Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Pandemie-Folgen für Schüler: Alarmierende Situation

Placeholder-Image

Das Land hält am Präsenzunterricht fest. Es ist der richtige Weg trotz steigender Fallzahlen.

Hat man sich nach der ersten Schulschließung vor allem um Wissenslücken bei Schülerinnen und Schülern gesorgt, stehen knapp zwei Jahre später die seelischen Folgen im Fokus von Pädagogen, Psychologen und Sozialwissenschaftlern. Sie schildern eine alarmierende Situation in Kinderzimmern: Einsamkeit, Ängste, Essstörungen und Schwermut sind bei Jugendlichen auf dem Vormarsch. Der Rückzug vom sozialen Leben in Schule und Freizeit war für viele eine Katastrophe.

Onlineunterricht kann das Klassenzimmer nicht ersetzen, nicht die Gespräche mit Lehrern oder das Lachen mit Freunden. Lernen und Reifen geht nur im Miteinander. Die Persönlichkeit junger Menschen entwickelt sich im direkten Austausch mit anderen. Corona hat die erschreckenden Folgen aufgezeigt, wenn Sozialkontakte fehlen. Zuvor waren diese eine Selbstverständlichkeit.

Die Kinder gehören nicht zur vulnerablen Gruppe und haben in der Pandemie genügend Solidarität gezeigt. Nach zwei Jahren müssen Erkenntnisse über ihre seelische Gesundheit bei Entscheidungen über Präsenz- oder Distanzunterricht eine tragende Rolle spielen. Allzu schnell läuft man Gefahr, beim Blick auf exorbitant steigende Omikron-Zahlen erneut Schulschließungen zu fordern. Am Präsenzunterricht festzuhalten ist der richtige Weg.

x