Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Steinweiler: Gemeinde will auch künftig Weihnachtsbäume kultivieren

Steinweiler will im Gemeindewald auch künftig eine Kultur mit Weihnachtsbäumen anlegen.
Steinweiler will im Gemeindewald auch künftig eine Kultur mit Weihnachtsbäumen anlegen. SymbolFoto: dpa

Bei der Sanierung der Friedhofshalle in Steinweiler ist es mit einer neuen Dacheindeckung nicht getan. Auch in die Holzkonstruktion muss stärker als bisher angenommen eingegriffen werden. Außerdem will man ein Nebengebäude errichten, in dem die Gerätschaften und die Auffangbehälter untergebracht werden können. Da zum bestehenden Hallendach aus den 60er Jahren keine Baugenehmigungsunterlagen aufzutreiben sind, muss die Gemeinde jetzt einen ordentlichen Bauantrag stellen.

43.000 Euro Mehrkosten

Alles sei, so Ortsbürgermeister Michael Detzel (CDU) im Ortsgemeinderat, mit der ADD abgesprochen. Nach Angaben von Planer Edgar Friedmann (Steinweiler) ist mit Mehrkosten in Höhe von rund 43.000 Euro zu rechnen. Bisher hatte man nur 18.000 Euro Mehrkosten angesetzt. Die entsprechenden Beschlüsse fasste der Rat einstimmig, auch die Auftragsvergabe an Planer Friedmann. Man hoffe, die Arbeiten noch im Winter ausschreiben zu können, war zu hören.

715 Bäume sichern

Für die 715 Bäume, die innerhalb der Ortsgemeinde auf gemeindeeigenen Flächen stehen, hat diese auch die Verkehrssicherungspflicht. Dies bedeutet, dass jeder Baum mindestens einmal pro Jahr von einem Baumgutachter untersucht werden muss. Deshalb will man ein Baumkataster erstellen und die Bäume regelmäßig kontrollieren lassen, so der einmütige Wille im Ortsgemeinderat. Jeder Baum bekommt auch eine unverwechselbare Nummer, die GPS-Ortung funktioniert noch nicht so richtig. Zwei Angebote lagen zur Sitzung vor. Der Auftrag hierzu ging an die Freckenfelder Firma Agrar-Umwelt-Technik (a.u.t), ein Tochterunternehmen des Maschinen- und Betriebshilferings Südpfalz, die auch Landschaftspflege betreibt. Die Kosten belaufen sich im ersten Jahr auf rund 5345 Euro. Nach dem ersten Jahr will die Ortsgemeinde entscheiden, ob man den Auftrag verlängert. Außer den 3000 Euro, die dann jährlich fällig werden, kommen noch die Kosten für „Einzelfallentscheidungen“ hinzu.

Kaum Überlebenschancen

Einen schonenden Umgang und ein nachhaltiges Wirtschaften wünschen sich Ratsmitglieder aller Fraktionen für den Gemeindewald. Der warf im letzten Jahr noch einen Gewinn in Höhe von 30.000 Euro ab, doch sehen die Ratsmitglieder die aktuellen Probleme mit einem zu trockenen Wald, in dem manche Baumarten, etwa die Esche, kaum Überlebenschancen haben.

Umdenken gefordert

Zwar wurde der Forstwirtschaftsplan für 2020 einstimmig beschlossen, doch wünscht man sich ein „Umdenken für die Zukunft“ (so FWG-Sprecherin Stefanie Bohlender-Kehrt und ein „nachhaltiges Wirtschaften“ (Nadine Sommer-Helck, SPD). Markus Marz (SPD) kritisierte die ihm fehlende Transparenz im Plan. Das langjährige Ratsmitglied Norbert Knauber (CDU) merkte mit Blick auf diese Wünsche an, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ aus der deutschen Forstwirtschaft stamme und dort schon seit dem 18. Jahrhundert verwurzelt sei. Ortsbürgermeister Michael Detzel (CDU) will die Wünsche des Rates an das Forstamt Kandel und Revierleiter Müller weitergeben. Er hoffe, so Detzel, dass dies künftig noch stärker berücksichtigt werde.

Weihnachtsbäume selbst schlagen

Entschlossen zeigte sich der Rat, im Gemeindewald auch künftig eine Kultur mit Weihnachtsbäumen anzulegen. Die Kultur, in diesem Jahr auch wieder rege genutzt, müsse nun wieder aufgeforstet werden, so Detzel. Man höre immer wieder, dass das Aussuchen und Schlagen des Baumes vielen Menschen Freude bereite. Häufige seien auch Kinder dabei, die ihren Eltern dabei helfen. Die Bäume seien immer schön frisch und würden nicht gespritzt, man spare sich lange Wege und außerdem habe das ja schon „Eventcharakter“. Allerdings habe dies auch seinen Preis. Man könne froh sein, würde hier eine „Schwarze Null“ geschrieben, war zu hören. Der Zaun um die Weihnachtsbaumkultur soll nur repariert und nicht gänzlich ersetzt werden.

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