Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Tee & Mehr schließt

Verena Borger-Cambeis in ihrem Laden, in dem es mehr als Tee zu entdecken gibt.
Verena Borger-Cambeis in ihrem Laden, in dem es mehr als Tee zu entdecken gibt.

Der Laden von Verena Borger-Cambeis ist eine Institution in Wörth – seit über zwei Jahrzehnten. Doch die Pandemie zwingt sie dazu für immer abzuschließen. Und es gibt einen weiteren Grund.

„Stimmt das – ihr macht zu?“, fragt die Altwörtherin Waltraud Stieber. Sie hat gerade bei „Tee & Mehr“ in der Ottstraße ihre drei besonderen Nudel-Packungen unter dem Arm und geht auf die Geschäftsführerin Verena Borger-Cambeis zu. „Das ist aber traurig. Da fehlt wieder was in Altwörth. Zuerst schließt die Sparkasse und jetzt ihr.“

Letztes Jahr im Mai „feierte“ Verena Borger-Cambeis noch das 25-jährige Jubiläum der Geschäftseröffnung und sprach von Plänen einer kleinen Außengastronomie nach der Renovierung der Ottstraße. Nun wird an Karsamstag geschlossen. „Ich habe jetzt 35 Prozent weniger Kunden als vor der Pandemie. Zwar habe ich eine Stammkundschaft aus Wörth und einem Einzugsgebiet von 30 bis 40 Kilometern, die regelmäßig kommt. Aber das langt nicht, um ein solches Geschäft auch rentabel weiter zu führen“, sagt die Geschäftsführerin.

Mehrmals Laden vergrößert

Sie hatte ihr erstes kleines Lädchen 1996 in der Pfarrstraße eröffnet und bot dort neben Tee auch Gewürze, leckere Süßwaren und eine Essig- und Ölauswahl an. Der Laden platzte mit der Zeit aus den Nähten, als Kundschaft und Angebote weiter zunahmen. 2004 fand sie in der Ottstraße neue Räume und das Angebot wurde mit Kaffee, Feinkost, ausgewählten Spirituosen und Weinen sowie Bade- und Wellness-Artikeln größer. 2011 erweiterte die Geschäftsfrau noch einmal, zog in größere Räume im selben Gebäude um und ergänzte ihr Angebot um mehr Geschenkartikel.

Jetzt kommen neben Corona die Lohn- und Preissteigerungen sowie die Verzögerungen von Warenlieferungen dazu. Zudem wird die Ottstraße in Abschnitten saniert und neu gestaltet. „Das muss sein. Dafür bin ich schon seit langer Zeit. Aber leider kommen dadurch auch weniger Kunden.“ Die wollen möglichst vorm Geschäft parken. Sie hatte wegen Corona bis zum Spätjahr auch einen Liefer-Service angeboten. In „eineinhalb Jahren nur etwa 30 Lieferungen“.

Schlechte Wirtschaftslage

„Natürlich hätten wir gerne unser Geschäft weiter geführt“, sagt die 54-Jährige. Aber aufgrund der vergangenen und zu erwartenden schlechten Wirtschaftslage sowie der schwieriger werdenden Situation in der Ottstraße haben sie sich dazu entschlossen zu schließen. „Ich möchte ordentlich abschließen. Deshalb schließen wir nicht sofort, sondern erst am Karsamstag, 16. April“, sagt sie. Bis dahin können Kunden ihre Gutscheine noch einlösen oder den Vorrat ihrer Lieblingsprodukte auffüllen. Bis 20. Februar können diese mit einem Formular auch in größeren Mengen bestellt werden – bei 15 Prozent Preisnachlass. Ab sofort kann noch das eine oder andere Schnäppchen gemacht werden, da die Saisonware bereits reduziert ist.

Im Zeitplan ist vorgesehen, dass bis Anfang März das Geschäft soweit wie möglich normal weiterläuft. Ab 14. März wird mit dem Abverkauf begonnen. Auf veränderte Öffnungszeiten sollte geachtet werden: Dienstag 9 bis 12.30 Uhr, Mittwoch 14.30 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr, Freitag ebenso und Samstag 9 bis 12.30 Uhr. Verena Borger-Cambeis appelliert an die Kunden den örtlichen Einzelhandel zu unterstützen und bei ihm einzukaufen. Sonst gehe es noch mehreren Geschäften wie ihr.

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