Neupotz
Vom Fußball auf den Weg gebracht
Als jüngstes von sechs Kindern, aber als erstes im neuen Haus, wurde Emil Heid am 30. September 1940 in Neupotz geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er zunächst das Bäckerhandwerk. Danach leistete er 18 Monate Dienst bei der Bundeswehr. Ein Stabsarzt hatte ihm in dieser Zeit zu einem Berufswechsel geraten. Der damals schon sportliche Mann bekam gesundheitliche Probleme, die mit der Nachtarbeit als Bäcker zusammenhingen. „Ein anderer Beruf oder keinen Sport mehr“, sagte der Arzt zu ihm.
Die Entscheidung fiel ihm leicht, denn auf seinen Fußball zu verzichten, kam überhaupt nicht in Frage. Mit Hilfe seines älteren Bruders bekam er bei Michelin eine Anstellung, bildete sich im kaufmännischen Bereich weiter und wurde schließlich Niederlassungsleiter. Als ein neuer Betriebsratsvorsitzender gesucht wurde, bot man ihm den Posten an. „Da ich viel in den ganzen Niederlassungen, von Hamburg bis Regensburg, unterwegs war, kannten mich viele und so wurde ich gewählt“, erzählt Heid. Viele Niederlassungen wurden in den 1990er-Jahren geschlossen. Das sei eine schwere Zeit gewesen, erinnert sich Heid, „viele Schicksale“.
In den Gemeinderat kam er über seinen Fußball-Stammtisch. „Da wurde viel über den Gemeinderat geschimpft und ich wollte mir zunächst selbst ein Bild machen, bevor ich mitschimpfe“, sagt Heid und lacht. 1989 kam er als Nachrücker für die CDU in den Gemeinderat. 1999 wurde er erster Beigeordneter des damaligen Ortsbürgermeister Wilhelm Hammer. Als dieser schwer erkrankte, ließ sich Heid 2004 als Ortsbürgermeister nominieren und gewann die Wahl.
Zehn Jahre lang lenkte er die Geschicke des Ortes. „Seit 2001 war ich in Altersteilzeit, hatte also Zeit und habe mich so richtig reingekniet“, erzählt der Jubilar. Zusammen mit anderen ist er bis nach Mainz gefahren, um den Radweg nach Leimersheim zu bekommen. Polder, Schulweg, Querungshilfe, Kirchenvorplatz, Kieslastverkehr und das Haus „Leben am Fluss“ fallen unter anderem in seine Amtszeit. „Ich hätte etwas versäumt, wenn ich das nicht gemacht hätte“, sagt Heid. Leider nicht geklappt habe das schwimmende Feriendorf, bedauert er noch heute. Ein wichtiges Anliegen waren ihm die Flüchtlinge, die ab 2014/15 auch nach Neupotz kamen. „Da haben wir echt was auf die Beine gestellt. Heute haben alle Arbeit“, berichtet er erfreut.
Seit 1964 ist er mit seiner Inge verheiratet, sie haben drei Kinder und sieben Enkel. Gemeinsam mit der Familie und Freunden wird der runde Geburtstag im Hause Heid gefeiert. Mit dabei auch der Bordeaux, den er von seiner jüngsten Radtour nach Frankreich mitgebracht hat.