Kreis Germersheim Online-Petition gegen die „Kleine Pfalzlösung“

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Die Deutsche Bahn plant die sogenannte „Kleine Pfalzlösung“, wobei ein Teil des Ferngüterverkehrs zwischen Rotterdam und Genua über die Pfalz umgeleitet werden soll. Bis zu 42 zusätzliche Güterzüge täglich und davon die Hälfte in der Nacht, das bedeutet für Anwohner wie Ralf Johannes eine unzumutbare Lärmbelästigung und Verlust der Wohn- und Lebensqualität. Er spricht von einem Horrorszenario: „1500 Prozent gesteigerte tägliche und insbesondere nächtliche Ruhestörung durch Güterzüge, die die Gesundheit aller Bürger und ganz besonders der Kinder gefährdet.“ Seit Mitte Januar setzt er sich gemeinsam mit seiner Frau Daniela aktiv gegen die „Kleine Pfalzlösung“ ein. Seine wichtigsten Aktivitäten waren bislang das Versenden von Mails an alle Fraktionsvorsitzenden im Land- und Bundestag sowie an Bundestagsmitglieder der Südpfalz, das Auslegen von Unterschriftenlisten in Rülzheim sowie Aufrufe zum Besuch der Gemeinderats-, Verbandsgemeinderats- und Kreistagssitzung. Am sechsten Februar startete Johannes eine Online-Petition mit dem Ziel, möglichst schnell viele Bürger über Rülzheim hinaus zu erreichen. Bislang haben 250 Bürger die Petition unterschrieben. Noch zu wenig, findet Johannes. Er hofft, dass in den nächsten Wochen weitere, auch nicht direkt betroffene Bürger die Petition unterstützen. „Von den regionalen Politikern erhoffe ich mir, dass sie am Ball bleiben und sich für die Bürger in der Südpfalz einsetzen“, sagt Johannes. Erste Hoffnung gibt ihm eine E-Mail, die er am 16. Februar von Volker Mattern, Mitarbeiter des Bürgerservice des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur erhalten hat. Mattern schreibt: „Nach bisherigen Erkenntnissen bietet nur der viergleisige Ausbau der rechtsrheinischen Strecke zwischen Molzau und Karlsruhe eine bedarfsgerechte Kapazität. Die Strecken über Wörth und Neustadt („Große Pfalzlösung“) sowie Germersheim und Wörth („Kleine Pfalzlösung“) bieten nur ein geringes Potenzial für die Aufnahme zusätzlichen Güterverkehrs. Aufgrund des starken Stadtbahnverkehrs im Bereich Karlsruhe/Wörth ließe sich tagsüber nur eine Güterzugtrasse pro Stunde und Richtung realisieren. Dies ist bei Weitem nicht ausreichend, um die Kapazitätsprobleme im Schienengüterverkehr zwischen den Regionen Rhein-Neckar und Karlsruhe zu lösen.“ Johannes hält neben der Route Molzau/Karlsruhe den Rhein als Schifffahrtstraße für eine mögliche Alternative. „Bei den bisherigen Diskussionen wurde diese Variante komplett ignoriert“, so Johannes. Seiner Auffassung nach könnte der Rhein die Kapazitäten zum Transport von Gütern um 100 Prozent steigern. Auch wenn das Schiff als Transportmittel im Vergleich zur Bahn und Straße langsamer ist, so sei es doch immer noch das billigste und darüber hinaus sicherste Verkehrsmittel. Die Ferngüterzugstrecke Rotterdam-Genua könnte laut Johannes bis nach Basel komplett durch das Schiff ersetzt werden.

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