Erzenhausen
Glasfaser-Ausbau: Ärger zwischen Firmen, Beschwerden über die Qualität der Arbeit
Im Frühjahr sind Bautrupps der Deutschen Glasfaser und der Firma „Mawacon“ bei Arbeiten in der Verbandsgemeinde Weilerbach aneinandergeraten. Nun scheint wieder Ärger in der Luft zu liegen. „Momentan hat sich die Deutsche Glasfaser komplett aus den Bauarbeiten zurückgezogen“, behauptet Dzevad Corhamzic, Sprecher der Mawacon. Seine Firma dagegen sei weiterhin im Einsatz. Eine Sprecherin der Deutschen Glasfaser weist dies energisch zurück. Der Verbandsgemeindeverwaltung sei derzeit nichts von Streitigkeiten zwischen den Firmen bekannt, genauso wenig über den Rückzug der Deutschen Glasfaser. „Die mit der Ausführung beauftragte Firma setzt nach unserem Kenntnisstand ihre Beschäftigten derzeit verstärkt in einer Nachbarverbandsgemeinde ein, um dort Asphaltarbeiten zu erledigen“, teilte Ralf Schwarm (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weilerbach, auf Anfrage mit.
Auch über die Art und Weise, wie die Arbeiten ausgeführt werden, gibt es Unmut. Andreas Schmidt aus Erzenhausen schilderte, dass die im Auftrag der Deutschen Glasfaser tätigen Bautrupps eine breite Spur nicht erledigter Arbeiten hinterlassen hätten. Für ihn und seine Frau ärgerlich seien herumliegende Splitt- und Pflastersteine. Verstörend sei, dass die Arbeiter offene und ungesicherte Verteilerkästen hinterlassen haben. „Derzeit sieht es in Erzenhausen aus, als hätten Bomben eingeschlagen“, teilte der gelernte IT-Techniker in einem Schreiben an DIE RHEINPFALZ mit.
Plötzlich tut sich etwas
Mehrfach hätten seine Frau und er das Ordnungsamt kontaktiert und auf die Lage aufmerksam gemacht. „Alle Straßen waren verschmutzt, Splitthaufen lagen herum, und die Arbeiter haben ihre leeren Flaschen überall hingeworfen“, so Schmidt weiter. Das Amt sei deswegen tätig geworden. Aber die Arbeiter hätten auch die Nacharbeiten nicht wirklich ordentlich durchgeführt. „14 Tage lagen auf dem Bürgersteig Pflastersteine, die nur von einer Seite als Hindernis gekennzeichnet waren“, beschwerte sich Schmidt. „Meine Frau hat diese Gefahrenstelle leider selbst beseitigt.“ Keinen Tag später sei auch das einzige Hinweisschild verschwunden gewesen. Als IT-Techniker habe Schmidt zudem die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, „als ich sah, wie die Arbeiter versuchten, Kabel von außen in einen Verteilerkasten zu legen“. Da es an seinem Gebäude – und auch an anderen Häusern – zu Schäden kam, wolle er zudem wissen, wer dafür aufkomme.
Eine Sprecherin der Deutschen Glasfaser teilte auf RHEINPFALZ-Anfrage mit, dass die Belastungen der Anwohner durch den Glasfaser-Ausbau nachvollziehbar seien. Die endgültige Wiederherstellung der Oberflächen erfolge allerdings erst, wenn die Ausbauarbeiten eines Abschnitts beendet seien. In den kommenden Tagen sei in Erzenhausen dann einiges passiert. Er sehe, „dass sich etwas tut“, sagt Schmidt, dem die Kontaktdaten des zuständigen Bauleiters mitgeteilt wurden. „Auch an den zunächst offenstehenden Schaltkästen wird gearbeitet“, teilt er mit.
VG-Mitarbeiter nimmt Schadensmeldungen auf
„Es gab wirklich viele Beschwerden in letzter Zeit“, erläuterte VG-Bürgermeister Schwarm. Aus allen Ortsgemeinden habe es täglich eine Reihe von Anrufen gegeben, die sich auf liegengebliebene Ausbauarbeiten bezogen hätten. Die VG habe in der Bauabteilung extra einen Mitarbeiter beauftragt, der nur die diesbezüglichen Beschwerden der Bürger aufnehme. Laut Schwarm haben beide Firmen Sperrgenehmigungen bis zum 24. August. Danach seien alle Asphalt- und Pflasterarbeiten ordnungsgemäß herzustellen. „Erst nach der Mängelbeseitigung und Abnahme der Flächen werden weitere Aufbruchgenehmigungen erteilt“, heißt es in der Antwort des Bürgermeisters.