Frankenstein
Feuerwehr: Voll einsatzbereit, aber im Provisorium
„Eine richtige Feuerwache ist es natürlich nicht“, sagt Torsten Erlenbach, der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, und meint damit die provisorische Unterkunft der Feuerwehreinheit Frankenstein. Aber die 24 aktiven Wehrleute hätten sich dort, in der Interimslösung im Diemersteiner Tal, mittlerweile gut eingefunden. Für eine Zwischenlösung sei der fliegende Bau auch „ganz gut ausgestattet“.
Notwendig geworden war der Umzug in die zeltartige Halle und einige Container, weil Anfang März die alte Feuerwache in der Ortsmitte vollständig ausgebrannt war. Auch ein Teil der Ausrüstung sowie die Fahrzeuge fielen den Flammen zum Opfer. Am Anfang hätten sie noch gedacht, danach müsse alles ganz schnell gehen und die Feuerwehr wäre innerhalb weniger Wochen wieder einsatzbereit, berichtet Erlenbach. Aber so einfach sei es dann doch nicht gewesen. Viele Dinge hätten mit Behörden und Versicherungen geklärt werden müssen.
Schwierige Grundstückssuche
Angefangen habe es mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen Interimsbau. „In Frankenstein gibt es nicht viele freie Flächen“, gibt der Wehrleiter zu bedenken. „Da muss man mit allem zufrieden sein, was man bekommt.“ Schlecht sei das Areal im Diemersteiner Tal, das von der Stiftung der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) zur Verfügung gestellt wurde, aber nicht, wenn auch weniger zentral als die alte Wache. Die Halle sei jedoch gut erreichbar und es gebe genügend Parkplätze. Auch die Feuerwehrleute aus Fischbach hätten es dadurch nicht so weit zum Einsatz.
Bis der fliegende Bau, eine zeltartige Konstruktion, in der etwa die beiden Fahrzeuge untergebracht sind, letztlich stand, dauerte es allerdings noch einmal einige Monate. Im April beschlossen, mussten anschließend die Bauteile bestellt und eine Baugenehmigung erteilt werden. Auch das zog sich länger als erwartet hin. Hier musste zunächst die Frage geklärt werden, ob der Interimsbau mit sogenannten Erdnägeln, einer Art Heringe, wie sie vom Zeltbau bekannt sind, am Boden befestigt werden dürfte. Eigentlich ist diese Konstruktion nur für Bauten erlaubt, die nicht länger als drei Monate stehen. In dem Provisorium in Frankenstein müssen die Feuerwehrleute aber wahrscheinlich drei Jahre ausharren. Nach einem Gespräch mit einem Prüfstatiker sei nun vereinbart worden, dass einmal im Vierteljahr überprüft werde, ob die Nägel noch fest im Untergrund verankert seien, berichtet Erlenbach. Weil dadurch kein Fundament nötig ist, sei auch sichergestellt, dass die Übergangswache komplett rückstandslos zurückgebaut werden könne. „Das war uns wichtig“, sagt der Wehrleiter.
Zwei neue „alte“ Fahrzeuge
Mitte Oktober war es dann soweit: Die neuen Räume in dem 30.000 Euro teuren Provisorium, für das laut Bürgermeisterin Silke Brunck monatlich 3000 Euro Miete gezahlt werden müssen, konnten bezogen werden. Wieder voll einsatzbereit meldete sich die Frankensteiner Wehreinheit am 25. Oktober. Zu zehn bis zwölf Einsätzen seien die Aktiven seither bereits ausgerückt, sagt Erlenbach.
Zur Verfügung stehen ihnen dafür nun auch wieder zwei Fahrzeuge: ein ausgemustertes Löschgruppenfahrzeug (LF 16) aus Enkenbach sowie ein gebrauchtes Tragkraftspritzenfahrzeug, das bis zu 500 Liter Wasser an Bord mit sich führen kann (TSFW), aus Annweiler. Beide Fahrzeuge seien auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst und ein wenig umgerüstet worden, sagt Erlenbach. Die Wehrleute, die einen entsprechenden Führerschein haben, seien unmittelbar auf den Fahrzeugen ausgebildet worden. Es läuft also alles wieder rund in Frankenstein.
Dennoch wünscht sich der Wehrleiter, dass das Provisorium im Diemersteiner Tal nur so kurz wie möglich gebraucht wird. Er rechnet zwar damit, dass „drei Jahre ins Land gehen werden“, bis der Neubau der Feuerwache in der Bad Dürkheimer Straße steht. „Aber wir wären für jeden Monat dankbar, den es weniger lange dauern würde.“