Wörth
Personalmangel: Sauna geschlossen, Bad eingeschränkt geöffnet
„Das Hallenbad startet in die Wintersaison“, steht auf der Homepage der Stadt Wörth. Wer allerdings die etwas kühleren Herbsttage im warmen Bad oder in der Sauna verbringen möchte, muss aufpassen, dass er nicht vor verschlossenen Türen steht. Denn die Bäderbetriebe der Stadt teilten außerdem mit, „dass wegen einem Personalengpass ab sofort die Öffnungszeiten des Hallenbades kurzfristig bis voraussichtlich einschließlich 6. Oktober“ reduziert werden müssen.
Das bedeutet, das die Frühbadetage an Dienstag und Freitag weiter angeboten werden, danach ist das Hallenbad jeweils von 6 bis 12 Uhr zugänglich. An den anderen Tagen ist das Bad von 8 bis 12 Uhr geöffnet, am Wochenende von 8 bis 14 Uhr. Die Saunalandschaft muss sogar im gesamten Zeitraum geschlossen bleiben.
Beides ist eine drastische Einschränkung für Bade- und Saunagäste. In der Sauna sind aktuell tagsüber etwa 15 Besucher, sagt Tobias Simon, zuständiger Abteilungsleiter in der Stadt Wörth, auf Anfrage. In der Schwimmhalle halten sich durchgängig etwa 30 Schwimmer auf, dazu kommen Kursteilnehmer. Beide Einrichtungen sind beliebt: Nach einem Einbruch der Nutzungszahlen während der Coronajahre hatte es 2023 wieder einen Anstieg gegeben. So war man von rund 28.000 Besuchern ausgegangen, im Vergleich zum Vorjahr war im Hallenbad ein Zuwachs von 24 Prozent (plus 3173 Besucher) und in der Sauna gar von 42 Prozent (plus 1355 Besucher) zu verzeichnen. Die Saunalandschaft wurde 2002 eröffnet. Darin finden sich ein Dampfbad, ein Sanarium, eine Meditationssauna und eine klassische finnische Sauna.
Schul- und Vereinsschwimmen bleibt
Es sei wichtig gewesen, zumindest die Morgenstunden offen zu halten und auch die Kurse unverändert anzubieten, beziehungsweise fortzuführen, sagt Tobias Simon. Die verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagierten sich sehr für das Aufrechterhalten dieses „Notbetriebs“, wofür man sehr dankbar sei. „Auch das Schul- und Vereinsschwimmen findet übrigens unverändert statt, weil diese ja mit eigenen Übungsleitern vor Ort sind.“
Hintergrund der eingeschränkten Öffnungszeiten ist ein Zusammenfallen von Urlaubszeiten und Krankheitsfällen: Insgesamt sind in den städtischen Bädern acht Fachangestellte für Bäderbetriebe beschäftigt, eine Stelle ist aktuell nicht besetzt. Der Hallenbad- und Saunabetrieb läuft grundsätzlich in zwei Schichten mit jeweils zwei Kräften, sodass jeden Tag vier Fachangestellte im Einsatz sind, erläutert Simon. Pro Schicht beaufsichtigen also jeweils zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Sauna- und Badbetrieb. Eine weitere Fachkraft ist für die Durchführung der Schwimmkurse verantwortlich. Diese Kurse seien sehr beliebt. Um den Betrieb also adäquat gewährleisten zu können, seien also täglich fünf Fachangestellte im Dienst.
Urlaub und Krankheit
„Aktuell können wir aber nur mit zwei Fachangestellten planen“, so Simon. Das habe zunächst mit einer hohen Zahl an Erkrankungen, beziehungsweise Reha-Maßnahmen zu tun. Es sei üblich, dass zum Start der Hallenbad-Saison auch noch vereinzelt Mitarbeitende in Urlaub sind. Denn während der Sommermonate besteht wegen des Betriebs des Badepark dazu nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit. „In der Summe gibt es also einen vorübergehenden Engpass, der einen ordnungsgemäßen Badebetrieb nur mit Einschränkungen ermöglicht“, so Simon. „Wir gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass wir am 7. Oktober wieder in den Normalbetrieb gehen können.“
Zwar gibt es keinen unmittelbaren Zusammenhang mit den städtischen Hallen, bei denen aktuell aus Fachkräftemangel ein Buchungsstopp gilt. Doch „ähnlich wie bei den Hallen ist auch im Bad ein hoher Spezialisierungsgrad der Mitarbeitenden notwendig, um die Betriebs- und Verkehrssicherheit einer solchen Einrichtung zu gewährleisten“ , so Simon. Der Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe sei aktuell einer der größten Mangelberufe. Zwar gebe es derzeit drei Auszubildende, ein Anzeichen dafür, dass die breit angelegten Ausbildungskampagne erfolgreich sei. Doch alle Bemühungen, Stellen „aus dem Stand“ adäquat zu besetzen, scheiterten laut Simon regelmäßig. Denn fertig ausgebildete Bewerber auf dem „freien Markt“ gebe es nur wenige. „Zwar versuchen wir, dem mit attraktiven Arbeitszeitmodellen und der Ausschöpfung der tariflichen Möglichkeiten entgegen zu wirken“, so Simon. „Aber wir müssen eben zur Kenntnis nehmen, dass zum Beispiel die letzte Ausschreibung im Frühjahr, die von der Reichweite her bis ins Elsass ging, ohne Erfolg war.“
Öffnungszeiten
Bis einschließlich 6. Oktober: Dienstag und Freitag ist das Hallenbad von 6 bis 12 Uhr zugänglich. An den anderen Tagen ist das Bad von 8 bis 12 Uhr geöffnet, am Wochenende von 8 bis 14 Uhr. Am Montag und am Feiertag, 3. Oktober, hat das Hallenbad geschlossen. Die Saunalandschaft hat geschlossen.
Ab 7. Oktober: Montags ist das Hallenbad üblicherweise geschlossen. Dienstag und Freitag hat es von 6 bis 12 Uhr und 14 bis 22 Uhr geöffnet, am Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 12 und 14 bis 22 Uhr. Am Wochenende kann man zwischen 10 und 19 Uhr schwimmen gehen. Auch die Sauna hat zwar stets montags geschlossen und dann Dienstag bis Freitag von 10 bis 22 Uhr geöffnet, am Wochenende von 10 bis 19 Uhr.