Nachgehakt Tafel: Große Resonanz auf Hilferuf
Einige Tafeln haben in den vergangenen Wochen einen Aufnahmestopp für neue Kunden verhängt. Die Vorsitzende der Wörther Tafel, Uschi Bisanz, hingegen verfasste ein Anschreiben an alle Kirchengemeinden in Wörth und Umgebung und ein ähnliches an die Schulleiter in Wörth. Darin schilderte sie die Lage der Tafel bei mehr zu versorgenden Menschen – unter anderem durch die Flüchtlinge aus der Ukraine. „Inzwischen haben wir etwa 150 Personen mehr zu versorgen. Wir sind auf 410 Bedarfsgemeinschaften angestiegen, das heißt wir haben derzeit 410 Tafelausweise ausgestellt. Dahinter stecken etwa 1200 Menschen. 18 Prozent sind momentan Ukrainer“, erläutert sie der RHEINPFALZ. Da gleichzeitig weniger Lebensmittel von den Discountern kamen, bat Bisanz um Spenden.
Viele Menschen wollen helfen
Jetzt ist Bisanz von der großen positiven Resonanz auf ihre Schreiben begeistert: Viele Einrichtungen, aber auch Privatpersonen haben reagiert und Geld- oder Lebensmittelspenden sowie Hygieneartikel abgegeben. Am Dienstag musste sie sogar mit Helfern der Tafel zur Carl-Benz-Gesamtschule mit ihrem Tafeltransporter „Glücksbringer“ fahren, um die Spenden abzuholen, so viel hatte sich angesammelt. „Ich war überwältigt, was unsere Schulgemeinschaft an Spenden aufgebracht hat“, sagte Schulleiter Jörg Engel bei der Übergabe, als der Transporter mit den vielen vollgepackten Kartons voll beladen war.
Er hatte den Schülern, Eltern und Lehrern das Schreiben von Bisanz bekannt gemacht und darum gebeten sich an der Spendenaktion zu beteiligen. „Dass innerhalb einer Woche so viel zusammenkommt, hatte ich nicht gedacht.“ Die Vorsitzende der Tafel sprach der Schulgemeinschaft im Beisein von Schülersprecherin Celin Ritter und Schüler Manuel Schubert ihren großen Dank aus. „Ihr seid die erste Schule, die auf meine Anfrage reagiert hat, mit so einer Menge an Spenden.“
Kinder spenden Süßigkeiten
Erfreut konnte sie der RHEINPFALZ von weiteren Spenden berichten: Von der katholischen Kirche Jockgrim mit einer Lebensmittelsammlung und Geldspenden, der katholischen Kirche Wörth mit Kollektenspenden, der evangelischen Kirche Wörth mit Kollektenspenden und einer Lebensmittelsammlung, der evangelischen Kirche Kandel mit einer Lebensmittelsammlung und der Vermittlung zur Drogeriekette dm mit einer großen Hygieneartikelspende, der methodistischen Kirche Kandel mit einer Lebensmittelsammlung. Außerdem hat das MGH in Wörth einen Aufruf für eine Lebensmittelsammlung gestartet.
Viele Privatspender bringen Lebensmittel oder Geldspenden zum Lebensmittelkauf mit dem Hinweis: „Sie wissen am besten, was gebraucht wird“ oder es gibt Überweisungen mit dem Vermerk „Für Lebensmittel“. Kinder haben sogar von ihren Ostersüßigkeiten an die Tafelkinder gespendet. Auch politische Verbände boten ihre Hilfe an oder planen Aktionen zugunsten der Tafel. „Ich kann nur meinen größten Dank dafür aussprechen“, zeigt sich Bisanz gerührt von der Resonanz.
Sie ist auch ihren Helferinnen und Helfern dankbar, die bereit sind, längere Öffnungszeiten in Kauf zu nehmen. Statt bisher am Donnerstag um 13 Uhr öffnet die Tafel nun bereits um 12 Uhr und dann so lange, bis alle Kunden ihre Ware erhalten haben. Damit wird gegen 17 Uhr gerechnet.