Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Ende der Sprach-Kitas: An der falschen Stelle gespart

Früh übt sich: Im Kindergarten werden die Grundlagen für das spätere Lernen gelegt.
Früh übt sich: Im Kindergarten werden die Grundlagen für das spätere Lernen gelegt.

Ab sofort sollen die Erzieherinnen verstärkt darauf achten, die Kinder sprachlich zu bilden. Im fordernden Kita-Alltag kann das so nicht gelingen.

Das vom Bund geförderte Programm Sprach-Kita ist Ende Juni ausgelaufen und das Land Rheinland-Pfalz setzt es, im Gegensatz zu fast allen anderen Bundesländern, nicht unter eigener Regie fort.

Viel Geld und Engagement wurde über sieben Jahre lang in das Programm investiert. Fachkräfte, die nicht auf das betriebsrelevante Personal angerechnet wurden, ergänzten die Kindertagesstätten-Teams, brachten neues pädagogisches Wissen in Sachen sprachliche Bildung, Digitalisierung, Inklusion und Elternarbeit in die Einrichtungen. Vier Felder, die in unserer heutigen Zeit, in der viele Menschen aus anderen Ländern und mit einer anderen Muttersprache nach Deutschland kommen und in der immer mehr digital gesteuert wird, besonders wichtig sind.

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Auf der Grundlage aufbauen

Befreit vom Dienst am Kind konnten sich diese Expertinnen ganz darauf konzentrieren, sich tief in die komplexen Bereiche einzuarbeiten und darauf aufbauend Projekte auszuarbeiten, von denen Kinder, Eltern und Erzieherinnen profitieren konnten – und damit nicht zuletzt die ganze Gesellschaft. Denn auf dem, was in der Kita als Grundlage gelegt wird, können die Kinder später aufbauen.

Umgekehrt lassen sich Lücken, gerade im sprachlichen Bereich, kaum noch schließen, wenn im Kindergartenalter nicht damit begonnen wird. Der Glaube daran, dass sich das, was von zusätzlichen, gut fortgebildeten Kräften geleistet wurde, zwischen Wickeln, Fragen beantworten, Streit schlichten, Essensvorbereitung und Dokumentation des Lernfortschritts nebenher bewerkstelligen ließe, fehlt den Erzieherinnen.

Doch trotz harscher Kritik seitens derer, die es aus ihrer täglichen Erfahrung wissen müssten, spart das Land Rheinland-Pfalz hier. Es ist eindeutig ein Sparen an der falschen Stelle.

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