Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Personalmangels Buchungsstopp bei den großen Hallen

Die Festhalle – hier bei der RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion zur Landratswahl –kann für knapp 900 Personen bestuhlt werden.
Die Festhalle – hier bei der RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion zur Landratswahl –kann für knapp 900 Personen bestuhlt werden.

Kulturherbst, Kleinkunst oder Rockkonzerte – der Veranstaltungskalender in den großen Hallen der Stadt Wörth hat im Herbst einiges zu bieten. Aber: Obwohl noch Termine frei sind, können die Hallen nicht mehr gebucht werden. Grund: Personalmangel. Was ist da los?

Krankenhäuser vertagen lange geplante Operationen, Werkstätten vertrösten ein ums andere Mal Autobesitzer, die auf die Reparatur ihres Fahrzeugs warten, und Heizungsmonteure nehmen nur noch in Ausnahmefällen neue Aufträge an. Das sind nur einige Beispiele, die heutzutage schon fast normal sind. Wobei das grundsätzliche Problem nicht auf die genannten Berufsgruppen beschränkt ist, sondern sich nahezu durch alle Branchen zieht. Denn wenn man nach der Ursache für all diese Verzögerungen und Absagen fragt, dann lautet die Antwort zumeist: Personalmangel. Natürlich bleiben auch Verwaltungen und öffentliche Einrichtungen von diesem Missstand nicht verschont, auch hier fehlen Mitarbeiter, sind Stellen unbesetzt. Zu spüren bekommen die Auswirkungen des Personalmangels in den nächsten Wochen die Bürger der Stadt Wörth und die Veranstalter von größeren Events. Denn bis zum Jahresende können in den größeren Versammlungsstätten der Stadt keine zusätzlichen Veranstaltungen organisiert werden.

„Uns fehlen schlicht die Veranstaltungstechniker“, begründet Bürgermeister Steffen Weiß (FWG) die Entscheidung, über die in der vergangenen Woche die Ortsvorsteher der vier Ortsbezirke sowie die Mitglieder des Stadtrats informiert wurden. Betroffen sind die Festhalle und die Bienwaldhalle in Wörth, die Rheinhalle und die Tullahalle in Maximiliansau sowie die Gemeindehalle in Schaidt. „Ich möchte aber betonen, dass alle bereits zugesagten und im Terminkalender stehenden Veranstaltungen auch stattfinden werden. Es geht nur darum, dass wir in diesem Jahr keine weiteren Veranstaltungen mehr stemmen können“, sagt Weiß.

Keine Einschränkungen bei terminierten Events

Nicht gefährdet ist damit das SWR4-Festival am kommenden Wochenende, bei dem unter anderem der irische Sänger und Komponist Chris de Burgh und der deutsche Popsänger und Musikproduzent Thomas Anders in der Festhalle auftreten werden. Auch für das Konzert der kanadischen Rockband Saga am 29. November, ebenfalls in der Festhalle, ist ausreichend Personal vorhanden. „Wir werden auch alle Veranstaltungen des Wörther Kulturherbstes wie geplant durchführen“, verspricht Weiß. Da steht zum Beispiel am 11. Oktober „Frühstück bei Tiffany“, eine Produktion der Altonaer Theater/Kammerspiele Hamburg in Kooperation mit den Schauspielbühnen in Stuttgart auf dem Programm. Am 7. November wird in der Festhalle die Komödie „Zwei Männer ganz nackt“ mit Rufus Beck und Peter Kremer aufgeführt. Auch da besteht keine Gefahr. Ebenso wenig für die geplanten Kleinkunstveranstaltungen in der Tullahalle.

Veranstaltungstechniker gesucht

„Wir würden gerne zwei zusätzliche Veranstaltungstechniker einstellen“, sagt Weiß. Er hofft, dass er im kommenden Jahr diese Stellen besetzen kann. Die städtischen Mitarbeiter übernehmen in den Hallen zusätzlich zu ihrer Techniker-Tätigkeit auch Hausmeister-Aufgaben. Die derzeitige Situation verschärft hat der längere, krankheitsbedingte Ausfall eines Mitarbeiters. Dieser befindet sich gerade in der Wiedereingliederung, mit vorläufig noch reduzierter Arbeitszeit. Ein anderer langjähriger Veranstaltungstechniker hat den Arbeitgeber gewechselt, er steht nur noch an einzelnen Wochenenden auf 520-Euro-Basis zur Verfügung.

Vor allem die Festhalle in Wörth, die, wenn der kleine Saal mit hinzugenommen wird, für knapp 900 Personen bestuhlt werden kann, ist bei Veranstaltern beliebt. Sie wird nicht nur für Konzerte oder Theateraufführungen gebucht, sondern oft auch für größere Familienfeiern oder Firmenevents. Die Stadt wirbt auf ihrer Internetseite mit der multifunktionalen und vernetzten Anlagetechnik. Eine leistungsstarke Lichtanlage biete nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, um das Geschehen in und außerhalb der Halle perfekt in Szene zu setzen. Außerdem würden mehrere aktive Lautsprechersysteme die gesamte Palette an Möglichkeiten bieten, die Tontechniker heutzutage in der Veranstaltungsakustik erwarten. Aber dafür braucht es natürlich gut ausgebildetes Personal. Und das ist auf dem Arbeitsmarkt rar.

Auch für Veranstaltungen in der Rheinhalle in Maximiliansau (Bildmitte) und der Tullahalle (rechts, vor der Tullawiese) fehlen T
Auch für Veranstaltungen in der Rheinhalle in Maximiliansau (Bildmitte) und der Tullahalle (rechts, vor der Tullawiese) fehlen Techniker.
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