Kommentar
Warum tut er sich das an?
Der Rechnungshof hat Stadtbürgermeister Michael Niedermeier (CDU) das denkbar schlechteste Zeugnis ausgestellt und rät sogar zur Schadenersatzklage gegen ihn. Niedermeier sieht darin keinen Anlass, von seinem Amt zurückzutreten. Ehrenamtliche Bürgermeister können nicht abgewählt werden. Sie können nur selbst den Entschluss fassen, dass es Zeit ist, zu gehen.
Für Niedermeier lautet die Devise indes offensichtlich: Aussitzen, wie alle Krisen bisher. Sein Stadtrat muss machtlos zusehen, wie er lächelnd eine weitere Sitzung moderiert. Eine Sondersitzung zum Thema Kitas, bei dem er moralisch wegen Befangenheit sowieso besser in der letzten Reihe sitzen sollte. Niedermeier ist seit Jahren mit einer Kita-Leiterin liiert.
Bis zur Kommunalwahl im Mai 2024 sind es noch 14 Monate, die für Kandel quälend lang werden können. Und schön wird diese Zeit für den Stadtbürgermeister sicher nicht. Zunächst ist da das Damoklesschwert der Schadenersatzklage, das über seiner verbleibenden Amtszeit hängen wird.
Das ist nicht alles: Ratsmitglieder reden auch schon offen darüber, Niedermeiers Befugnisse einzuschränken. Vielleicht wird ihm auch endlich der Fachbereich Kitas entzogen. Gleichzeitig ist abzusehen, dass ihn der CDU Gemeindeverband Kandel, dessen Vorsitzender er derzeit noch ist, am Freitag nicht mehr mit einem Amt betrauen wird.
Was jetzt kommt ist hässlich. Und es ist menschlich nicht nachzuvollziehen, warum Michael Niedermeier sich das selbst und allen anderen noch antut.
