Kreis Kaiserslautern Gefördert oder nicht, das ist hier die Frage

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Erst nachdem die CDU-Fraktion im vergangenen Dezember im Gemeinderat ihre Anfrage zur Umsetzung des Kindertagesstättengesetzes eingereicht hatte, sei Bewegung in die Sache gekommen, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Otto Rosinus. Bis dahin, seien die Kinder in der Hauptstuhler Kita kaum gefördert und auf die Grundschule vorbereitet worden. Ortsbürgermeister Gerald Bosch (SPD) zeichnet ein ganz anderes Bild.

In allen anderen Kindertagesstätten im Umkreis werde deutlich mehr für die Förderung der Kinder getan, sagt Rosinus. Um seine Aussage zu unterstreichen, hat er der RHEINPFALZ ein Schreiben eines Elternteils, dessen Kind bis zum Sommer vergangenen Jahres die Hauptstuhler Kita besuchte, vorgelegt. Unter anderem wird darin die Arbeitseinstellung der Erzieherinnen bemängelt. Es werde nur getan, was vorgegeben ist. Das Mindestprogramm eben. Dieser Auffassung ist auch Rosinus, der darauf verweist, dass die CDU-Fraktion von mehreren Eltern auf diese Umstände an der Kita angesprochen wurde. „Bis heute hat sich niemand bei mir beschwert“, sagt Gerald Bosch – außer Rosinus’ Tochter, deren Kind die Kita nicht mehr besuche. Dem Vorwurf, die Erzieherinnen täten nur das Nötigste, widerspricht Bosch vehement. „Unsere Kita macht seit fünf Jahren einen Faschingsumzug. Außerdem bieten wir musikalische Früherziehung an“, nennt er zwei Beispiele für zusätzliches Engagement. Dass gerade in den vergangenen Wochen noch mal Schwung in die Umsetzung des Kita-Gesetzes gekommen ist, habe nichts mit der CDU-Anfrage zu tun. Vielmehr liefen die Vorbereitungen dafür bereits seit einigen Jahren. Gerade seitens der Kita sei das Thema immer wieder angesprochen worden. Allerdings habe sich lange Zeit seitens der Grundschule nicht allzu viel getan. Das habe sich nun geändert, wodurch eine konkrete Zusammenarbeit angegangen werden könne. Ein aktuelles Beispiel: Der gemeinsame Besuch von Kindergarten und Grundschule der Pfälzer Kinder-Komödie in der Stadthalle Landstuhl. Was die Umbenennung des Sankt-Martins-Umzug in Laternenumzug angeht, habe die CDU nie von bereits verloren gegangenen Werten gesprochen, betont Rosinus. Man habe lediglich auf diese Gefahr hinweisen wollen. Mit der Umbenennung des Sankt-Martins-Umzugs sei allerdings christliche Symbolik verloren gegangen. Gerade die Person Sankt Martin stehe konkret für Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Daher habe die CDU-Fraktion in der Ratssitzung im Dezember lediglich beim Ortsbürgermeister nachfragen wollen, ob solche christliche Symbolik auch in anderen Fällen weiter zurückgeschraubt werden soll. „Allein den Gedanken zu hegen und da nachzufragen, ist schon ein Witz hoch zehn“, kommentiert Bosch diese Anfrage der CDU-Fraktion. „Wir sind multikulti. Da gehört eben mehr dazu als nur evangelisch und katholisch“, weist er auf die gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt in Hauptstuhl hin. Dass durch die Umbenennung eines Umzuges christliche Werte verloren gehen sollen, hält Bosch für absurd. Dass auch der Elternbeirat der Kindertagesstätte sich bezüglich des Umzugs und des Engagements der Erzieherinnen ähnlich wie Bosch geäußert hatte (wir berichteten am 22. Dezember), führt Rosinus darauf zurück, dass dessen Vorsitzende recht neu im Amt ist. Sie kenne ja nur die jüngsten Entwicklungen. Bosch dagegen betont, dass ein großer Teil der Elternschaft sowie der gesamte Elternbeirat hinter den getätigten Äußerungen stehe. |bby

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