Wörth
Stadtrat beschließt höhere Eintrittspreise für den Badepark
Das Thema Bäder ist in Wörth ein emotionales. Mit dem riesigen Badepark und dem Hallenbad verfügt die Stadt über zwei Attraktionen, die Besucher aus der ganzen Region anlocken. Beide Einrichtungen müssen dringend saniert werden. Seit Jahren wird über ein Ganzjahresbad diskutiert: Auf dem Gelände des Badeparks soll ein neues Hallenbad gebaut und das alte auf dem Dorschberg abgerissen werden. Die Pläne sind fertig. Ob sie jemals umgesetzt werden, steht angesichts der desolaten Haushaltslage der Stadt in den Sternen. In der Sitzung des Stadtrats wurde quer durch alle Fraktionen betont, dass man zügig Klarheit brauche. In einer der nächsten Sitzungen soll das Thema auf die Tagesordnung. Auf die bevorstehende Freibadsaison hat das noch keine Auswirkungen. Wohl aber die Preiserhöhungen und die neue Haus- und Badeordnung, die der Stadtrat am Dienstag beschlossen hat.
Anfang des Jahres haben die Mitglieder des Bäderausschusses die beiden Bäder unter die Lupe genommen. „Egal wie, wir sind grundsätzlich zu billig“, stellte der Erste Beigeordnete und Bäderausschuss-Vorsitzende Peter Pfaff (CDU) fest. Zumal die letzte Preiserhöhung vor zehn Jahren beschlossen worden war. Entsprechend habe man die Eintrittspreis für den Badepark angepasst, „auch wenn klar ist, dass wir unser Defizit nicht grundsätzlich verbessern“, so Pfaff. Dieses lag im Jahr 2023 bei 1,047 Millionen Euro. Mit den Preiserhöhungen sollen rund 138.000 Euro mehr in die Kassen fließen.
Kritik von der SPD
Auch wenn grundsätzlich Einigkeit darin bestand, die Preise anzuheben, gab es sowohl im Bäderausschuss, der am Tag zuvor getagt hatte, als auch im Stadtrat Kritik von der SPD. Die Werkleitung der Bäder hatte vorgeschlagen, alle Einzelkarten linear um einen Euro anzuhaben. Mussten Erwachsene beispielsweise 7 Euro für eine Tageskarte bezahlen, sind es künftig 8 Euro. Die Saisonkarten werden in einer Größenordnung von 20 Euro erhöht, da sie laut Werkleitung bisher falsch und deutlich zu niedrig kalkuliert gewesen seien.
Die soziale Komponente kommt den Sozialdemokraten zu kurz. SPD-Fraktionsvorsitzender Mario Daum kritisierte, dass es Jugendliche und Schwerbehinderte besonders hart treffe. So ist für die Saisonkarten, die im April ausgegeben werden, eine fast 50-prozentige Preissteigerung vorgesehen ist. Statt 34 sollen sie künftig 50 Euro kosten. Die SPD schlug 40 Euro vor. Auch wollte die SPD geringere Erhöhungen für den Karlsruher Kinderpass (anstatt 3 Euro nur 2,50 Euro) und für Veranstaltungen von Vereinen (anstatt 2,60 Euro nur 2 Euro). Dafür wollte die SPD den Hebel bei den Einzelkarten für Erwachsene ansetzen. Sie sollten gar auf 9 Euro steigen. „Wir sehen ein, dass die Tarife angehoben werden müssen, aber es sollte sozialverträglich geschehen“, sagte Daum. Im Ausschuss wurde über jeden Tarif einzeln abgestimmt. Die SPD scheiterte hier ebenso mit ihren Vorschlägen wie im Stadtrat.
Neue Haus- und Badeordnung beschlossen
Beschlossen wurde eine neue Haus- und Badeordnung für Badepark und Hallenbad. Unter Punkt 1 steht nun: „Die Nutzung der Bäder hat in üblicher Badekleidung zu erfolgen. Dies sind gängige Badehosen, Badeanzüge und Bikinis. Nicht gestattet sind ausdrücklich Gewänder und/oder Kleider oder Kleidungsstücke, welche großflächig aufschwimmen können und den Blick des Aufsichtsdienstpersonals in die Becken behindert.“ Das sei in allen Bädern im Umkreis von 100 Kilometern geltende Regel, so Pfaff. In Wörth sei diese Lücke in der Vergangenheit ausgenutzt worden. Pfaff kündigte an, dass die Einhaltung der Regeln streng kontrolliert würden. Schwimmtaugliche Burkinis sind damit weiter erlaubt. Das Budget für Sicherheitspersonal sei erhöht worden, verstärkt werde auch fremdsprachiges Personal eingesetzt. „Wir werden am Eingang mit großen Hinweisschildern auf die Badeordnung hinweisen, außerdem werden wir im Elsass unsere Regeln verstärkt bekannt machen“, kündigte Pfaff an.
Grüne für Gründung einer Bädergesellschaft
Am Ende der Schwimmbaddebatte regte Ursula Radwan (Grüne) an, über die Gründung einer Bädergesellschaft nachzudenken. „Der Kostendruck, unter dem wir stehen, kann schlimmstenfalls zur Schließung der Bäder führen“, sagte Radwan. Angesichts des Gesundheitswertes für Ältere, den das Schwimmen habe, und der Bedeutung des Schwimmunterrichts für Kinder dürfe das nicht passieren. „Wir ermöglichen den Schulen der Stadt und denen anderer Kommunen, die in Trägerschaft des Kreises stehen, hier Schwimmunterricht zu erteilen“, so Radwan. Umliegende Gemeinden und der Kreis würden von Angebot in Wörth profitieren. „Wir wünschen uns auf Kreisebene eine Initiative zur Bildung einer Bädergesellschaft, an der sich andere Kommunen und der Kreis finanziell beteiligen. Wir wollen natürlich keinen Betreiber, der auf Gewinnmaximierung aus ist“, betonte Radwan. Sie bat Bürgermeister Steffen Weiß (FWG), auf Kreisebene die Möglichkeit der Bildung einer solchen Bädergesellschaft auszuloten.
