Kreis Kaiserslautern Einsatz ohne viel Aufhebens

„Eigentlich bin ich kein klassischer Vollblutpolitiker“, sagt Dieter Hirsch. Denn im Grunde will der Ortsbürgermeister von Schwedelbach, der am heutigen Mittwoch 70 Jahre alt wird, „einfach nur etwas für die Gemeinde tun“. Dabei geht der Sozialdemokrat freilich so erfolgreich zu Werke, dass ihn seine Mitbürger seit 1999 bereits viermal hintereinander in dieses Amt gewählt haben.
Zuvor saß er ein Jahrzehnt lang im Gemeinderat, seit 1994 gehört er dem VG-Rat Weilerbach an. Was er macht, will er gut machen, denn er „möchte sehen, dass sich im Ort etwas tut“. So wurden in seiner Amtszeit drei Neubaugebiete erschlossen, deren letztes 27 Flächen für junge Familien bietet. Hirsch und seine Ratsmitglieder haben die neue Bauhofhalle errichtet und den Aussegnungsraum auf dem Friedhof saniert, „Dietrichs Haus“ angekauft und eine Neugestaltung des Terrains zwischen den beiden Kirchen in die Wege geleitet. Mit dem Bau eines Kreisels konnte das Verkehrstempo am Ortseingang aus Richtung Kollweiler gedrosselt werden, im kommenden Jahr steht eine Querungshilfe zum Dorfplatz an. Mehrfach hat die 1000-Einwohner-Gemeinde am Südhang des Pfälzer Berglands erfolgreich an dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen und belegte im Jahr 2014 den ersten Platz in der Sonderklasse. Der kommunale Kindergarten, der frühzeitig die Babybetreuung einführte, kümmert sich nicht nur um den Schwedelbacher Nachwuchs, sondern auch um die Jüngsten aus dem Ortsteil Pörrbach sowie aus Kollweiler und Erzenhausen. Hirsch hat mithin eine erfreuliche Bilanz vorzuweisen, wiewohl er nach eigener Aussage „keine Lobeshymnen hören muss“. Er ist einer der Stillen im Lande, die zielbewusst und pragmatisch, aber ohne viel Aufhebens ihren Heimatort voranbringen möchten. In Reichenbach-Steegen als Sohn eines Sattlers geboren, absolvierte er eine Kaufmannslehre und blieb „von der Lehre bis zur Rente bei BMW“, wie er sagt. Zuletzt war er Chef der Filiale in Landstuhl. Seine und die Liebe seiner Frau gehören ganz der aus Brasilien stammenden Adoptivtochter, bei der im zweiten Lebensjahr eine schwere Behinderung festgestellt wurde – vielleicht auch dies ein Grund für Hirschs behutsame, geduldige und (menschen-) freundliche Wesensart. Die vierte Amtszeit als Ortsbürgermeister soll voraussichtlich die letzte sein. Aber die Hände in den Schoß legen dürfte der Wanderfreund kaum: „Ich mache ja schon seit einiger Zeit mit in einer kleinen Rentnergruppe hier im Ort.“