Meinung
Probleme am Baggersee: Invasive Arten konsequent bejagen
Der Germersheimer Baggersee war seit den 1960er- und 70-Jahren ein beliebtes Ausflugsziel für die Germersheimer Bevölkerung. Nicht wenige haben dort schwimmen gelernt oder ihre gefühlt ganzen Sommerferien am, im oder auf dem Wasser verbracht. Wie gesagt, das war einmal.
Denn der See sieht zwar auf den ersten Blick mit Dirt-Bike-Strecke, Spielwiese, Liegeflächen und nicht zuletzt dem großen Spielplatz mit Toiletten und Kiosk toll aus – aber das Wasser scheint teilweise grenzwertig zu sein, ohne Vogelkot an Badeschlappen oder Füßen ist ein Gang zum oder ins Wasser nicht mehr möglich. Seit Jahren bevölkern Kanada- und Nilgänse die Wiesen und hinterlassen ihren Kot. Die Stadt hat mit Vergrämungsmaßnahmen, mit Löchern in den Eiern und einzelnen Abschüssen versucht, die Tiere zu vertreiben – ohne Ergebnis. Einer effektiven Vertreibung stehen das Jagdgesetz und das Tierschutzgesetz im Wege. Getötet werden dürfen zwar junge Tiere das ganze Jahr über, aber die Elterntiere nicht vom 1. November bis 15. Januar. Dann, wenn die Tiere nicht unbedingt zu sehen sind. Hier muss schleunigst nachgebessert werden, um die heimische Tierwelt zu schützen. Nicht wenige Gäste des Sees haben vielleicht schon beobachtet, wie Nilgänse junge Stockentenküken gezielt unter Wasser drücken, bis diese verenden. Das Land muss endlich handeln.
Und die Stadt auch. An sonnigen Wochenenden ist der Spielplatz zwar gut besucht, aber es wird wild gegrillt. Dass noch kein Feuer ausgebrochen ist, grenzt an ein Wunder. Auch verhalten sich die Gäste nicht so, wie es sich gehört, wenn Zigarettenkippen oder die Grillkohle ins Wasser geworfen werden. Das Wasser des Sees hat weniger Sauerstoff als andere Seen der Region. Das liegt am Seealter, dem Nährstoffeintrag durch Dünger, der zum Fadenalgenwachstum beiträgt, und den über Jahrzehnten angesammelten Pflanzenresten, die eine dichte Schicht am Boden des Sees gebildet haben. Sollte der See seine Attraktivität zurückerhalten, muss noch viel Geld investiert werden. Und das fehlt an allen Ecken und Enden. Gefragt ist also das Land, für finanzielle Ausstattung der Kommunen zu sorgen und das Jagdgesetz so zu ändern, dass invasive Arten ganzjährig bejagt werden können.
