Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FFP2-Masken in Apotheken stark nachgefragt

 Ausgabe an der Markt Apotheke in Landstuhl: Kundin Annemarie Göttel erhält von Apotheker Jürgen Schäfer FFP2-Masken für sich un
Ausgabe an der Markt Apotheke in Landstuhl: Kundin Annemarie Göttel erhält von Apotheker Jürgen Schäfer FFP2-Masken für sich und ihren Ehemann.

Rund 27 Millionen Menschen können sich bundesweit seit Dienstag je drei kostenlose FFP2-Masken abholen. Das Geld für die Masken mussten die Apotheken zunächst selbst zahlen – und sie benötigen viele. Das hat sich im Landkreis Kaiserslautern bereits gezeigt.

„Die Hölle ist los“ am Dienstag kurz vor Mittag in der Markt-Apotheke in Landstuhl. „Jedes zweite Telefonat dreht sich um die Masken“, berichtet eine Mitarbeiterin. Ähnlich groß ist der Andrang in der Löwen-Apotheke in Ramstein, die bislang noch keine Schutzmasken vorrätig hat. „Sie sind bestellt, aber noch nicht gekommen“, sagt die Mitarbeiterin. „Die Kunden müssen wir im Moment noch vertrösten, aber die Leute reagieren alle einsichtig.“ Apothekerin Sonja Brunn von der Kelten-Apotheke in Rodenbach räumt ein: „Wir haben es uns schlimmer vorgestellt.“ Bereits am Vormittag seien rund 1500 Masken ausgegeben worden. „Wir hatten Glück. Gerade als sich die erste Fuhre dem Ende neigte, kam die neue Lieferung mit weiteren 5000 an.“

Apotheken müssen in Vorkasse treten

Die Bezahlung der Masken, für die die Apotheken in Vorlage treten müssten, sei noch sehr unklar. „Letzte Woche haben wir noch Masken für unter einem Euro gekriegt. Mittlerweile sind die Preise sehr stark gestiegen. Bis Januar sind wir bestimmt bei drei oder vier Euro das Stück“. Begrenzter Lagerplatz, viele Tausend Euro Vorkasse und ungeklärte Rückzahlungsmodalitäten machten die Abgabe der FFP2-Masken zu „einer schönen Kurzschlussaktion der Bundesregierung“, so die Apothekerin. Auch sei es nicht einfach gewesen, die Höhe der Bestellmenge abzuschätzen. Und das unter ziemlichem Zeitdruck. „Uns blieben Donnerstag, Freitag und Montag zum Bestellen, damit das nicht in einem Chaos endet.“ Sonja Brunn hat den ganzen Morgen bedient, wie sie sagt. Die Menschen seien sehr ehrlich auf sie zugekommen. Keiner habe versucht, sich seine drei Masken zu erschwindeln, indem er chronische Erkrankungen vorgetäuscht habe. „Wir haben uns auch die Abgabe quittieren lassen, damit wir ein bisschen Überblick haben, wer schon etwas geholt hat.“

Vorrat schon um 10.30 Uhr aufgebraucht

Nora Wagner-Woll von der Burg-Apotheke in Enkenbach-Alsenborn beklagt ebenfalls, dass alles erst sehr kurzfristig klar war. „Wir waren die ganze Zeit am Schwimmen. Was brauchen wir, wie viel sollen wir bestellen, wie ist der Ablauf?“ Am Dienstag sei es nicht zu langen Schlangen in und vor der Apotheke gekommen. „Der Vorrat an 1000 Masken war morgens um 10.30 Uhr bereits in anderthalb Stunden aufgebraucht. Wir hatten durchgehend Betrieb!“ Draußen habe man Schilder angebracht – mit dem Hinweis, dass keine Masken mehr verfügbar sind. Noch sei unklar, wann eine neue Lieferung eintrifft.

80 Prozent der Stammkunden seien der Apotheke bekannt. Da wisse man, wer chronisch krank ist und ob die kostenlose Abgabe in Ordnung gehe. Wagner-Woll äußert dennoch Bedenken. „Jeder kann ja von überall her kommen und sich in jeder Apotheke seine drei Gratismasken abholen. Ob wir dann die zehnte Apotheke sind, können wir nicht überprüfen.“

Längere Warteschlangen

„Unglücklich, dass es jetzt gerade im Dezember losgeht“, wo bedingt durch die Feiertage der Monat sowieso schon um eine Woche verkürzt ist, meint Matthias Woll von der Johannis-Apotheke in Hochspeyer. Alleine durch die Abgabe der FFP2-Gratismasken verlängerten sich die Warteschlangen für die Kunden in der Apotheke. Bis vergangenen Donnerstag sei noch nicht klar gewesen, was überhaupt passieren würde. Ob die Masken gestellt oder ob sie aus Bundeseigentum an die Apotheken verteilt würden. Im Laufe des Donnerstags kristallisierte sich dann heraus, dass die Apotheken die Masken selbst bestellen und in Vorkasse treten müssen – „und unser Geld dann irgendwann kriegen. Da hat uns die Regierung ein bisschen im Stich gelassen und uns das aufoktroyiert. Wir können uns ja nicht aus der Nummer ausklinken.“ Am Donnerstag und Freitag habe man dann schließlich Masken bestellt.

„Es gibt ja auch das Problem, dass im Moment ein Maskenmangel herrscht“, so Woll. Es gehe um mehr als 400 Millionen Masken insgesamt. 27 Millionen Anspruchsberechtigte, die jetzt drei, im Januar sechs und im Februar/März noch einmal jeweils sechs Masken erhalten sollen.

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