Kommentar
Wegweisend
Beide christlichen Kirchen sind angehalten, in den nächsten Jahren ihre Gebäudelasten zu reduzieren. Zu teuer sind die Energiekosten und der Unterhalt. Außerdem schwinden die Mitgliederzahlen. Räume werden schlichtweg nicht mehr gebraucht. Ganz ohne geht es aber auch nicht, wie man in Kandel sieht: Die katholische Gemeinde hat hier seit Jahren keinen Treffpunkt außer der Pfarrkirche. Die Protestanten hingegen suchen schon lange einen Partner, mit dem sie ihr Gemeindezentrum weiter betreiben können. Die Idee sich zusammenzutun, liegt auf der Hand und könnte wegweisender kaum sein. Sie stärkt die Ökumene, die von höherer Stelle gerne beschworen wird.
Investieren oder mieten? Das ist nun die Frage. Für die Gremien vor Ort, von deren Konto das Geld fließt, ist sie beantwortet. Sie wollen ein Gesellschaftermodell aus gleichberechtigten Partnern. Es wurde viel gerechnet, die Pläne sind reif, Kapital ist da, alle wollen loslegen. Nur Speyer bremst. Ein falsches Signal aus der Domstadt sollte die Aufbruchstimmung in Kandel nicht schmälern.
