Weilerbach
Harte Bandagen beim Glasfaserausbau: Streitigkeiten zwischen konkurrierenden Firmen
„Wir sind von den Leuten der Deutschen Glasfaser auf den Baustellen übel angegangen worden“, beklagt sich Marco Spitzbarth, Sprecher des Telekommunikationsunternehmens Mawacon aus Eisenberg. Die Deutsche Glasfaser habe nach seinen Worten zwar schon länger als seine Firma einen Kooperationsvertrag mit der Verbandsgemeinde abgeschlossen. Aber es sei eben nichts passiert in Weilerbach. Und als sich seine Firma jetzt darangemacht habe, die Glasfaser-Infrastruktur herzustellen, „sind unsere Leute bedrängt worden“. Er spricht von verbalen Ausfälle, die bis hin zu Gewaltandrohung reichten.
Ralf Schwarm (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, bestätigt, dass Bautrupps der Deutschen Glasfaser und der Firma Mawacon aneinandergeraten seien. Zu Ausmaß und Schärfe der Konflikte wolle er sich nicht äußern. Er betont aber, dass die Verbandsgemeinde sich laufend bemühe, die Konkurrenz beim Ausbau des Glasfasernetzes in geordnete Bahnen zu lenken. Dass Bautrupps in Weilerbach – warum auch immer – aneinandergerieten, damit sei natürlich niemandem gedient. Dass in der Konkurrenz um den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur harte Bandagen angelegt würden, das sei schon klar, sagte der Bürgermeister.
Deutsche Glasfaser startete Ausbau vor Ostern
Es habe ein klärendes Gespräch mit dem Bürgermeister stattgefunden, berichtet der Pressesprecher der Deutschen Glasfaser, Thomas Schommer. Irritationen und Probleme seien offen angesprochen worden. Im Ergebnis bleibe festzuhalten, „dass wir ab morgen den Ausbau in Weilerbach fortsetzen werden“, informierte er am Dienstag nach der Aussprache.
Schommer legt den Werdegang des Ausbaus in Weilerbach durch die Deutsche Glasfaser dar: „Im August 2023 hat die Deutsche Glasfaser nach erfolgreicher Nachfragebündelung entschieden, in Weilerbach eigenwirtschaftlich ein Glasfasernetz zu bauen.“ Nach einer Planungsphase seien Ende Januar die entsprechenden Genehmigungen bei der Verbandsgemeinde beantragt worden. „Alle wurden positiv beschieden, sodass wir vor Ostern mit dem Bau starten konnten.“ Parallel zu den Ausbauarbeiten in den Gehwegen erfolgen nach den Worten Schommers bereits die Anschlussarbeiten für die Haushalte, die einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen haben.
Im Frühjahr habe die Kommune einem Wettbewerber nach dem Telekommunikationsgesetz die gleichen Genehmigungen für den Glasfaserausbau erteilt. Im Unternehmen herrsche die Auffassung, „dass der Überbau unserer Infrastruktur durch den Wettbewerber sowohl betriebswirtschaftlich als auch volkswirtschaftlich nicht sinnvoll ist“. Zudem führe dies zu einem höheren Materialverbrauch und zu einer unnötigen Belastung der Anwohner.
Schwarm: Quote nicht in jedem Ort erreicht
Bürgermeister Ralf Schwarm erklärt, die Deutsche Glasfaser habe in einigen Orten die selbstgesteckte 30-Prozent-Quote erreicht – aber nicht überall in der Verbandsgemeinde. „Das Unternehmen hat sich aber trotzdem für den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau entschieden“, sagt der Bürgermeister.
Die Verbandsgemeinde sei bei jeder Baumaßnahme involviert, vor allem wenn es um Straßensperrungen geht, führt Schwarm aus. Schwierigkeiten könnten entstehen, wenn die Anmeldung der Baustelle einer Firma erst am späten Freitagnachmittag vorliege. Außerdem gebe es unterschiedliche Ausbautiefen. Die eine Firma lege ihre Infrastruktur in 60, die andere in 40 Zentimeter Tiefe. Das seien Beispiele dafür, warum es zu Problemen auf den Baustellen gekommen sei.
Der Kooperationsvertrag der Verbandsgemeinde mit der Deutschen Glasfaser besagt laut Schwarm lediglich, dass die Firma bei ihren Ausbaumaßnahmen unterstützt werde. Zum Beispiel gelte dies für Flächen, die das Unternehmen während der Bauphase nutzen dürfe. „Die Konkurrenzfirma hat sich halt gesagt“, so Schwarm, „wenn 30 Prozent der potenziellen Kundschaft vergeben ist, bleibt ja noch ein Großteil der möglichen Abnehmer für die Mawacon.“