Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Die 2G-Regel ist für die gebeutelte Veranstaltungsbranche besser

impfung

3G, 2G, 2Gplus, mit Maske und Abstand oder ohne? – Immer wieder gibt es in dieser Corona-Pandemie neue Begriffe und Regeln. So langsam blickt keiner mehr richtig durch. Gezwungenermaßen zu Experten geworden sind die Geschäftsleute, Gastronomen und Veranstalter, die sich damit auseinandersetzen. Wer ins Restaurant, Kino oder ins Konzert will, sollte sich am besten auf der Homepage der Veranstalter informieren, welche Regel dort aktuell gilt, oder dort anrufen. Etliche Anrufe haben auch die Geschäftsführer des Congress Centers Ramstein (CCR) nach unserem Artikel „Niemand soll heimgeschickt werden“ erhalten.

Im CCR gilt ab sofort die 2G-Regel. Geimpfte und Genesene dürfen rein, Maskenpflicht und Abstandsregel entfallen. Personen, die nicht geimpft sind, haben dagegen keinen Zutritt. Dass das bei einigen Gästen zu langen Gesichtern führt, lässt sich nicht vermeiden. Aber die 2G plus-Regel, die die Landesregierung als neuestes Modell am Sonntag auf den Weg gebracht hat, bringt der Veranstaltungsbranche nur weitere Nachteile. Sie bedeutet einen großen bürokratischen Aufwand! Der schwarze Peter werde wieder mal den Veranstaltern zugeschoben, deswegen habe er sich für 2G entschieden, sagt CCR-Geschäftsführer Andreas Guhmann.

Künstler und Bühnenpersonal zählen dazu

Bei 2G plus darf zu den Geimpften und Genesenen noch ein Kontingent an nicht immunisierten Gästen mit einem negativen Test dazu. „Eine Maske getragen werden muss dabei auch nicht mehr und auch Abstand muss nicht mehr gehalten werden“, korrigiert Guhmann einen Fehler in unserem vorangegangenen Bericht. Die Anzahl der Gäste, die nur mit einem Test rein dürfen, richtet sich nach der Warnstufe, die in der Region am Veranstaltungstag gerade gilt. Da sich diese ja immer wieder kurzfristig ändern kann, sind Diskussionen am Einlass programmiert. „Wenn ich 600 Konzertkarten im Vorverkauf habe, woher soll ich denn wissen, wie viele geimpft sind. Wen soll ich dann heimschicken, wenn wir beispielsweise in Warnstufe 2 sind und ich nur noch zehn Leute mit Test reinlassen darf?“, schildert Guhmann das Problem und nennt noch einen weiteren Knackpunkt: Mitgezählt werden müssen dabei auch die Künstler und das Bühnenpersonal.

Ist das „Angebot“ attraktiv?

Daneben ist fraglich, ob dieses „Angebot“ von Ungeimpften überhaupt angenommen würde. Denn nicht nur für die Konzertkarte müsste der Besucher die Geldbörse zücken, sondern auch für den Corona-Test, wenn dieser ab Oktober nicht mehr kostenlos ist.

Wirtschaftlicher und besser planbar ist für die Veranstalter das 2G-Modell, für das sich das CCR jetzt entschieden hat: Auch für die Stimmung der Gäste dürfte das förderlich sein: Es feiert sich schließlich unbeschwerter, wenn die Gefahr der Ansteckung so gering wie möglich gehalten wird! Ob das auch die letzten Impfzweifler überzeugen wird? Hoffen wir es! Die Gelegenheit hat jeder, der Impfbus kommt inzwischen in jedes Dorf!

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