Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die neuen Ortbürgermeister im Landkreis Kaiserslautern stellen sich vor

Das Schwedelbacher Bürgerhaus soll renoviert werden. Foto: view
Das Schwedelbacher Bürgerhaus soll renoviert werden.

Neu im Amt: Fritz Geib arbeitet sich in Stelzenberg derzeit noch ins Tagesgeschäft ein. Henning Schaumlöffel will gleich in der konstituierenden Sitzung des Schwedelbacher Gemeinderates etwas bewegen. In Kollweiler freut sich derweil Claudia Zahneißen auf ihre neue Aufgabe, und Hannah Havel kennt schon 95 Prozent aller Langwiedener.

„Ich bin noch dabei, mir einen genauen Überblick zu verschaffen“, betont der neue Ortsbürgermeister von Stelzenberg, Fritz Geib (FWG), dass er sich noch etwas in das Tagesgeschäft einarbeiten muss. Andererseits ist er aber genaugenommen schon mittendrin.

„Da will ich bei der nächsten Ratssitzung gerne die Planung vergeben“, sagt er zur Sanierung und Erweiterung der örtlichen Kindertagesstätte. In derselben Sitzung möchte der 66-jährige Reisebüro- und Versicherungskaufmann auch das Neubaugebiet Römerweg weiter voranbringen. Dazu stehe er in Kontakt mit dem Planungsbüro. Die Auftragsvergaben für den zweiten Bauabschnitt – darin ist der Straßenbau enthalten – hofft er schon bald im Rat beschließen zu können.

Außerdem benötige der Gemeindearbeiter Unterstützung. Der Gemeinderat habe schon in der vergangenen Legislaturperiode eine Aushilfsstelle abgesegnet. Nun möchte Geib schnell jemanden finden, der diese übernimmt.

Der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder und stolze Großvater einer dreijährigen Enkelin will bei all der Arbeit immer darauf achten, dass die Familie nicht zu kurz kommt. Seiner Frau ist er sehr dankbar, dass sie ihm den Rücken frei hält. „Anders wäre das gar nicht machbar.“ Der Turnverein und vor allem seine Turnerfreunde, mit denen er sich regelmäßig zu Gymnastik und danach etwas Hockey trifft, müssen auch in Zukunft nicht auf ihren Kameraden verzichten. Spätestens zur jeweils „dritten Halbzeit“ – dem geselligen Beisammensein – will sich der neue Ortsbürgermeister einfinden.

Beigeordnete von jeder Fraktion

Schwedelbach

sei eine liebens- und lebenswerte Gemeinde, in der sich die Bürger wohlfühlten, findet Henning Schaumlöffel. Seinem Vorgänger Dieter Hirsch sei er dankbar dafür, was dieser in den vergangenen Jahren als Ortsbürgermeister bewegt habe – das gelte es nun zu erhalten und weiterzuentwickeln. Seit 2009 ist Schaumlöffel im Gemeinderat aktiv, 2014 wurde er Erster Beigeordneter und künftig leitet er nun also selbst die Geschicke der Gemeinde. Als Hirsch ihm vor ungefähr einem Jahr mitgeteilt habe, dass er nicht mehr bei der Kommunalwahl antreten wolle, habe er sein Interesse bekundet, und der SPD-Ortsverein habe ihn unterstützt, berichtet der 44-Jährige.

Warum er Ortsbürgermeister werden wollte? Zum einen sei er in der Gemeinde groß geworden, meint der verheiratete Karosseriebauer mit zwei Kindern. Zum anderen sei er ja vor 20 Jahren dem SPD-Ortsverein mit dem Ziel beigetreten, etwas zu bewegen.

Das will er nun gleich in der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am 13. August anpacken. Sein Ziel: Statt wie bisher nur einen Ortsbeigeordneten soll es in Schwedelbach künftig drei geben, von jeder Fraktion jeweils einen. Davon erhofft sich Schaumlöffel eine gute Zusammenarbeit im Rat, über die Parteigrenzen hinweg, und zugleich mehr Transparenz bei den Entscheidungen. Zudem hat er sich auf die Fahnen geschrieben, Ratsbeschlüsse umzusetzen, die noch nicht verwirklicht werden konnten. Dazu zählt für ihn zum Beispiel die Renovierung des in die Jahre gekommenen Bürgerhauses, die er vorantreiben will. Oder auch die Sanierung der schadhaften Flurstraße in Pörrbach. Der Ortsteil brauche zudem eine „vernünftige Internetanbindung“. Der Ausbau laufe über den Kreis: Bis 2020 sollte versucht werden, das fertigzustellen, meint Schaumlöffel. Auch bei der Dorferneuerung müsse die Schwerpunktgemeinde Schwedelbach vorankommen. Ein weiteres Vorhaben, das der SPD-Mann, der in seiner Freizeit viel Fahrrad fährt, anvisiert: die Ausweisung eines familienfreundlichen Baugebietes.

Typisch:„das Miteinander“

„Ich freue mich darauf“, sagt Claudia Zahneißen über ihr künftiges Amt als Ortsbürgermeisterin von Kollweiler. Bei der Kommunalwahl konnte sich die 45-Jährige gleich gegen zwei Mitbewerber durchsetzen und folgt nun ihrem SPD-Parteikollegen Hartmut Schmitt nach, der nach 20 Jahren nicht mehr antreten wollte. Er war es auch, der Zahneißen gefragt hat, ob sie sich vorstellen könnte zu kandidieren. Diese Möglichkeit hat sie sich „ein paar Tage und Nächte durch den Kopf gehen lassen“. Schließlich bedeute das Amt auch Verantwortung – für die Menschen im Ort, für den Etat, den es zu stemmen gelte. Aus Überzeugung habe sie sich dann aber zur Wahl gestellt, betont Zahneißen, die seit 2014 im Ortsgemeinderat und jetzt auch im Verbandsgemeinderat ist. Sie war sich sicher, „dass ich es kann“. Nicht zuletzt verfüge sie dank ihres Berufes über etliches Verwaltungswissen – seit 28 Jahren arbeitet sie bei der Stadt Kaiserslautern. Als Sachbearbeiterin ist sie dort im Referat Jugend und Sport tätig.

Als neue Ortsbürgermeisterin will die SPD-Frau auch das Engagement, die Gemeinschaft im rund 530 Einwohner zählenden Dorf weiter unterstützen. „Das Miteinander macht Kollweiler aus.“ Ohne den Einsatz von vielen wäre der Ort nicht so vorangekommen, meint sie. Auch für sie selbst ist klar: „Ich helfe dort, wo es fehlt.“ Dazu passt, dass sie in mehreren Vereinen aktiv ist, teils im Vorstand: „Ich bin ein Vereinsmensch.“ Was sie sich unter anderem ebenso auf die Fahnen geschrieben hat: Dass das, was in Kollweiler geschaffen wurde, Stichwort: Bürgerhaus, Grillhütte, erhalten wird. Ein Thema wird auch die weitere räumliche Nutzung des Anwesens Blauth am Bürgerhaus sein. „Freiräume für Begegnungen“ sind ihr zudem wichtig, dazu zählt ein Raum für Jugendliche ebenso wie das Weiterführen der Seniorennachmittage, die vielleicht noch ausgebaut werden könnten.

„Tag und Nacht“ im Dienst

Das neue Baugebiet, das jetzt realisiert werden müsse, und der Ausbau der letzten Straße im Ort, „Auf der Hofstatt“, nennt Hannah Havel (parteilos) als die wichtigsten Themen, die sie als neu gewählte Ortsbürgermeisterin anpacken möchte. „Auch der Spielplatz soll attraktiver werden“, sagt die 28-Jährige. Geplant sei, noch das eine oder andere Spielgerät neu anzuschaffen. „Ansonsten all das, was die Bürger an Anliegen haben“, sagt Havel, die in Langwieden aufgewachsen ist und dort zurzeit auch ein Haus baut.

Havel hat eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau gemacht und war dort bis August 2018 angestellt. Derzeit ist sie bei den Stadtwerken Ramstein-Miesenbach beschäftigt und dort für die Betreuung der Strom - und Gasnetze zuständig. Über die Festnetznummer 06372/922-1016, die per Rufumleitung auf ihr Handy geschaltet ist, werde sie nun „Tag und Nacht“ für die Bürger erreichbar sein, sagt Havel. Sie werde auch die offizielle Mailadresse ihres Vorgängers ortsbuergermeister@langwieden.de übernehmen. Da sie fast täglich mit ihrem Hund im Ort unterwegs sei, werde sie aber auch oft direkt angesprochen. „Wir sind ja ein kleiner Ort. Ich glaube, inzwischen habe ich schon 95 Prozent aller Langwiedener kennengelernt.“

Info

Etwa die Hälfte der 50 Gemeinden im Landkreis hat mit der Kommunalwahl eine neue Ortsbürgermeisterin oder einen neuen Ortsbürgermeister bekommen. In loser Folge stellen wir diese etwas näher vor.

Fritz Geib Foto: Geib/frei
Fritz Geib
Henning Schaumlöffel Foto: Hinz/frei
Henning Schaumlöffel
Claudia Zahneißen  Foto: Zahneissen/frei
Claudia Zahneißen
Hannah Havel Foto: Havel/frei
Hannah Havel
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