, die sogenannte Juryliste. Unter ihnen ist die Firma Dreilich aus Sembach. Das auf Edelstahlverarbeitung spezialisierte Unternehmen wurde von der WFK vorgeschlagen. Für Geschäftsführer Benjamin Dreilich war die Preisverleihung am Samstag in Düsseldorf ein besonderes Erlebnis. „Es ist faszinierend, wenn die Preisträger und Finalisten auf die Bühne gerufen werden“, erzählt er. Gerade der Austausch mit den ebenfalls nominierten Unternehmen war für ihn ein willkommener Blick hinter die Kulissen der Konkurrenten.

Neben Wirtschaftsförderungsgesellschaften beteiligten sich auch Ministerien, Verbände und Kammern. Aber auch Privatpersonen durften der Stiftung einen Vorschlag unterbreiten. „Es ist immer ein freudiger Anlass, wenn ein Betrieb aus der Region die Juryliste erreicht“, sagt Philip Pongratz, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und Landkreis.

In fünf Kategorien überzeugen

Um die besagte Liste zu erreichen, müssen die Unternehmen in fünf Kategorien überzeugen. Diese unterteilen sich in harte Kriterien wie Umsatz und Investitionen und weiche, worunter die Bereiche Marketing und soziales Engagement fallen. Auch die Anzahl der Angestellten und Auszubildenden fällt ins Gewicht. „Wir mussten die Daten so aufarbeiten, dass sie sich für die Juroren nicht wie ein unlösbarer Krimi lesen lassen“, schildert der Geschäftsführer der Dreilich Edelstahlverarbeitung, Benjamin Dreilich. Gegründet wurde das Unternehmen 1994 von seiner Mutter Sabine Dreilich, die noch heute fleißig anpackt. Aktuell sind dort 17 Mitarbeiter tätig. Neben Waschrinnen und Arbeitsbecken produziert der mittelständische Betrieb Handtuch- und Seifenspender in verschiedenen Ausführungen – allesamt aus Edelstahl, wie sich versteht.

Das Unternehmen, das mit seiner Produktion zunächst im Raum Alzey sesshaft wurde, zog es mit einem Neubau 2016 schließlich in den Sembacher Gewerbepark. Mehr als eine Million Euro investierte der Edelstahl-Spezialist damals in den Grunderwerb und in das Gebäude. Seitdem verlassen dort hochwertige Sanitärartikel speziell für den öffentlich/gewerblichen Bereich die Halle – unter anderem für den Hotel- und Verwaltungsbau, für Schulen und Justizvollzugsanstalten. Das Unternehmen möchte indes die Produktion zukunftsfest machen. „Wir wollen verstärkt in Richtung der Robotik gehen“, erläutert Benjamin Dreilich. Die autonom arbeitenden Helfer sollen künftig schwere Arbeiten übernehmen, um so die Angestellten zu entlasten.

Dreilich spürt Fachkräftemangel

Denn auch dem Sembacher Betrieb mache der Fachkräftemangel spürbar zu schaffen. „Wir haben gut gefüllte Auftragsbücher, aber auch uns bereitet der Fachkräftemangel zunehmend Probleme“, sagt Sabine Dreilich. Zumindest den Posten des Produktionsleiters konnte das familiengeführte Unternehmen neu besetzten. Dort setzt man nun verstärkt auf die Kompetenz und Erfahrung der älteren Generation. Nur noch fünf Jahre sei der neue Produktionsleiter vom regulären Renteneintritt entfernt. Dies sei zwar mit erheblichen Kosten verbunden, doch es lohne sich. „Unsere jüngeren Angestellten sollen in der Praxis von den Älteren lernen“, so der Gedanke hinter der Entscheidung. Bei der neuen Produktionsform soll es nicht bleiben. „Wir wollen weiter expandieren“, betont Benjamin Dreilich. Dafür soll auf einer bis dato noch unbebauten Fläche ein neues Gebäude entstehen. Wofür dieses letztendlich genutzt wird, stehe allerdings noch nicht fest. „Wir können uns vorstellen, das Gebäude als Lagerhalle selbst zu nutzen oder es zu vermieten“, erklärt Sabine Dreilich. Von den Investitionen zeigt sich das Mutter-Sohn-Gespann jedenfalls überzeugt: „Je mehr Unternehmen sich im Gewerbepark ansiedeln, desto besser ist das für die dort ansässigen Betriebe.“

Ralf Leßmeister sieht darin nicht nur für Sembach einen großen Gewinn. „Wenn es den Unternehmen gut geht und sie investieren können, dann geht es auch dem Landkreis gut“, ist der Landrat fest überzeugt.

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