Leimersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wie der Verlandung des Fischmals entgegengewirkt werden soll

Das Fischmal in Leimersheim droht zu verlanden.
Das Fischmal in Leimersheim droht zu verlanden.

Das Fischmal verlandet zunehmend. Wie dem begegnet werden soll, haben Fachleute nun dem Leimersheimer Ausschuss für Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung erläutert.

Die Verlandung passiert in dem Bereich, in dem der Otterbach in das Fischmal fließt. Grund dafür ist die Sedimentfracht des Otterbachs, der selbst eine relativ hohe Fließgeschwindigkeit hat. Im Fischmal nimmt die Geschwindigkeit dann ab, was zur Ablagerung der Sedimente führt. Im Ausschuss für Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung waren nun Wolfgang Koch und Stefan Baumann von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd und Steffen Wüst vom Planungsbüro IUS Kandel zu Gast.

Die Wasserpflanzen, darunter der schützenswerte Schwimmfarn im südlichen Bereich des Fischmals, wiesen auf eine niedrige Wassertiefe hin und seien ein deutliches Anzeichen für die Verlandung, erklärte Wüst. Dies könne sich zum Problem entwickeln, wenn der Otterbach nicht ausreichend abfließen könne und aufgestaut würde. Der Grund des Fischmals werde von einer bis zu 5,5 Meter dicken Schicht aus Schlamm und Pflanzenresten bedeckt. Darunter befinden sich Kies- und Tonschichten.

Material soll in Einspülbereiche

Ursprünglich sei angedacht gewesen, die Kies- und Sandschicht zu entnehmen. Mittlerweile sei geplant, diese Schichten innerhalb des Gewässers zu verlagern. Die Fachleute haben dafür drei Einspülbereiche ausgemacht, in die das Kies-Sandgemisch eingebracht werden soll. Für das dem Gewässer entnommene Material müssten zunächst Lagerflächen und Spülfelder vorgesehen werden.

Ein kleinerer Bereich befindet sich zwischen der Ortslage und den Vereinsheimen, ein weiterer in Höhe Mozartstraße und der Straße „Am Fischmal“. Der dritte und größte Bereich ist aufgrund der dortigen Wassertiefe von bis zu elf Metern im Nordbereich. In allen drei Bereichen könnten Flachwasserzonen angelegt werden, die das Gewässer ökologisch aufwerteten. Lebensräume für Wasservögel, Fische und Insekten würden so geschaffen. Auch als Angelgewässer könne das Fischmal davon profitieren.

Die Planer gehen derzeit davon aus, dass auf einer Fläche von 1,3 Hektar rund 26.000 Kubikmeter Material verlagert werden müssten. Die Entnahme könnte mit einem Schneidkopf-/ Saugbagger und der Transport mit einer schwimmenden Spülleitung erfolgen.

Verlandungsprozess verlangsamen

Ortsbürgermeister Matthias Schardt (CDU) hakte nach, wie das Ganze nach 20 bis 30 Jahren aussehe. Laut den Fachleuten sollten nach der Umlagerung Lenkbahnen die Wasserführung im Zuflussbereich derart beeinflussen, dass der Prozess der Verlandung verlangsamt werde.

Nach Genehmigung des Vorhabens sei noch eine genauere Vermessung des Fischmals und die Feinplanung vorgesehen. Mit der Realisierung rechnet die SGD Süd im Winterhalbjahr 2026/2027. Die Kiesumlegung zählt zu den vorgezogenen Arbeiten im Zuge der Einrichtung eines Reserveraums für Extremhochwasser in der Hördter Rheinaue. Laut Wolfgang Koch ist noch im dritten Quartal dieses Jahres mit dem Planfeststellungsbescheid dafür zu rechnen.

Schardt regte gegenüber den Vertretern der SGD Süd eine Unterhaltungspflege am Otterbach innerhalb der Ortslage an. Dies, so der Bürgermeister, wäre für die Akzeptanz innerhalb Bevölkerung ein wichtiges Zeichen. Thomas Faath (SPD) ergänzte daraufhin, dass auch am Michelsbach unterhalb der Friedhofsbrücke Treibgut in umgestürzten Bäumen hängen bliebe.

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