Kreis Germersheim Trauerfeier statt Wahlparty bei SPD
Linda Engel hatte bei der Wahl ihres Loses Glück und durfte am Sonntag zur SPD-Wahlparty in Berlin. Weil die Sozialdemokraten beim Wahlausgang weniger Glück hatten, konnte man „nicht von einer Wahlparty, sondern eher von einer Trauerfeier sprechen“, berichtet die RHEINPFALZ-Mitarbeiterin. Die Lustadterin war von Donnerstag bis Montag Teilnehmerin eines deutsch-französischen Wahlbeobachtungsseminars. Im Juni hatte sie das Seminar zu den Präsidentschaftswahlen nach Paris geführt (wir berichteten).
Schlechte Stimmung kam bei mir während des fünftägigen Seminars in Berlin nur drei Mal auf: In zwei Fällen war es die vespätete Bahnankunft auf der Hin- und Rückfahrt und bei der Verkündung der Wahlergebnisse. Von den 22 Seminarteilnehmern, jeweils elf Franzosen und Deutsche, durften sechs in die SPD-Zentrale, ins Willy-Brandt-Haus. Bei der Verkündung der ersten Wahlprognose um 18 Uhr kamen bei Besuchern zwei Ausrufe der Enttäuschung hervor, erst beim eigenen Wahlergebnis und dann bei dem der AfD. Ich selbst so niedergeschlagen und enttäuscht. Martin Schulz trat um 18.30 Uhr umgeben von der SPD-Spitze, darunter auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf die Bühne. Wir Wahlbeobachter fanden seine Rede sehr gut und dass er in diesem schwierigen Moment die richtigen Worte gefunden hat. Ein tolles Erlebnis auf einer solchen Wahlparty zu Gast zu sein. Am Sonntagmorgen war ich noch deutlich besserer Laune. Gemeinsam mit zwei anderen Seminarteilnehmern interviewte ich Berlin-Marathon-Läufer zu den Wahlen. Wir waren sehr positiv überrascht, dass alle so gut gelaunt waren und uns während ihres Laufes Antworten gaben. Eine unserer Fragen war, ob wohl Angela Merkel oder doch Martin Schulz der schnellere Marathonläufer wäre. Auch hier wählten die meisten Merkel. Die Interviews werden Teil einer einstündigen deutsch-französischen Radiosendung sein, die wir gemeinsam mit einem Medienpädagogen während des Seminars produziert haben. Bei uns wird sie leider nicht zu hören sein Auch während der anderen Programmpunkte haben wir immer wieder Radioaufnahmen gemacht, unter anderem wurde mit Vertretern der Partei-Jugendorganisationen der Haustürwahlkampf nachempfunden. Auf Vertreter von Jusos, Jungen Grünen und Junger Union, trafen wir auch schon am Donnerstagabend. Im Festsaal des „Tagesspiegels“ in Berlin fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wahlen in Deutschland und Frankreichstat. Ein Höhepunkt war der Besuch des Bundestages. Zuerst sprachen wir mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Vorsitzenden der deutsch-französischen Parlamentariergruppe im Bundestag. Bei der Führung durch den Bundestag erfuhren auch, wer bis Sonntag wo im Plenarsaal saß. Viele von uns, auch ich, hatten auf eine etwas politischere Führung gehofft. Aber zu wissen wer der Architekt des Bundestaggebäudes war und wie die Farbe der Stühle im Plenarsaal heißt, schadet sicherlich auch nicht.