Meinung
Beispiel Sembach: Kita-Sprachförderung ist eine Investition, die sich lohnt
Die Kita Sonnenblume in Sembach befindet sich in einer komfortablen Lage: Dort kümmert sich auch nach dem Auslaufen des geförderten Sprach-Kita-Projekts eine Halbtagskraft ausschließlich um die Sprachförderung der kleinen Besucher. Die Gemeinde hat die Stelle geschaffen und finanziert sie. Eine lohnende Investition, aber leider keine flächendeckende Lösung! Es war falsch, dass das Land Rheinland-Pfalz 2023 die Sprach-Kita nicht in eigener Regie als Dauereinrichtung weitergeführt hat. Denn eines der Ziele des Bundesförderprogramms war ja gerade, die durch das Projekt über Jahre in den Kitas erworbenen Kompetenzen nachhaltig zu erhalten und einzusetzen. Die Hoffnung, dass das, was spezialisierte und nur auf das Thema Sprachförderung fokussierte Fachkräfte geleistet haben, von den Erzieherinnen im Kita-Alltag nebenher erledigt werden könnte, hat sich nicht erfüllt. Das Sprachbad funktioniert nicht in Einrichtungen, in denen die Hälfte oder mehr Kinder nicht deutsch als Muttersprache spricht. Der alltagsintegrierte Ansatz kommt an seine Grenzen, wo Personal und damit Zeit und Ruhe für Einzelgespräche fehlen. Einfach nur mit den Kindern zu reden, ist eben noch keine adäquate Sprachförderung. Das immerhin scheint Mainz nun auch einzusehen und räumt den Sprachbeauftragten etwas Zeit ein, damit sie ihren Titel auch mit Inhalt füllen können. Eigentlich aber bräuchte jede Kita eine zusätzliche Kraft, die sich nur um die sprachliche Bildung kümmert – „weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, wie schon der Slogan der Sprach-Kita lautete. Und junge Menschen, die verstehen können, was geredet und geschrieben wird, die sich über Sprache integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilhaben, die brauchen wir dringend.
