Kreis Germersheim Soziale Komponente des Gerichts

Trotz „Chef-Sein“ fühlt sich der neue Direktor des Amtsgerichtes Kandel, Herbert Schmitt, nicht anders als vorher.
Trotz »Chef-Sein« fühlt sich der neue Direktor des Amtsgerichtes Kandel, Herbert Schmitt, nicht anders als vorher.

«Kandel.»Plötzlich Chef und „man fühlt sich nicht anders“, sagt der neue Direktor Herbert Schmitt. Das Amtsgericht Kandel kennt er wie seine Westentasche. Anfang 1994 begann der heute 57-jährige Jurist als Assessor seinen Dienst in Kandel. 1995 wurde er dort zum Richter am Amtsgericht ernannt und ist unterbrochen durch eine Abordnung zum Landgericht Landau und dem Pfälzischen Oberlandesgericht Zweibrücken dort tätig.

Seither hat er alle Dezernate durchlaufen. Familienrecht, Betreuungsrecht und Zwangsvollstreckungsverfahren sind die Rechtsgebiete, in denen Herbert Schmitt jetzt als Richter tätig ist. „Das weitet den Blick auf die soziale Komponente des Gerichts“, findet er. Nachdem sich seine Vorgängerin Michaela Winstel in Landau beworben hatte, bewarb sich Schmitt beim Justizministerium um die Stelle. Vom Richterwahlausschuss wurde er dann gewählt und auf Vorschlag des Justizministers Herbert Mertin von Ministerpräsidentin Malu Dreyer ernannt. „Das ist schon eine Beförderung, aber es ist nicht so, dass jeder Richter mal Direktor eines Amtsgerichts werden würde“, stellt Herbert Schmitt dar. Die Stellenbeschreibung sieht 30 Prozent für Verwaltungstätigkeit und 70 Prozent für Richtertätigkeit vor. Aber wenn Schmitt zum Beispiel an die Folgen denkt, die der Aufbau einer Blitzeranlage in Wörth hatte, weiß er, wie relativ solche Statistiken sind. In Kandel ist der Amtsgerichtsdirektor verantwortlich für 5 Rechtspfleger und 19 Mitarbeiter. Die Pfalz ist Schmitts Heimat. In Speyer geboren und in Schifferstadt aufgewachsen, stand schon vor dem Abitur fest, dass er Jura studieren würde. Trotz Abratens eines damaligen Studienberaters schrieb sich Schmitt an der Uni Mannheim ein und legte im Januar 1989 das erste Staatsexamen ab. Sein Referendariat leistete er im Bezirk des Pfälzischen Oberlandesgerichtes Zweibrücken. Nach dem zweiten Staatsexamen im März 1992 begann er seine Arbeit als Staatsanwalt in Frankenthal. Im Laufe des Berufslebens herausgestellt „ich bin eher ein Zivilrechtler“. Ob kleine Amtsgerichte eine Zukunft haben, das weiß Schmitt aus Erfahrung ziemlich genau: „Im Laufe der Jahrzehnte, die ich jetzt in der Justiz im Land Rheinland-Pfalz tätig bin, kam immer wieder die Diskussion auf, ob man nicht kleinere Amtsgerichte zu größeren Einheiten zusammenlegen soll. Ich denke, dass das jetzige System gut ausbalanciert ist und durch die Amtsgerichte in der Fläche die Erreichbarkeit der Justiz für die Mehrheit der Bürger wirklich einfacher ist.“ In seiner Freizeit wandert Herbert Schmitt sehr gern. Seine beiden Töchter sind bereits aus dem Haus. Nachdem der langjährige Familienhund verstorben ist, hat die Familie – „besonders meine Frau“ – jetzt zwei Welpen, die erzogen werden müssen, was einen großen Teil der Freizeit in Anspruch nimmt.

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