Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Südpfalzklinik: Neubau für Intensivstation und Notaufnahme

Der Verwaltungstrakt der Klinik, vorne rechts, wird abgerissen. Entlang der Straße entsteht das neue Gebäude.
Der Verwaltungstrakt der Klinik, vorne rechts, wird abgerissen. Entlang der Straße entsteht das neue Gebäude.

Einen Trakt abreißen, ein Gebäude für Notaufnahme, Operationssäle und Intensivstation neu bauen. Das plant die Asklepiosklinik. Der Zeitplan ist ambitioniert.

Die Zeit für Veränderungen an der Kandeler Asklepiosklinik drängt. Denn das in den 1970er Jahren erbaute Gebäude ist nicht nur in Sachen Platzbedarf, und Bauphysik nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Vor allem der Gebäudeteil, in dem derzeit im Erdgeschoss der Wirtschaftshof mit Versorgungseinheiten und im Obergeschoss der Operationsbereich mit Intensivstation untergebracht sind, entspricht nicht mehr gültigen Brandschutzvorschriften. Zwar hat der Asklepios-Konzern hier schon zirka 1 Million Euro aufgewendet und konnte so erreichen, dass die Betriebsgenehmigung für diese Bereiche bis Ende 2024 verlängert wurde. Eine weitere Verlängerung der Betriebsgenehmigung wäre jedoch nicht möglich.

Brandschutz funktioniert noch

Dabei funktioniert der Brandschutz glücklicherweise noch, wie die Ereignisse in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar dieses Jahres gezeigt haben. Durch Brandstiftung war ein Wäschecontainer in Brand geraten, Rauch drang in das Innere des Gebäudes ein. In den Tagen darauf musste unter anderem der Isolierbereich, in dem die Covid-19-Patienten behandeln werden, in die Intensivstation umziehen. Operationssäle konnten geraume Zeit nicht genutzt werden. Dennoch kam während dieser Zeit zum ersten Mal seit 2017 in der Kandeler Klinik ein Kind auf die Welt: In dem einzigen Raum, der gerade in der Notaufnahme zur Verfügung stand, wurde ein Frühchen geboren. Das Neugeborene wurde danach zur weiteren Behandlung zusammen mit seiner Mutter in das Diakonissenkrankenhaus nach Speyer gebracht.

„Die internen Vorgaben hatten gegriffen, die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr hat gut geklappt“, sagt Jörg Stypmann, Ärztlicher Direktor der Südpfalzkliniken, mit Blick auf den nächtlichen Brand. Da man zu diesem Zeitpunkt jedoch schon den Umbau geplant habe, sei bei den Reparaturarbeiten nur ein „Betriebsstatus“ wiederhergestellt worden.

Umbau alleine reicht nicht

Denn um einen Neubau kommt man nicht herum: Eine Anpassung und Ertüchtigung der vorhandenen Bausubstanz im laufenden Betrieb würde enorme Kosten verursachen, heißt es in Unterlagen des Ausschusses für Stadtentwicklung der Stadt Kandel. Auch würde eine solche Umbauphase eine erhebliche Beeinträchtigung des Klinikbetriebes bedeuten. Gleichzeitig seien die Anforderungen in Bezug auf Flächenbedarf, Verkehrswege oder Raumzuordnungen gestiegen und im Bestandsgebäude nicht umsetzbar. „Nach über 40 Jahren ist es dringend notwendig, dass etwas voran geht“, sagt Stypmann.

Also wird neu gebaut: Die zentrale Notaufnahme, der OP-Bereich und die Intensivstation bekommen komplett neue Räume. Diese sollen entlang der Luitpoldstraße errichtet werden, geplant ist ein dreistöckiges Gebäude. Die Notaufnahme im Untergeschoss soll mehr und größere Räume bekommen, sagt Stypmann. Neben einem CT soll auch ein MRT möglich sein. In der mittleren Etage wird die Intensivstation samt Labor untergebracht. In Abstimmung mit dem Land soll es künftig 20 Intensivbetten an diesem Standort geben, die Überwachungsstation geht in diesen Bereich mit auf. Im Obergeschoss werden die Operationssäle sein, dazu kommen die Herzkathederlabore und die Endoskopie. Künftig sollen die Liegendtransporte die Klinik ausschließlich über die Straße am Wasserturm erreichen. Auch Fahrzeuge zur Versorgung oder Entsorgung sollen diese Route nehmen.

Spatenstich in ein paar Monaten

Doch da ein Teil des OP-Traktes einen Teil des Bebauungsplanes „Nord-Ost Teil A und B“ überlagert, muss die Stadt Kandel noch den Bebauungsplan ändern. Die betroffenen Flurstücke befinden schon sich im Eigentum von Asklepios. Man hoffe auf einen Spatenstich spätestens im Januar 2023, sagt Stypmann. Die Kosten für die Maßnahmen lägen im „hohen zweistelligen Millionenbereich“, sie werden anteilig von Klinik und Land übernommen. Die ersten vorbereitenden Arbeiten laufen dann schon bald am Verwaltungstrakt der Klinik, der abgerissen wird.

Auch auf der anderen Seite der Klinik wird sich schon bald etwas tun. Dort soll ein sogenanntes MedZentrum mit Räumen für Praxen niedergelassener Fachärzte und Allgemeinmediziner sowie ein Therapiezentrum entstehen, dazu ein großes Parkhaus. Umgesetzt werden soll das Projekt von der Kanzlei HFBP, die schon mehrere solcher Häuser mit Trägern von Kliniken gebaut hat. Das Parkhaus sollen dann auch die Mitarbeiter des Krankenhauses nutzen können. Denn im Zuge des Neubaus fallen Parkflächen weg, gleichzeitig reichen die bestehenden Parkplätze schon jetzt nicht mehr aus.

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