Hagenbach / Maximiliansau Neue Rettungswache: Wo sie hin soll und wann sie fertig sein soll
Am Stadtrand von Hagenbach – auf einem Acker neben dem „Wörther Kreisel“ – soll die neue DRK-Rettungswache gebaut werden. Das gab die Kreisverwaltung Germersheim nun bekannt. Im Dezember vergangenen Jahres war von der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst Südpfalz (KARS) beschlossen worden, dass die im Ortskern von Maximiliansau gelegene Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes durch einen Neubau am Stadtrand von Hagenbach ersetzt werden soll. Die alte DRK-Rettungswache entspreche nicht mehr den aktuellen Standards. Eine strategische Untersuchung habe ergeben, dass der optimale Standort in Hagenbach liege, informiert die Kreisverwaltung.
Seit 2009 gibt es die DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH. Sie ist für die Versorgung von Kranken und Verletzten in einem Gebiet zuständig, das neben den Landkreisen Germersheim, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz auch die Städte Landau, Pirmasens und Zweibrücken umfasst. Die Kreisverwaltung Südwestpfalz ist als Behörde zuständig für den Rettungsbereich Südpfalz. In diesem Gebiet, das rund 2300 Quadratkilometer groß ist, gibt es 14 Rettungswachen, unter anderem jene in Maximiliansau, über deren Verlegung schon seit Jahren diskutiert wird.
Hilfeleistungsfrist wird künftig eingehalten
Im Frühjahr 2024 wurden die Pläne konkret. Zwei entscheidende Gründe führte die Kreisverwaltung Südwestpfalz damals für die Verlegung nach Hagenbach an. Zum einen könne der sogenannte weiße Fleck in Scheibenhardt beseitigt werden, zudem verbesserten sich die Eintreffzeiten der Rettungsfahrzeuge im Zentrum von Wörth. Entscheidend für die Organisation des Rettungsdienstes ist die Hilfeleistungsfrist. Diese besagt, „dass im Notfalltransport jeder an einer öffentlichen Straße gelegene Einsatzort in der Regel innerhalb einer Fahrzeit von maximal 15 Minuten nach dem Eingang des Hilfeersuchens bei der Leitstelle erreicht werden soll“. Im Bereich Scheibenhardt ist dies aktuell nicht der Fall, wie eine Untersuchung ergab. Deshalb spricht man dort von einem weißen Fleck.
Vom neuen Standort im Hagenbach kann die Hilfeleistungsfrist auch für Scheibenhardt und Umgebung eingehalten werden. „Dass wir in der Verbandsgemeinde Hagenbach einen Standort für eine neue Rettungswache gefunden haben, ist eine sehr gute Nachricht für die Menschen in der Region“, betont Landrat Martin Brandl, „denn damit können wir die Zeit, die der Rettungsdienst bisher zu einem Einsatzort benötigt, deutlich reduzieren beziehungsweise diesen in der vorgegebenen Zeit erreichen.“
Über 2000 Einsätze im Jahr 2024
Aktuell laufen die baurechtlichen Vorbereitungen für die Neubauplanung der Rettungswache. Nach jetzigem Stand soll im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden. Die Kosten für den Neubau, die noch nicht exakt beziffert werden können, werden dabei zu 75 Prozent von den beteiligten Kommunen und zu 25 Prozent vom DRK getragen. „Ich freue mich sehr über die Standortentscheidung in unserer Verbandsgemeinde. Der Stadtrat in Hagenbach hat die Informationen über den geplanten Standort der Rettungswache in Hagenbach sehr positiv zur Kenntnis genommen“, berichtet Iris Fleisch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Hagenbach. „Insbesondere für die Einwohnerinnen und Einwohner der am weitesten abgelegenen Ortsgemeinde Scheibenhardt können die gesetzlichen Rettungszeiten nun eingehalten werden und sie erhalten somit im Notfall schneller medizinische Hilfe.“
Sobald die Rettungswache in Hagenbach ihren Dienst aufnimmt, wird die Rettungswache in Maximiliansau aufgegeben. Zum Betriebsumfang der neuen Rettungswache in Hagenbach berichtet der Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Südpfalz GmbH Jürgen See, dass dort dann planmäßig ein Rettungswagen mit zwei Mitarbeitern täglich rund um die Uhr einsatzbereit stationiert sein wird. Sollte es einen Mehrbedarf geben, könne die Vorhaltung um ein weiteres Einsatzfahrzeug erweitert werden.
Im Jahr 2024 wurden durch die DRK-Rettungswache Maximiliansau 2117 Einsätze geleistet, davon etwa 1960 Notfalleinsätze. Weitere Rettungswachen gibt es im Landkreis Germersheim in Kandel, Rülzheim und Germersheim.