Wörth / Karlsruhe Rheinbrücke: Schon 50.000 Fahrer von neuen Blitzern erwischt

Ende April wieder installiert: Die Blitzer auf der Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe.
Ende April wieder installiert: Die Blitzer auf der Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe.

Wegen der Brückensanierung waren die Blitzer jahrelang verschwunden. Seit Ende April stehen sie wieder. Die Einnahmen: vermutlich ein Millionenbetrag.

Aufgestellt wurden die Radaranlagen auf der Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe, um die Brücke zu schützen. Dazu sollen vor allem die Lastwagen gebremst werden: Je schneller ein Lastwagen fährt, umso heftiger sind die Stöße in Richtung Fahrbahn. Da die Lastwagen auf der äußeren Spur am Brückenrand fahren, was ursprünglich nicht vorgesehen war, ist die Rheinbrücke Wörth/Karlsruhe besonders empfindlich.

Lastwagen dürfen deshalb nur mit 60 Stundenkilometer über den Rhein fahren. Für Autos gelten dagegen auf der Brücke zwei verschiedene Geschwindigkeiten: Tempo 100 in Richtung Pfalz, Tempo 80, wenn man nach Karlsruhe fährt. Das hat Folgen.

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Kommentar

Nicht am falschen Platz

Für viele Autofahrer wird nämlich die Fahrt Richtung Karlsruhe zum teuren Spaß: Seit Ende April stehen nämlich die Blitzer wieder, 2018 wurden sie wegen der Brückensanierung abgebaut. Und seit Ende April wurden bis Oktober über 50.000 Fahrer geblitzt, so die Auskunft der Stadt Karlsruhe auf eine Anfrage der RHEINPFALZ.

50.000 Fahrer – das hört sich viel an. Aber allein an einem Tag werden rund 60.000 Fahrten über die Brücke gezählt (Stand 2020). Das macht in einem halben Jahr rund 11 Millionen Fahrten, die 50.000 entsprechen dann 0,45 Prozent. Das bedeutet: Ganz grob etwa bei jeder 200. Fahrt über die Brücke blitzt es.

Andererseits sind 50.000 Fahrer in den sechs Monaten von Ende April bis Ende Oktober ziemlich viel, wenn man sie mit den Zahlen für das ganze Jahr 2017 vergleicht: damals wurden in 12 Monaten „nur“ knapp 23.000 Fahrer geblitzt. Dem gegenüber hat sich die Zahl der Geblitzten 2023 verdreifacht.

Die ganze große Mehrzahl der geblitzten Fahrer wollte vom pfälzischen zum badischen Ufer: Exakt 42.401 fuhren schneller als die erlaubten 80 Stundenkilometer, so die Stadt . Auf der anderen Seite, in Richtung Südpfalz (Tempo 100), waren es im gleichen Zeitraum vergleichsweise deutlich weniger: 9211 Fahrer wurden hier geblitzt, so die Auskunft der Stadt Karlsruhe.

„Es ist zulässig und zudem nicht unüblich, dass auf Richtungsfahrbahnen, die baulich getrennt sind, unterschiedliche Geschwindigkeiten angeordnet sind“, so die Stadt Karlsruhe auf Anfrage der RHEINPFALZ. Die Zuständigkeit der Stadt Karlsruhe beginne von Rheinland-Pfalz in Richtung Baden-Württemberg in der Mitte der Brücke. Weil am Ende der Brücke die 3. Spur wegfällt und die Autos einfädeln müssen, wurde auf der Brücke die Geschwindigkeitsregelung aus dem gefährlichen Wörther Trog (Tempo 80) beibehalten.

Für das Jahr 2017 bezifferte die Stadt Karlsruhe noch im April die Einnahmen in Fahrtrichtung Pfalz auf rund 100.000 Euro, in Fahrtrichtung Karlsruhe auf rund 300.000 Euro. Für 2023 will die Stadt jetzt keine Zahlen nennen. Die Begründung: „In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die zu erwartenden Einnahmen teilweise erheblich von den tatsächlichen Einnahmen abgewichen sind.“

Beachtet werden müssten auch die Kosten für den Aufbau (250.000 Euro), Wartung und Personal, so die Stadt Karlsruhe. Werden Verfahren vor dem Amtsgericht entschieden, fließe zudem das Geld nicht dem städtischen Haushalt, sondern der Landeskasse zu.

Wenn man dennoch die insgesamt 400.000 Euro Einnahmen aus dem Jahr 2017 als Basis einer Abschätzung nehmen will, kommt man auf einen Millionenbetrag: mal zwei wegen des neuen Bußgeldkatalogs macht 800.000 Euro, mal zwei für die doppelte Anzahl von Geblitzten allein in den ersten 6 Monaten nach Aufstellung der Blitzer macht 1,6 Millionen Euro, mal vier bei einer anhaltend großen Zahl von Verstößen ergibt für ein ganzes Jahr 3,2 Millionen Euro.

Rund 60.000 Fahrzeuge überqueren täglich die Rheinbrücke zwischen der Südpfalz und ihrem Oberzentrum Karlsruhe.
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Nachmittags im Stoßverkehr dürfte kaum einer in die Radarfalle tappen.
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